Öko-Modell-Regionen

Projekte / Biofleisch

„Echter Zugewinn für Direktvermarkter“
Am städtischen Schlachthof in Laufen ist künftig eine zertifizierte Biozerlegung möglich

 

Laufen – Der Städtische Schlachthof Laufen wurde biozertifiziert – ein Meilenstein für die heimischen Erzeuger von Biofleisch. Nach Überreichung der Betriebsgenehmigung des Umwelt- und Verbraucherschutz-Ministeriums durch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in Teisendorf steht dem Bio-Zerlegebetrieb in Laufen nichts mehr im Wege.

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„Beeindruckend ist die Schnelligkeit, mit der Sie dieses Vorhaben umgesetzt haben“, sagte die Ministerin bei der Präsentation des Ökomodellregions-Projekts im Hotel Gut Edermann. Schließlich sei Laufen erst Anfang 2017 als zehnte Gemeinde der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel beigetreten. Kaniber nannte den biozertifizierten Zerlegebetrieb einen „echten Zugewinn für die direktvermarktenden Landwirte“. Eng kooperierten die Stadt, das Schlachthofteam, die Erzeugergemeinschaft (EG) Schlachtvieh Traunstein und die Modellregion bei der Vorbereitung. Die EG unter Vorsitz von Hans Grabner wirkte aktiv am Prozess mit und investierte mit in die notwendigen Maßnahmen. Ökomodellregions-Projektleiterin Marlene Berger-Stöckl hob auch die Unterstützung durch den früheren EG-Geschäftsführer Bernhard Reiter hervor.
Neben den fünf in Laufen beteiligten Metzgern, die den Schlachthof bereits nutzen, kann damit auch die Erzeugergemeinschaft Tiere in überschaubarer Stückzahl biozertifiziert schlachten und zerlegen, genau wie jeder Landwirt aus der Region, der in eine direkte Vermarktung von Biorindfleisch einsteigen möchte. „Aufgabe der Ökomodellregion war und ist es, die beteiligten Partner zusammen zu bringen“, erläuterte Berger-Stöckl gegenüber der Heimatzeitung.
Zur Sicherung der Zukunft ihres Schlachthofs habe die Stadt 2009 bereits 190.000 Euro investiert, erklärte Laufens Bürgermeister Hans Feil. „Ziel war, diesen mit der Biozertifizierung breiter aufzustellen.“ Mit der EG habe man einen „super Partner gefunden“. Warum dieser Zusammenschluss von über 4000 Landwirten nach dem Kauf des Schlachthofs Traunstein in das Laufener Projekt investierte, erklärte Grabner mit der verstärkten Nachfrage der Verbraucher nach Biofleisch. Das Schlachthof-Team sei ein unkomplizierter Partner gewesen. Laut Schlachthofleiter Thomas Streitwieser wurde der Umbau kostengünstig mit eigenem Personal bewerkstelligt.
Auch die Biometzger freuen sich über die neuen Chancen, wie Otto Wittschek aus Niederheining. „Ich und mein Sohn sind beide Biometzger“, erzählte er stolz. Daneben hat er einen konventionellen landwirtschaftlichen Betrieb. Er schlachtet für bäuerliche Direktvermarkter wie Familie Beer in Weng bei Ainring und Familie Lecker in Niederheining.
Damit schließt sich der Kreis zur biozertifizierten Gastronomie. Biofleisch kann über beteiligte Metzger oder die EG Schlachtvieh künftig direkt aus der Region bezogen werden. Berger-Stöckls Fazit: „Aufgabe ist es jetzt, den Absatz so anzukurbeln und zu stärken, dass diese Möglichkeit, soweit es die Kapazität des kleinen Schlachthofs erlaubt, intensiv genutzt wird.“ Solche Kooperationen seien „gelebter Umwelt- und Heimatschutz“, befand der Traunsteiner Landrat Sigi Walch (CSU). Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl lobte die Förderung von früher selbstverständlichen Einrichtungen wie kleine, dezentrale Schlachthöfe.

