Öko-Modell-Regionen
Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg

Hutzelhof

Bio und regional frei Haus

Foto: Daniel Delang

Der Hutzelhof ist eine moderne Erfolgsgeschichte. Erst 1995 wurde die Hofstelle erbaut und der Hof gegründet, der sich von vorneherein auf das Liefern von ökologischen Lebensmitteln aus der Region spezialisiert hat. Inmitten des Strukturwandels entsteht ein neuer Betrieb, der mit Erfolg eigene Wege beschreitet. Und nicht nur der Ökolandbau wird hier großgeschrieben: eine moderne Hackschnitzelheizung und eine Solaranlage am Dach der Gebäude sorgen für nachhaltige Wärme und Strom.

 

Auf 4 Hektar Freiland werden hier Salate und Feldgemüse angebaut, in den Folientunnel wachsen Tomaten und Gurken. Der Dung für den Boden stammt aus einer Futter-Mist Kooperation eines nahe gelegenen Demeter-Hofes. Am Hof selbst gibt es keine Tiere. Dafür ein Lager und eine Packstation. Die Waren von  60 Biohöfen und Zulieferern aus der Region werden hier angeliefert, verpackt und an zahlreiche Privathaushalte, Schulen, Kindergärten und Firmen im Gebiet ausgefahren. So entstand ein zuverlässiges und partnerschaftliches Netzwerk aus Betrieben in der Region.

 

Das Liefergebiet reicht mittlerweile über Amberg, Bayreuth, Neumarkt und Weiden bis nach Nürnberg. Jürgen Obermeier leitet die Geschäfte des Hutzelhofes, der mittlerweile 60 Mitarbeiter beschäftigt. Der Gründer Günter Kugler berät deutschlandweit andere Ökobetriebe zu den verschiedensten Anliegen und ist bis heute bei den wichtigen Entscheidungen des Betriebes eingebunden. 2016 wurde der Betrieb durch den Bau einer eigenen Demeter-Bäckerei erweitert. Damit erfüllen sich die Betreiber einen Traum: das regional produzierte Getreide der Kollegen zu frischen Vollkornbroten und Feingebäck zu verarbeiten.

 

Für die Region ist der Betrieb ein Segen. Nicht nur wegen der Arbeitsplätze: durch die regionalen Zulieferer und Produzenten ist der Hutzelhof für Viele ein wichtiger Vertriebspartner. Birgit Bertelshofer – eine ehemalige Mitarbeiterin – hat sich als „Beerenbäuerin“ selbst mit Erfolg an eine Betriebsgründung gewagt. So finden alte und neue Betriebe der Gegend eine gesunde Struktur als Basis für ihr eigenes Wirtschaften.

 

Gerade bei der Vermarktung der Produkte wird es häufig schwierig für die Betriebe: in eher anonymeren Strukturen müssen sie gegen eine überregionale Konkurrenz bestehen und sind so einem wachsenden Preisdruck ausgesetzt. Die eigene Direktvermarktung hingegen verspricht einen hohen Deckungsbeitrag, ist jedoch auch mit einem hohen Aufwand verbunden. Ein regionaler Versorger wie der Hutzelhof mit seinen transparenten Strukturen, schafft hier einen dritten Weg als Alternative. Gewinnen tun dabei alle: die Kunden, die regional versorgt werden, die Partnerhöfe, die sich weniger um die Vermarktung sorgen müssen und der Hof, dessen regionales Warenangebot sich sehen lassen kann.