Öko-Modell-Regionen

Sebastian Kettenberger

Mit Einfallsreichtum erfolgreich gegen den Wachstumszwang

Foto: Daniel Delang

Wachsen oder Weichen. So lautete und lautet das Motto des Strukturwandels. Doch immer schon gab es Menschen, die diesen Wandel nicht mitmachten und dennoch ihr Auskommen finden. Sebastians Eltern haben eine Milchkuhherde. Für ihn stand schon in der Schule fest, er will Landwirt werden. Im Verlauf des Landwirtschaftstudiums kommt er zu der Überzeugung, dass er ja nicht genauso weitermachen muss wie bisher. Sebastian Kettenbergers Interessen liegen nämlich beim lieben Federvieh.

 

So züchtet Sebastian Puten, Perl- und Bressehühner, Enten und die französische Zweinutzungsrasse „Le Bleu“. Alles was so unter der Kategorie „Federvieh“ hergeht. Kartoffeln, Gemüse im Sommer, ein paar Schwäbisch-Hällische Schweine und der verschmusteste Hund runden das bunte Treiben auf den traumhaft gelegenen Betrieb der Kettenbergers ab. Sebastian Kettenberger kennt seine Tiere und liebt seinen Beruf, die Haltung optimiert er laufend selbst und ist ein Spezialist darin, die empfindlichen Tiere mit ausgefuchsten Methoden zur Schlachtreife zu bringen.

 

Das Geflügel wird einmal die Woche am Hof geschlachtet und auf den Märkten der Region verkauft. Auch die Gastronomie schätzt die gute Qualität von Sebastian Kettenberger, die ihren Preis hat. Das Geschäft läuft gut, aber die Ställe sollen nicht größer werden. Massentierhaltung ist dem Junglandwirt ein Graus, wachsen will er nicht. Sobald die Eltern nicht mehr mögen, wird aus der Milchkuhherde eine Mutterkuhherde. So bleibt der Arbeitsaufwand im Rahmen. Was es braucht, um Erfolg zu haben? Für Sebastian Kettenberger ist diese Frage einfach zu beantworten: Begeisterung und Liebe zu seinem Beruf und direkte Absatzwege, um den nötigen Preis zu erzielen. Wenn beides vorhanden ist, die Begeisterung und die Direktvermarktung, dann macht es Freude Landwirt zu sein und es lohnt sich auch finanziell. Ohne Wachstum, ohne großen Bulldog. Mit wachem Verstand und ehrlicher Begeisterung. Er ist offen, anderen von seinem Weg zu erzählen und Interessierte dabei zu unterstützen, ähnliche Strategien zu entwickeln.