Öko-Modell-Regionen

Thomas Wolz

Einfach mal biologisch drauflos backen

Foto: Daniel Delang

Thomas Wolz bäckt in Wasserlosen, einer 3000 Einwohner Gemeinde. Er hat die Bäckerei vom Vater Anton übernommen. „Wenn die Bürger von hier bei mir einkaufen, dann reicht das zum Leben.“, so seine Unternehmensphilosophie. Gesund hört sich das an. Ohne großartige Wachstums- und teure Expansionspläne. Gute Arbeit machen und davon leben können. Das muss doch gehen. Es geht vor allem, wenn der Verbraucher den Zusammenhang zwischen seinem Einkauf und Herrn Wolz‘s Bestehen klar ist und er sich loyal verhält. Der Einkaufsbon ist der Wahlzettel unserer heutigen Zeit, wie es zahlreiche Trendforscher treffend formulieren. Denn: „Zu erwarten, dass man bei den Discountern billige Aufbackware kauft und der Bäcker von nebenan überleben kann, ist naiv.“

 

Glücklicherweise gibt es ausreichend Kunden in Wasserlosen, die das genauso sehen und bei Herrn Wolz einkaufen. Durch die Schließung mehrerer Edeka-Läden entstanden drei kleine Filialen, die in umliegenden Gemeinden betrieben werden. Die Bedeutung des Regionalen zu stärken, das hat sich die Ökomodellregion Oberes Werntal vorgenommen und daher ist Thomas Wolz dort auch besonders engagiert. Denn, die Zeit die es bräuchte, beim Kunden Aufklärung zu betreiben, die verbringt er in der Backstube. Das kann er nicht zusätzlich leisten. Obwohl man ihm anmerkt, dass er das gern würde.

 

Kleine regionale Kreisläufe, ehrliches Handwerk und persönliche Beziehungen sind sein Rezept, aber wir kommt es zum Biosortiment? „Als bekannt wurde, dass die Nitratbelastung unseres Grundwassers durch den konventionellen Landbau stark steigt, wollte ich das nicht weiter mit verursachen. Also habe ich kurzerhand beim Biobauern all mein Getreide gekauft. An die Anpassung der Preise habe ich da gar nicht gedacht. Das war mir in dem Moment nicht wichtig“, schmunzelt er. Lange konnte das nicht gut gehen. So gibt es mittlerweile – mit dem „richtigen“ Preis – zwei Produktlinien, eine regional-konventionelle und eine biologische. Eingekauft wird bei Bauern aus der Region, Bio-Weizen und Bio-Roggen werden auf Greßthaler Flur vom Landwirt Martin Münch angebaut. Der Dinkel und die Sonnenblumenkerne kommt vom Schlossgut Obbach. Vermahlen wird in der Schlossmühle in Untereuerheim.