 

Artikel von Veronika Mergenthal aus der Südostbayerischen Rundschau.

 

Erleichtert über die Betriebsgenehmigung: Laufens Bürgermeister Hans Feil (ganz li.), hier mit (v.li.) Biometzger Otto Wittschek, Schlachthofmeister Anderl Schmid, Ministerin Michaela Kaniber, Schlachthofleiter Thomas Streitwieser, Biometzger Christian Sichert, Rathaus-Geschäftsleiter Christian Reiter und Hans Grabner von der EG Schlachtvieh Traunstein Bild: Veronika Mergenthal


 

Biorindfleisch aus der Region – Informationsabend der Ökomodellregion vor vollem Haus

Ein buntes Programm hatte die Ökomodellregion rund um die Themen der Biofleischerzeugung zusammengestellt. Nach der Begrüßung durch den Pettinger Bürgermeister Karl Lanzinger erläuterte die Leiterin der Ökolandbauschule Weilheim Birgit Graßl den Zuhörern die Grundlagen des Ökolandbaus und die Unterschiede zwischen Verbands- und EU-Bio.

 

Den ganzen Bericht sowie entsprechende Artikel können Sie hier herunterladen:

14.03.2016: Vermarkter sehen gute Chancen, aus: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, Manfred Peter (PDF)

07.03.2016: Tierhaltung und Ackerbau hinter Gittern, aus: Südostbayerische Rundschau, Hannes Höfer (PDF)

10.02.2016: Wenn´s um die Kuh geht, aus: Südostbayerische Rundschau, Hannes Höfer (PDF)

3.02.2016: Infoabend Biorindfleisch in der Region (PDF)

 


 

Weiderinder in Bioqualität sind von allen Verarbeitern gesucht. Heimische Metzger verarbeiten in bewährter handwerklicher Weise das regionale Fleisch, v.a. Rindfleisch. Gerne möchte die Öko-Modellregion aber auch noch weitere Biometzger für die Zusammenarbeit gewinnen. Die Haltung von Mastochsen oder –färsen ist neben der Mutterkuh- und der Pensionsviehhaltung eine interessante Alternative für Betriebe, die aus den verschiedensten Gründen die Milchviehhaltung aufgeben. Anstatt „tabula rasa“ zu machen, alle Flächen zu verpachten und den Stall leerzuräumen, kann oft mit vertretbarem Aufwand der Stall umgebaut werden und bestehende Viehbestände eine andere Nutzung erfahren. Für den einen oder anderen Betriebsleiter kann sich so eine Möglichkeit ergeben, seinen Betrieb weiter zu bewirtschaften, wenn er die zeit-, arbeits- und kostenintensive Milchviehhaltung aufgeben will.

 

Rupertirind
Biofleisch aus der Region wird von Firmen wie Chiemgauer Naturfleisch in Trostberg oder der Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh in Traunstein verarbeitet. Deren Geschäftsführer, Bernhard Reiter, leitet gemeinsam mit Metzger Gottfried Heilmaier die Arbeitsgruppe Biofleisch. Die Metzgerei Heilmaier in Waging beliefert Restaurants und Gastronomie mit der Spezialität Pinzgauer Fleisch, ob konventionell oder bio, und hat außerdem eine schmackhafte bayerische Schmankerllinie im Glas entwickelt, die auch im Supermarkt unter dem Label „Rupertirind“ angeboten wird. Größere Mengen Pinzgauer Biofleisch wie z.B. für Vereinsfeste können auf Nachfrage auch von Verbrauchern direkt bestellt werden.

 

Den gesamten Artikel können Sie hier herunterladen:

Biofleisch und Weiderind (PDF)

 


 

Vereinsgrillen

Die Öko-Modellregion hat sich an alle Vereine der Region gewandt, mit dem Vorschlag, beim nächsten Vereinsfest auch ein regionales Biomenü einzuplanen.

 


 

Presse

19.08.2015: Vereine können auch Bio und regional einkaufen (PDF)
30.04.2015: Vereinsgrillen – Ramona Oswald, Quelle: Südostbayerische Rundschau (PDF)

 

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