Öko-Modell-Regionen
Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg

Sebastian Meier

Musik, Kultur und Ökolandbau

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Landwirte sind vielfältig aktive und interessierte Menschen. Die Wenigsten betreiben „nur“ ihren Hof. Irgendwie scheinen sie immer auch noch anderswo aktiv zu sein. Sie engagieren sich in Verbänden und Vereinen oder haben mehrere betriebliche Standbeine. Ferienwohnungen etwa in Regionen, die auch Touristen anziehen. Die Oberpfalz ist keine klassische Touristenregion. Zwischen Regensburg und Nürnberg findet man dafür eine traditionell geprägte Gegend mit viel Landwirtschaft und gelebtem Brauchtum.

 

Am Hof von Sebastian Meier wird derzeit gebaut. So auf den ersten Blick wird nicht deutlich, was. Ein Hofladen vielleicht? Ein Fleischzerlegeraum? Ein Seminarraum? Im Gespräch erfahren wir: nichts davon. Das Gebäude steht mit dem Hof nicht im Zusammenhang, soviel wird klar. Was genau der Bio-Landwirt Sebastian Meier dort plant, bleibt allerdings bis auf weiteres sein Geheimnis.

 

Sebastian Meier spielt in mehreren Bands und engagiert sich aktiv in der Kulturszene. Seine Frau Sophie hat den dazu passenden Beruf: Die österreichische Grafik-Designerin veranstaltet in der Region Konzertreihen, Leseabende und Kulturevents. Schnell findet man sich in Gesprächen über das kulturelle Angebot. Das muss sich zwar nicht verstecken, könnte aber durchaus lebendiger werden.   Steht das Gebäude vielleicht damit in Zusammenhang?

 

Aber, halt, da war doch noch was. Die Landwirtschaft. Diese betreibt Sebastian zusammen mit seinem Vater Hans Meier, der Vorsitzender des Landesfachausschusses für Ökolandbau beim BBV ist. Sebastian hat am Hof mit Ziegenhaltung begonnen. Das Wohl der Tiere liegt ihm außerordentlich am Herzen. Die Ziegen, die ja durchaus für ihren eigenen Kopf bekannt sind, folgen ihm beeindruckend sanftmütig.

 

Ziegenmilch ist ebenso wie Schafsmilch in den letzten Jahren immer stärker nachgefragt. Allergien, diversen Ernährungsweisen und den französischen Käsespezialitäten sei gedankt, dass sich die Verkaufszahlen gut entwickeln und der Preis stabil ist. Doch gekäst wird hier nicht.

 

Neben der Milch der Ziegen beginnt gerade ein anderes Experiment, die Landwirtschaft zu bereichern. Mehr aus Neugier denn aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus hat sich Sebastian ein paar Wagyu-Rinder angeschafft. Das Fleisch dieser Tiere gilt als unübertroffen zart und schmackhaft. Der ursprünglich aus Japan stammenden Rinderrasse sagt man nach, sehr haltungsintensiv zu sein. Was den hohen Preis erklärt – bis zu 100 Euro werden pro Kilo für die Edelteile bezahlt. Wird das Tier nun wirklich massiert und besonders gepflegt? „Nein. Die Tiere sind etwas scheuer als mancher Artgenosse. Aber der Geschmack und Preis, der ergibt sich durch die lange Lebenszeit. Durchschnittlich vier Jahre alt wird ein Wagyu Rind bis sich die begehrte Maserung und damit der Geschmack voll entwickelt hat.“