Öko-Modell-Regionen

Bäcker Neumeier aus Teisendorf

Biobaguette vom Laufener Landweizen

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Industriell produzierte Backwaren sind auf dem Vormarsch. Entgegen den Versprechen der Werbestrategen vom frischen, handwerklichen Brötchen ist das Bäckerhandwerk einem rasanten Strukturwandel ausgesetzt. Konnten die Umsätze der Branche zwischen 2003 und 2013 noch um über 55 Prozent gesteigert werden, ist die Zahl der Betriebe im selben Zeitraum um rund ein Drittel zurückgegangen. Von gut 20.000 Bäckerbetrieben im Jahr 1999 gibt es heute jeden zweiten nicht mehr – dafür breiten sich „Backshops“ zum Aufbacken von Industrieware aus.

 

Anders die Bäckerei Neumeier aus Teisendorf – sie arbeitet tatsächlich noch handwerklich. Und hat die Zeichen der Zeit erkannt. Der großzügige Backraum weist auch eine Galerie auf, die Raum für Führungen und Seminare bietet. „Wir veranstalten regelmäßig Erlebnisangebote für Verbraucher. Es ist wichtig, ihnen Einblicke zu gewähren und eine Beziehung zum Kunden aufzubauen, die sich auf Anschauung und Transparenz gründet“, so der Bäckermeister.

 
Diese Hinwendung zu Tradition, handwerklicher Qualität und Offenheit wirkt sich auch auf das Angebot der Bäckerei aus. Der im Rupertiwinkel beheimatete „Laufener Landweizen“ ist eine fast ausgestorbene sehr extensive Landsorte, die Ende der 80er Jahre wiederentdeckt wurde, und ist an das kühlere und nässere Klima im Rupertiwinkel bestens angepasst. Da sie kaum züchterisch bearbeitet wurde, hat sie einen sehr niedrigen Ertrag, aber viele ökologische Vorteile, und ist ideal für den Bioanbau geeignet. Jetzt gilt es, den Absatz für diejenigen Landwirte zu sichern, die die alte Landsorte mit ihren besonderen Eigenschaften erhalten wollen. Andreas Neumeier experimentiert und entwickelt daraus erste Produkte: ein Laufener Landweizen-Baguette und „Seelen“, längliche Semmeln, die mit Kümmel und Salz bestreut sind. Bioteilzertifiziert ist er seit längerem, sodass die Landweizenprodukte in seiner Bioschiene gefertigt werden.

 
„Die Kunden schätzen Produkte, deren Anbau und Verarbeitung transparent sind, und die gut schmecken.“ Verschiedene Urgetreidearten sind schon längere Zeit im Kommen, aber welche Region bietet noch einst charakteristische Sorten wie den Laufener Landweizen als Spezialität an?
Mit den Backwaren aus dem seltenen Urgetreide fördert man als Verbraucher den Ökolandbau und den Bestand seltener, robuster Landsorten – ohne dass dabei der Genuss zu kurz kommt. Denn die Baguettes und Seelen schmecken und der Absatz steigt kontinuierlich an. So ist auch zu erwarten, dass in absehbarer Zeit das Angebot an Biobackwaren und Spezialitäten aus dem heimischen Urgetreide wachsen wird.