Öko-Modell-Regionen

Projekte / Ernährungsbildung

Bioprodukte aus der Ökomodellregion unter einem Label vereint

Die Spezialisierung und zunehmende Arbeitsbelastung in der Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass die meisten Landwirte ihre Erzeugnisse nicht mehr direkt in der Umgebung vermarkten oder ans örtliche Lebensmittelhandwerk geben, sondern die Vermarktung ihrer Produkte größeren Abnehmern überlassen, die am Markt Profis sind, und sich nicht mehr selbst damit befassen. Was arbeitstechnisch viele Vorteile bringt, hat aber den großen Nachteil, dass die Landwirtsfamilie und die Verbraucher dadurch immer weniger in Kontakt kommen und der Bürger in der Anonymität beim Einkaufen dazu übergeht, Produkte nach dem Preis, der ansprechenden Verpackung und sonstigen Kriterien zu kaufen, nicht aber unbedingt nach der Herkunft. Erst in letzter Zeit und nach etlichen Lebensmittelskandalen entdecken immer mehr Bürger Regionalität als Kriterium beim Einkauf wieder, tun sich aber gar nicht so leicht, diese Produkte vor Ort außerhalb des Bäcker- und Metzgerangebots auch zu bekommen.

 

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In der Ökomodellregion gibt es noch eine Reihe von Landwirten, die ihre Produkte trotz der Arbeitsbelastung direkt vermarkten. Eine Liste zu Direktvermarktern kann am Landwirtschaftsamt in Traunstein (AELF) oder bei der Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land abgerufen werden, es gibt auch Regionalportale, die die Ökomodellregion auf Anfrage gern zuschickt. Eine Liste mit Biodirektvermarktern aus der Region steht unter oekomodellregionen.bayern/ Region Waginger See/ Infomaterial im Netz. Für einkaufswillige Bürger ist das nicht immer die optimale Lösung, denn um alles zu bekommen, müsste man oft eine Rundtour machen. Eine gemeinsame Vermarktung regionaler Produkte z.B. über einen Direktvermarkterladen oder über einen Zwischenhandel gibt es in Teilen, aber nicht überall.

 

Yvonne Liebl aus der Waging, sehr aktiv in der Arbeitsgruppe Ernährung der Ökomodellregion und selbstständige Gesundheitstrainerin für Ernährung, war sich der etwas mühsamen Logistik bewusst, seit sie regelmäßig Biofrisch- und -trockenprodukte für saisonale Kochkurse auf unterschiedlichen Höfen zusammensuchte – eine kurzweilige, aber zeitraubende Ausflugstour. Auf der Suche nach einer Lösung und durch den intensiver werdenden Kontakt zu den direkt vermarktenden Biolandwirten hatte sie die Idee, eine Biogenusskiste mit saisonalen Produkten aus der Ökomodellregion zu entwickeln. Die Kiste wird im September an den Start gehen und vereint je nach Jahreszeit versandfähige Produkte verschiedenster Biolandwirte aus der Region, von den selbst gemachten Nudeln über das frisch gepresste Lein- oder Sonnenblumenöl bis zu Delikatesslinsen, Urgetreide und vielem mehr. Das Besondere daran: Die Zusammensetzung der Kiste wechselt jahreszeitlich je nachdem, was auf den Höfen gerade zu haben ist. Weil für viele das Kochen mit heimischen Besonderheiten nicht mehr selbstverständlich ist, werden die passenden Rezepte dazu gleich mitentwickelt und mitverschickt – es sind leichte, frische und raffinierte Rezepte, die Yvonne Liebl selbst kreiert. Damit hat der Arbeitskreis Ernährung einen wichtigen Schritt geschafft, das Problem mit der Logistik von Produkten kleinerer Biohöfe zu entschärfen. Die Ökomodellregion hat die Initiatorin zum Start der Kiste interviewt.

