Öko-Modell-Regionen

Elisabeth Würschtl und Stefan Koschta

Ein Team mit Drive und Eigen-Sinn

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Mit Elisabeth Würstl und Stefan Koschta haben sich zwei gefunden, die leidenschaftlich gern Land-wirte sind. Beide wachsen am elterlichen Hof auf, die landwirtschaftliche Nutzfläche haben sie bei der Eheschließung zusammengelegt. Ihr Betrieb ist ruhig und malerisch gelegen in Unterwappenöst. Neben dem Hof stehen noch die Häuser zweier Nachbarn, ansonsten: Wald und Wiesen.

 
Erste Erfahrungen mit dem Ökolandbau machen die beiden durch Kräuteranbau. Damals war die Nachfrage nach Kräutern groß, und so haben die beiden Pfefferminze, Arnika, Spitzwegerich, Ringelblume, Kümmel und Bärwurz angebaut. Geblieben ist ihnen der Anbau von Kümmel und Bärwurz.  Damit lassen sie einen hervorragenden Kümmelschnaps produzieren, der von Kennern geschätzt wird.
 
Milchvieh war und ist jedoch der Haupterwerbszweig ihrer Landwirtschaft. Als ein neuer Stall nötig wurde, ließen sich die zwei Zeit für Recherchen und eigene Überlegungen. Sie besuchten Freunde in der Nähe von Koblenz und waren dort von der offenen Bauweise moderner Ställe fasziniert. Ein Of-fenstall im Steinwald? Das schien anfangs kaum denkbar. Von kritischen Stimmen ließen sich die beiden aber wenig beeindrucken und planten den Stall, der ihnen nicht mehr aus dem Sinn ging. Am Ende entstand ein neuer Laufstall mit Ausläufen, alles in Offenfront- und Cucetten-Bauweise. Schon bei der Planung sollte alles den Biorichtlinien entsprechen. So wurde mit Fertigstellung des Stalles der gesamte Betrieb auf Bio umgestellt.
 
Hat es Probleme gegeben mit der luftigen Bauweise? „Nein“, meint Stefan Koschta. „Die Tiere kön-nen es auch im oberpfälzer Winter im Freien gut aushalten.“ Neben dem extravaganten Stall gibt es am Hof noch weitere Besonderheiten: Alle Tiere behalten ihre Hörner und die Nachzucht wird am Hof gemästet. Dabei wird auch bei der Nachzucht auf Kastration verzichtet. So beherbergt der Stall neben den 55 Milchkühen auch rund 125 Färsen und Bullenkälber. Das ist eine Seltenheit für einen Milchviehbetrieb. Das Fleisch nimmt der Biofachhandel ab.