Öko-Modell-Regionen

Herr Krückel und Frau Feddersen

Zwei Standbeine und viel Gestaltungsfreiheit

Foto: Daniel Delang

Kleinbetriebe haben es schwer. Es sei denn? Ja, es sei denn sie veredeln Produkte, die schmecken und gebraucht werden. Oftmals ist der Gemüseanbau der Einstieg und die Chance für kleine Flächen. Am Betrieb von Herrn Krückel und Frau Fedderson sind es Eier.

 

Herr Krückel hat den Hof von seinen Eltern übernommen und auf bio umgestellt. Vor 9 Jahren kam Frau Feddersen hierher. Und damit begann die Suche nach der richtigen Strategie für zwei Menschen am Hof. Bioeier sind gefragt. Jedes zehnte gekaufte Ei ist ein Bioei. Damit hat der Eiermarkt von allen Lebensmittelgruppen den höchsten Ökoanteil. Es mag an der Käfighaltung der konventionellen Kollegen – die seit 2006 übrigens wieder gestattet ist –  liegen, oder an den zahlreichen anderen Bildern. Kaum ein Lebensmittel hat sich in Bio so sehr durchgesetzt wie das Bioei.

 

Das ist für Herrn Krückel trotz eher kleiner Fläche die Chance auf ein gutes Auskommen. Es wurde ein Stall gebaut, der 3000 Legehennen beherbergt. Das mag so manchem viel erscheinen, in der Eierbranche sind dies jedoch die kleinsten Ställe. Der Absatz ist bislang gesichert. „Bis ich den Kredit abgezahlt habe, wird das noch gut gehen“, vermutet Herr Krückel. Denn er sieht auch in der Biobranche Tendenzen zu mehr Größe und unstabilen Preisen. Der Absatz über den LEH wird damit schwieriger. Er ist denselben Gesetzen unterworfen wie die konventionelle Ware der Kollegen: Masse und Preis.

 

„Was hier dann zählt, sind wirtschaftliche Kennzahlen und ökonomische Überlegungen. Die Art der Produktion ist stark vordefiniert, da bleibt wenig Spielraum für Individualität. Die Abhängigkeit vom Markt und Handel ist groß.“, so Herr Krückel.  Jede Investition ist auch immer mit der Frage verbunden, ob die Bedingungen, unter denen man investiert, lang genug stabil bleiben. Veränderte Preise, Absprachen etc. sind immer möglich, die Investitionsrückzahlungen bleiben gleich. Diesem Druck sind viele kapitalintensive Branchen ausgesetzt. So auch die Landwirtschaft.

 

„Auf einem Bein steht man schlecht.“ weiß schon der Volksmund. Frau Feddersen und Herr Krückel haben sich entschieden, daneben auch einen ganz individuellen Weg einzuschlagen: Am Hof gibt es auch ein Hühnermobil und Frau Feddersen produziert köstliche Nudelspezialitäten mit den Eiern und dem Getreide vom Hof. Das entwickelt sich so gut, dass die beiden langfristig dabeibleiben möchten. Und die Entwicklung am Markt entspannt betrachten können.