Öko-Modell-Regionen

Josef Ackermann

Mit Biozertifizierung die kleinen Strukturen erhalten

Foto: Daniel Delang

Wenn man den Laden von Josef Ackermann betritt, ahnt man noch nicht, was sich hinter den Verkaufsräumen alles verbirgt. Denn der überschaubare Verkaufsraum täuscht: die Metzgerei hat die EU Genehmigung zum Schlachten erhalten, der Verkaufsraum ist eher ein Nebeneffekt der großen Gewerbefläche. Josef Ackermann sucht nach der richtigen Strategie, mit der die Schlachterei wieder richtig gut ausgelastet wird. Der Anteil an Biotieren hat sich bei ihm im Verlauf der Jahre stetig erhöht. Nun hat er den Schritt zur Zertifizierung gewagt. Eine wegweisende Entscheidung in einer Zeit, in der weitflächig kleines Handwerk auf dem Land aufgibt und schließt! Mastbetriebe mit vielen Tieren, die lassen auch bei den großen Schlachtereien schlachten, da spielt der Transport keine Rolle. Doch gibt es auch einen anderen Trend: Bioware und Weidefleisch – aus artgerechter Fütterung, Haltung und eben Schlachtung. Im Steinwald gibt es noch viele kleine Bauern und einen regionalen Zusammenhalt. Mehr und mehr Verbraucher kaufen aus der Region, die Fleischpakete der Bauern finden schnell Abnehmer. Und so entwickeln sich Nischen zu Perspektiven und neue Biobetriebe kommen dazu.

 

Denn es geht immer auch um Qualität, Nähe und persönliche Geschäftsbeziehung. Das ist der Weg, den Josef Ackermann geht. So will er etwa mit einer Extra-Vorrichtung für die Weiderinder punkten. Die Tiere sind viel wilder als die im Stall gemästeten Artgenossen, da wird der letzte Gang des Tieres für den Metzger leicht zur Herausforderung. Eine entsprechende Vorrichtung wird Tier und Mensch davor schützen unnötigen Stress ausgesetzt zu sein. Für die Biobauern vor Ort bedeutet das einen kurzen Transport zum Schlachter. Bei der immer größer werdenden Zahl an Konsumenten, die Tierhaltung und Tötung immer mehr hinterfragen, kann das die richtige Strategie sein. Doch nicht nur die Schlachtung soll bio werden, sondern auch das Wursten soll zukünftig vermehrt in Bioqualität erfolgen. „Das Arbeiten ohne die üblichen Zusatzstoffe ist eine Herausforderung“, meint er. Scheuen tut er diese nicht.