Öko-Modell-Regionen
Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg

Demeterhof Schaller – Hofcafé Hammermühle

Feinster Biogenuss in zauberhafter Gegend

Foto: Max Kratzer

Das Lauterachtal bezeichnen viele als die Toskana der Oberpfalz. Der gleichnamige Radweg bildet eine romantische Verbindungsstrecke zwischen dem Schweppermann-Radweg und dem Fünf-Flüsse-Radweg. Hier, im pittoresken Ort Hohenburg befindet sich das Restaurant-Cafe Hammermühle. Geführt wird es von Beate Schaller und Tochter Katharina. Der Ehemann Sebastian Schaller betreibt im Nebenerwerb die dazugehörige Landwirtschaft. Das Ehepaar gehört zu den wenigen verbliebenen Landwirten. Und sie sind die einzigen Biobauern im Ort.

 

„Als wir heirateten, war uns beiden klar, dass wir die Landwirtschaft erhalten wollen.“  Das gemeinsame Ziel führt sie auf einen Weg, den sie so nicht hätten planen können. Die Landwirtschaft zumindest im Nebenerwerb erhalten, aber nicht groß wachsen. Damit ist Kreativität gefragt. Und Einsatz. Die Umstellung auf „bio“ war schnell beschlossene Sache. Alles andere hat sich organisch entwickelt, könnte man sagen. „Ich habe nie viel geplant und gegrübelt. Wenn ich eine Idee hatte, die ich gut fand, dann hab ich es einfach gemacht. Bei der Umsetzung bringe ich dann viel Geduld mit, bis das Ergebnis für mich passt. Mein Mann unterstützt mich in allen Belangen. Er steht immer hinter mir.“, erklärt Beate Schaller.

 

Das Ergebnis, Hofladen, Restaurant und Café Hammermühle, kann sich sehen lassen. Entstanden mehr durch Nachfrage denn aus Kalkül. Immer wieder kommen Radfahrer in den damals kleinen Hofladen und wollen Rast machen. Zum wachsenden Gästekreis gesellt sich eine Begabung und Leidenschaft der gelernten Hauswirtschafterin: das Kuchenbacken. Klassische Rezepte werden in Biorezepturen verwandelt. Der Kuchen und die klassische Brotzeit locken immer mehr Radler. Mittlerweile können im ausgebauten Steinstadel auch kleine Feste bis 65 Personen gebucht werden. Für das kulinarische Wohl sorgt Tochter Katharina. Die gelernte Köchin bereichert das Angebot um eine feine, regionale Küche.

 

Anfängliche Lieferengpässe bei Biozutaten führen zu stabilen Beziehungen in der Region. Fast alles, was hier auf den Tisch kommt, wird auch am Hof produziert oder von nah gekauft: Verarbeiter, Landwirte und selbst der Kaffee wird in der Region geröstet. So viel Begabung und Engagement bleibt nicht lange unentdeckt: 2008 wird Beate Schaller Unternehmerin des Jahres und 2012 Gesamtsiegerin der Landfrauenküche. Der Mann Sebastian bestärkt sie in ihrem sicheren Gespür, ihrer Kreativität und ihrem Ideenreichtum. Er unterstützt, wo er kann.

 

Sebastian Schaller erhält die traditionelle und kleinteilige Landwirtschaft. 1998 wird von Milchvieh auf Mutterkuhhaltung umgestellt.  Daneben wird Getreide angebaut, welches am Hof verbacken wird. Auch die Eier stammen vom Hof, die Hühnerhaltung ist ein Erbe der Großmutter.
Der Betrieb nimmt am EU-Life Projekt zum Schutz der „Großen Hufeisennase“ teil.  Die seltene Fledermausart ist akut vom Aussterben bedroht: einzig in der Gegend um Hohenburg konnte sie sich halten. Die Art ist auf den Erhalt der Kulturlandschaft und traditionelle Landwirtschaft angewiesen, um überleben zu können. Sebastian Schaller schafft sich dazu eigens das „Rote Höhenvieh“ an, eine mittlerweile selbst vom Aussterben bedrohte Rinderrasse, deren Dung für die seltene Fledermausart überlebensnotwendig ist. So wird hier im Tal ein Idyll bewahrt, das nicht nur aussterbenden Arten als Rückzugsgebiet dient, sondern auch den Menschen aus dem Umland und den nahen Städten.