Öko-Modell-Regionen

Biohof Lecker

Gemeinwohl-zertifizierte Bio-Lieferkiste

_MG_3488

Der Familie Lecker ist etwas Seltenes gelungen: Beide Brüder wollten weiter in der Landwirtschaft bleiben und arbeiten. Bei einer Gesamtfläche von 18 Hektar Ackerland und 52 Hektar Grünland sind Kreativität und Kooperationsbereitschaft gefragt, um allen eine Perspektive zu bieten. Beide Eigenschaften vereinen sich bei der Familie Lecker, die seit Generationen Landwirtschaft betreibt und seit 1994 nach Demeter-Richtlinien biologisch wirtschaftet.
 
Die Fläche verteilt sich auf drei Höfe: Der Betrieb in Ainring hält 50 Milchkühe und verarbeitet die Milch in der Hofmolkerei zu Trinkmilch, Joghurt, Topfen, Frischkäseaufstrichen und Käse. Am Standort in Laufen leben ca. 600 Legehennen. Diese sind zum überwiegenden Teil in mobilen Ställen untergebracht und haben einen geschützten Auslauf mit Wiese und allerlei Gestrüpp. Hennen fühlen sich nur wohl, wenn sie schnell Unterschlupf und Schutz in Sträuchern oder Dickicht finden können – die Angst vorm Habicht ist berechtigt und erklärt, warum man selten Hühner auf freier Wiese findet.

 
Das Besondere an der Legehennenhaltung ist jedoch, dass die Hähne nicht nach dem Schlüpfen direkt aussortiert, sondern von einem Partnerbetrieb mit aufgezogen werden. Ein Demeter-Betrieb in der Oberpfalz verarbeitet die Gockel dann nach ca. 5 Monaten Mast, in denen sie nur sehr langsam wachsen, zu Spezialitäten, die im Fachhandel erworben werden können. Die Verbraucher sind mit 4 Cent Mehrkosten pro Ei an dem Projekt beteiligt. Es ist den Brüdern wichtig zu zeigen, dass es auch in der Hühnerhaltung Alternativen zu hochindustrialisierten Haltungsformen gibt, wenn man es wirklich möchte und die Abnehmer bereit sind, den Mehraufwand und die Mehrkosten für eine ethische Haltung mitzutragen.
 

Der Standort in Laufen ist auch Sitz der Direktvermarktung des Biohofs Lecker. Seit 2009 werden hier mehrmals wöchentlich hunderte Kisten mit Gemüse, Obst und Milchprodukten gepackt und direkt an die Kundschaft geliefert. Für die Region ist der Betrieb ein Segen. Nicht nur wegen der Arbeitsplätze, durch die regionalen Zulieferer und Produzenten ist der Biohof für viele ein wichtiger Vertriebspartner.

 

Gerade bei der Vermarktung der Produkte wird es häufig schwierig für die Betriebe. Die eigene Direktvermarktung verspricht zwar einen hohen Deckungsbeitrag, ist jedoch auch mit einem hohen Aufwand verbunden. Ein regionaler Versorger wie der Biohof Lecker mit seinen transparenten Strukturen schafft hier einen dritten Weg als Alternative. Dabei gewinnen alle: die Kunden, die hochwertigste Bioqualität aus der Region vor die Haustür bekommen, die Partnerhöfe, die sich etwas weniger um die Vermarktung sorgen müssen, und der Hof, dessen regionales Bio-Warenangebot sich sehen lassen kann.

 

Ihre rundum verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Einstellung dokumentieren die Leckers auch transparent und für alle einsehbar in ihrer Gemeinwohlbilanz. Dabei werden neben den rein wirtschaftlichen Zahlen auch andere Parameter ihres Wirtschaftens gemessen: Unter den Oberbegriffen Menschenwürde, Solidarität, Ökologische Nachhaltigkeit u.a.m. werden die Bereiche Zulieferer, der Umgang mit Geldmitteln, Beteiligung, Mitentscheidung und Transparenz bewertet, um nur einige zu nennen. Diese Haltung – aus tiefster Überzeugung zu zeigen, dass eine andere Welt, ein faires und zukunftstaugliches Miteinander möglich ist –, das motiviert die Familie Lecker.
 

www.biohof-lecker.de