Öko-Modell-Regionen

Stefan Scholz – Mobile Käserei

Waginger See Kas der Öko-Modellregion

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Die Ökomodellregion hat ihren eigenen Biokäse – den „Waginger See Kas“. Das ist vor allem Stefan Scholz zu verdanken, der das Sortiment des Waginger See Kas v.a. aus kleinen Ziegenhofkäsereien um Kuhmilchkäse von derzeit acht bis neun Biolandwirten ergänzt. Im Lohndienst fährt er seit 10 Jahren mit seinem Käsereimobil „mobile Käserei Chiemgau“ durch den Rupertiwinkel und verkäst die frische Milch der Bauern direkt auf ihrem Hof. Entstanden ist die Idee, als Renate Künast mit dem Projekt „Region aktiv“ die regionale Lebensmittelversorgung ankurbeln wollte. Am Ende passte zwar kein Förderprogramm, Stefan wagte dennoch den Schritt in die Selbständigkeit. Eine Machbarkeitsstudie, deren Kern eine Umfrage bei Bauern war, stimmte den Naturlandberater zuversichtlich. Er hat es nie bereut.

 

Die Anfänge des Käsens waren lehrreich: Circa 2 Jahre dauerte es, bis der selbstkritische Käser mit seinem Endprodukt zufrieden war. Ein weiterer Qualitätssprung gelingt, als vor 3 Jahren der eigens gebaute Reiferaum aus Naturziegeln im heimischen Sondermoning in Betrieb geht. Die Qualität ist nun auch bei der Reifung für ihn verlässlicher geworden– Stefan käst Schnittkäse aus Rohmilch, pur, mit Bockshornklee oder einer Sonnentor-Glückskräutermischung; vorwiegend aus Kuhmilch, im Einzelfall („MähMuh“) ist aber auch Schafs- oder Ziegenmilch aus der Ökomodellregion dabei. Die Käse reifen zwischen 4 Wochen und 3 Monaten. Der Geschmack ist würzig und die Konsistenz wunderbar cremig. Ein Käse mit Charakter, der sich sehen lassen kann. „Das war auch die Voraussetzung für mich, dass aus der Rohmilch ein wohlschmeckender Käse entsteht, der dem Vergleich mit der Käsetheke locker standhält.“ Das ist ihm gelungen und das Käsemobil seit Bestehen gut ausgelastet. Eine größere Differenzierung gibt es inzwischen auch bei der Biomilch als Ausgangsprodukt – so entstehen unterschiedliche Sorten je nach Jahreszeit aus Weidemilch oder Milch aus Winterfütterung.

 

In der Region lassen 8-9 Biolandwirte kleine Mengen zum regionalen Biokas verarbeiten, die meisten, um ihre Gäste zu versorgen. Dann landet der Käse bei den Urlaubern am Frühstückstisch und nicht selten im Rückreisegepäck. Denn es ist nicht nur das Käsen, sondern auch der Verkauf, der vom Landwirt sonst organisiert werden müsste. „Viele Bauern lassen nur kleine Mengen produzieren. Das erhöht deren Einkommen meist nicht. Es macht aber Freude, den Käse der hofeigenen Milch daheim zu haben“, so Stephan Scholz.

 

In Zusammenarbeit mit der Ökomodellregion ist das Netzwerk an beteiligten Landwirten, Dorf- und Bioläden, die den Waginger See Kas anbieten, inzwischen langsam, aber stetig gewachsen. Martina Scholz, die Frau von Stephan, übernimmt alle drei Wochen die Vertriebstour zu den beteiligten Läden. Gemeinsam mit den bestehenden Biohofkäsereien von Monika Obermeier aus Fridolfing und Maria Frisch aus Wonneberg ist kürzlich ein wichtiger Schritt nach vorn gelungen: Der Tourismusverband Waginger See wird die Bewerbung und den Vertrieb des gemeinsamen „Waginger See Kas“ künftig unterstützen. Unter diesem Namensdach sind alle handwerklich hergestellten Biokäsesorten aus der Ökomodellregion künftig auf freiwilliger Basis vereint.

 

Wer alles mitmacht beim Waginger See Kas, auf dem Bild von links nach rechts:

Der Betrieb von Franz Gröll in Waging-Otting (Biokreis) lässt seine Kuhmilch von Maria Frisch in Wonneberg verkäsen, die mit dem daraus hergestellten Bioweichkäse in köstlichen Variationen das Sortiment des Waginger See Kas ergänzt. Weitere teilnehmende Betriebe aus Waging sind der Betrieb von Sepp Kröger aus Otting und der Betrieb von Michael Weiß (er liefert einmal im Jahr Schafsmilch für den Mäh-Muh der mobilen Käserei) (nicht auf dem Bild).

 

Hans Praxenthaler aus Fridolfing (2. von links) ist überzeugter Bioweidemilchbetrieb (Naturland) und arbeitet eng mit der mobilen Käserei zusammen. Aus Fridolfing mit dabei ist auch der Weidebetrieb von Sepp Berger aus Stießberg (nicht auf dem Bild).

 

Mittig: Käser Stephan Scholz, der gleichzeitig Bioberater im Anbauverband Naturland ist.

 

Das Ehepaar Jakob und Anneliese Kecht aus Waging-Tettenhausen (rechts im Bild, Naturlandbetrieb) ist ein sehr aktiver Ferienbetrieb und verbraucht viel Käse für die eigenen Gäste.

 

Weitere aktive Betriebe sind die Familien Hagenauer und Streitwieser aus Saaldorf-Surheim und Sebastian Lackner aus Tittmoning.

 

Am Waginger See Kas sind außer der mobilen Käserei Chiemgau von Stephan Scholz auch zwei sehr gute Bioziegenmilchkäsereien beteiligt: die Hofkäserei von Monika Obermeier aus Fridolfing und die Hofkäserei von Maria Frisch aus Wonneberg.