 

Ökomodellregion: Frau Liebl, was ist Ihre Absicht mit der Genusskiste?
Fr. Liebl: Durch die Kochkurse in der Ökomodellregion („BioRegional Menüs Querbeet“), die wir letzten Sommer ins Leben gerufen haben, begann mein Kontakt zu den Produzenten bzw. Landwirten intensiver zu werden. Ich besuchte meine Lieferanten, die die Zutaten für die Menüs stellten, und erfuhr mehr über ihre Arbeit, ihre Liebe zur Heimat, Bodenpflege, Natur und den Kontakt zu den Tieren. Das hat mich begeistert. Ich wollte außerhalb der Kochevents stärker auf die Produkte, die am Waginger See und im Rupertiwinkel produziert werden, aufmerksam machen. Und so entstand die Idee der Biogenusskiste, um allen Biodirektvermarktern je nach Jahreszeit eine Teilhabe zu ermöglichen, und um mehr Leuten die Produkte zugänglich zu machen.

 

 

ÖMR: War es schwierig, die Landwirte von Ihrer neuen Idee zu überzeugen?
Fr. Liebl (lacht): Ja, teilweise schon. Aber als die Landwirte gesehen haben, wie das ablaufen soll, haben am Ende alle, die ich gefragt habe, gern zugestimmt. Über die Vielfalt am Waginger See, die unsere Landwirte liefern, bin ich immer wieder erstaunt.

 

ÖMR: Wo gibt es denn künftig Ihre Kiste?
Fr. Liebl: Die Kiste wird über die Homepage bestellt und in der Regel per Post versandt, als Einzelbestellung oder als jahreszeitliches Abo. Natürlich können alle Einheimischen die Kiste auch gern selbst abholen. Diese Option ist auf der Internetseite zu wählen.

 

ÖMR: Welche Produkte kommen da hinein?
Fr. Liebl: Die Produkte stammen aus der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel und sind in bester Bio Qualität. Viel Mühe gebe ich mir mit der Entwicklung der Rezepte, die gleich mitgeliefert werden. Wir haben z.B. glutenfreie Schätze wie Hirse oder Buchweizen und hochwertige Eiweißlieferanten wie heimische Beluga-Linsen hier am See, das Kochen damit ist ganz unkompliziert und vor allem abwechslungsreich, muss aber von manchen erst wiederentdeckt werden. Es sind aber auch viele bekannte Produkte dabei. Am wichtigsten ist, dass die Rezepte leicht sind und sehr gut schmecken!

 

ÖMR: Ist es denn umweltfreundlich, Lebensmittel per Versand zu verschicken?
Fr. Liebl: Wenn das Essen jeden Tag per Post käme, wäre das sicher nicht mehr umweltfreundlich. Mir ist es besonders wichtig, dass wir wieder lernen, mit der Jahreszeit zu gehen. Deswegen kommt die Kiste auch nur viermal im Jahr, passend zu jeder Jahreszeit. Rezepte und Produkte wechseln sich ab. Das kann man glaub ich vertreten, noch dazu, wenn damit etliche Autofahrten eingespart werden. Vom Verpackungsmaterial bis zu den Rezeptkarten, ich achte auf möglichst umweltfreundliche Materialien – ganz im Sinne der Ökomodellregion.

 

ÖMR: Dann freuen wir uns gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Ernährung auf die neue Biogenusskiste.

 

Mehr Infos dazu gibt es im Büro der Ökomodellregion im Waginger Rathaus, bei der Sprecherin der Arbeitsgruppe Ernährung, Bärbel Forster, oder unter www.esspedition-liebl.de .

 

Den Artikel können Sie auch hier herunterladen:

08.08.2017: Bioprodukte aus der Ökomodellregion unter einem Label vereint (PDF)

 

Yvonne Liebl - Esspedition

 


 

40 Interessenten beim Infoabend zum Thema Biozertifizierung für Gastronomie

„Bio“ ist im Kommen. Das sagte Referent Günther Erhardt bei einer Infoveranstaltung zum Thema „Bio(teil)zertifizierung für Gastronomie und Küche“, und das bewies der gute Besuch des Nachmittags. An die 40 Interessierte waren dazu am Donnerstag in die Tourist-Info in Waging gekommen – Gastronomen, die hier besonders angesprochen waren, aber auch viele Produzenten aus der Region, die ihre biologischen Erzeugnisse direkt vermarkten.

