Öko-Modell-Regionen

Benedikt Karg

Mit Zuversicht und Marketing zurück zum Vollerwerbsbetrieb

Foto: Daniel Delang

Benedikt Karg zählt zu der ersten Generation von Landwirtekindern, die auf einem Biohof aufgewachsen sind. Was freilich erstmal keine Rückschlüsse in Bezug auf das Interesse an der Landwirtschaft erlaubt.

 

Die Eltern raten eher ab, sehen für den Sohn keine wirkliche Perspektive auf dem 40 Hektar Betrieb. So lernt Benedikt erst Maschinenbauer. Und hat Aussicht auf einem Bürojob. Dabei merkt er: Das ist nicht mein Ding. Nicht das Büro und auch nicht das Angestelltenverhältnis.

 

Erste Gespräche mit den Eltern laufen positiv. Aber es braucht ein Konzept, um den eher kleinen Betrieb im Vollerwerb betreiben! Benedikt Karg studiert in Witzenhausen Ökolandbau und hat ein Faible fürs Marketing. „Überhaupt, das ganze Studium hatte ich den elterlichen Betrieb und dessen Entwicklung vor Auge.“ Das hat sich gelohnt: 4 Jahre Entwicklungszeit für ein Hofkonzept und die Planung der eigenen Zukunft.

 

Noch ist alles im Aufbau. Die Praxis ist dann doch anders als die Theorie. Vater Klaus eine unbezahlbare Stütze im Ackerbau. Die siebengliedrige Fruchtfolge stammt von ihm und ist erprobt und durchdacht. Daran will Benedikt nichts verändern, es zu lernen ist Anspruch genug. Wiederaufbauen und verstärken will er dafür die Direktvermarktung.

 

Der Hofladen wird grad ausgebaut. Darin gibt es Eier vom Hühnermobil, Feldgemüse wie Zwiebel, Rote Beete, Sellerie, Kartoffeln, eigenes Getreide, Apfelsaft, Walnüsse – und ein paar ausgewählte Produkte von Kollegen sowie ein kleines Zukaufsortiment. Die Marketingmaßnahmen haben sich gelohnt: immer mehr Verbraucher misstrauen der Lebensmittelindustrie und suchen wieder direkten Kontakt zum Bauern. Das ist für beide Seiten ein Gewinn und stimmt Benedikt Karg zuversichtlich für die Zukunft.

 

Das nächste Projekt ist bereits in Planung: Es sollen wieder Rinder her! Eine Mutterkuhherde aus Galloway-Rindern. Wie es dazu kommt? „Das war die Bitte einiger Kunden.“, so Benedikt. Er finde die Rasse auch gut, die Anschaffung soll von den Kunden mitfinanziert werden. So wachsen kleine, stabile Beziehungen und Partnerschaften.