Öko-Modell-Regionen
Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg

Michael Kredler

Das Besondere als Familientradition

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Beim Betreten der Bäckerei Kredler, erahnt man kaum, wie groß die Bäckerei ist. Der Verkaufsraum wirkt nur wenig größer als andere. Doch sobald man die Produktionsräume betritt, wird klar, welche Mengen an Brot hier gebacken werden: 5 Filialen beliefert der Familienbetrieb, bei dem 35 Menschen beschäftigt sind. Gemeinsam mit seiner Frau, einer gelernten Konditormeisterin, betreibt Michael Kredler die „Bäckerei Kredler“: Er leitet die Backstube, sie managt die Verwaltung und hilft überall, wo es gebraucht wird.

Der Vater Hans Kredler war und ist ein begeisterter Anhänger der frühen Vollkornbewegung, genaugenommen des Dr. Schnitzer. Die Bäckerei beginnt Ende der 60er Jahre im Auftrag von Dr. Schnitzer die ersten Vollkornbrote mit biologischen Backzutaten zu produzieren. Damit schreibt Hans Kredler ein Stück Naturkostgeschichte: Bald werden die Brote in alle Regionen Deutschlands verkauft und verschickt. In der Bäckerei entwickelt sich neben dem Bäckerladen ein reger Betrieb mit Versandgeschäft. Die Partnerschaft zu Dr. Schnitzer besteht über Jahrzehnte und endet erst mit dem Aufschwung der Biobranche. Plötzlich sind biologische Vollkornbrote in guter Qualität überall in Deutschland erhältlich. Der Versand des Vollkornbrotes flaut ab und macht unter diesen Umständen auch ökologisch immer weniger Sinn. Schließlich wird der Betriebszweig eingestellt.

Jahre später beginnt der Sohn Michael Kredler auf Nachfragen eines Biobauern wieder Dinkelbrot zu backen. Obwohl das Brot biozertifiziert ist, sucht man vergeblich nach der entsprechenden Information im Ladengeschäft. Das ist ungewöhnlich. Die Bioschiene mit Dr. Schnitzer war ein reines Versandgeschäft. Der Kundenstamm vor Ort hat davon wenig mitbekommen. Doch die Kunden kaufen sein Dinkelbrot gern. „Unsere Kunden kaufen die Dinkelbrote vor allem, weil sie ihnen schmecken. Dass es sich dabei um regionales Biogetreide handelt, ist leider nicht immer so zentral.“, erklärt der passionierte Bäcker. Ihn würde es freuen, wenn die Nachfrage nach regionalem Biobrot wieder wächst. Bei allem Engagement bleibt er auch immer Realist: „Derzeit ist es so, wie es ist.“ Diese pragmatische Haltung findet man bei Michael Kredler häufig. Die Zeiten ändern sich und der Betrieb passt sich immer wieder den sich verändernden Umständen an.

Ein starres Festhalten an Konzepten sucht man bei der Bäckerfamilie vergeblich. Das Angebot entwickelt sich durch die Nachfrage und Chancen, die sich ergeben. Denn zur Wandlungsfähigkeit kommt die Bereitschaft Michael Kredlers, immer wieder etwas Besonderes zu probieren. Michael Kredler macht es Freude, Dinge anzupacken, von denen andere vielleicht sagen: das ist mir zu kompliziert. Er macht`s möglich. Die Verarbeitung von bioregionalem Getreide erfordert echtes handwerkliches Können, weil das Getreide jedes Jahr anders ist. Der Bäcker muss durch spezielle Methoden die Backeigenschaften des Mehls testen. Michael Kredler gehört noch zu den Bäckern, die ihr Handwerk richtig gut verstehen.

Das Ergebnis: Neben seinem breiten Angebot an Bio-Dinkelspezialitäten bäckt nun Meister Michael Kredler seit einigen Jahren für Menschen, die an einem Enzymdefekt leiden, eiweißfreies Brot. Und bleibt damit schließlich einer Tradition des Hauses treu: Er macht wieder etwas Besonderes und verschickt die Backwaren in alle Regionen Deutschlands.