 

Den ganzen Artikel können Sie hier herunterlanden:

30.01.2017: Bio liegt voll im Trend, aus: Südostbayerische Rundschau, Hans Eder (PDF)

 


 

Chiemgaukorn und Flaschlbrot ausgezeichnet

Gold für  Julia Reimann und Stefan Schmutz vom Bio-Hof „Chiemgaukorn“ in Weiding bei Trostberg und Bronze für das Flaschlbrot von Jessica Linner aus Tettenhausen in Kooperation mit der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel. Diese zwei Projekte aus dem Landkreis Traunstein sind am Samstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin zusammen mit acht weiteren als „Bayerns beste Bio-Produkte 2017“ ausgezeichnet worden. Die Ökomodellregion ist zusammen mit der Partnerregion Isental auch an einem weiteren dritten Preis beteiligt: 40 Bauern aus den beiden Regionen liefern den Hafer für das mit Bronze ausgezeichnete Produkt „Granola“-Knuspermüsli der Barnhouse Naturprodukte GmbH in Mühldorf.

 

Den ganzen Artikel können Sie hier herunterladen:

24.01.2017: Chiemgaukorn und Flaschlbrot ausgezeichnet, aus: Südostbayerische Rundschau Hans Eder (PDF)

24.01.2017: Flaschlbrot ausgezeichnet, Traunsteiner Tagblatt, Hans Eder (PDF)

 


 

Kochevent BioRegional Querbeet – Ein kulinarisches Frühlingserwachen in 4-Gängen
Der Winter ist vorbei, draußen fängt es an zu grünen und zu blühen, das beschwingte Leben kehrt zurück. Mit dem Frühlings-Kochabend können Sie sich auch kulinarisch in diese neue Zeit einstimmen. Das erste junge Gemüse ist da! Kochen beginnt nicht erst am Herd, sondern schon bei der Auswahl der Lebensmittel. Kurze Wege beim Einkauf und in der Produktion. Bio und Regionalität haben ihren Preis, aber auch ihren Wert. Unsere Aufgabe ist es, diesen Wert zu entdecken, die Geschichte des Lebensmittels zu kennen und respektvoll zu behandeln. Das Ergebnis: Eine saisonale Küche mit der bewussten Auswahl regionaler Lebensmittel in Bezug auf die soziale Verantwortung und auch auf die eigene Gesundheit.
Es ist so einfach – kommt kochen.

 

Termine
Mittwoch, 15. März 2017, 19.00 Uhr
Preis: 37 € inkl. Lebensmittel, Rezepte
Schulküche: Grundschule Kirchanschöring, Rathausplatz 6

 

Donnerstag, 23. März 2017, 19.00 Uhr
Preis: 37 € inkl. Lebensmittel, Rezepte
Private Lehrküche: Langobardenstr. 21, 83329 Waging am See

 

Dienstag, 25. April 2017, 19.00 Uhr
Preis: 37 € inkl. Lebensmittel, Rezepte
Gasthaus Lederer: Laufener Str. 25, 83416 Saaldorf-Surheim

 

Mehr Infos unter  www.esspedition-liebl.de, Anmeldung unter LieblYvonne@gmx.de  oder unter Telefon 0171 455 3939. Der Preis für das gemeinsame Kochen und für das Vier-Gänge-Menü inkl. Lebensmitteln und Rezepten beträgt 37,-€ pro Person.

 

Informationen zu Esspedition finden Sie unter www.esspedition-liebl.de.

 


 

Biodirektvermarkter und Geschenkkörbe

In einer neuen Auflage können Sie hier die Handzettel zu Biodirektvermarktern und Geschenkkörben herunterladen:

Faltblatt Bio-Direktvermarkter und -Verarbeiter (PDF)

Faltblatt Geschenkkörbe (PDF)

 


 

AG Ernährungsbildung

Die Arbeitsgruppe Ernährungsbildung mit ihrer Sprecherin Bärbel Forster krempelt regelmäßig die Ärmel hoch und stellt die Öko-Modellregion mit einem Infostand in der Öffentlichkeit vor, so z.B. auf Bauern-märkten in Fridolfing und Waging, auf der Gewerbeschau in Kirchanschöring oder beim landkreisweiten Regionaltag in Traunstein. Dabei geht es abwechslungsreich und teilweise saisonal zu: Im Herbst waren frisch gepresste Bio-Ölspezialitäten wie Leinöl, Hanföl und Sonnenblumenöl von Landwirten aus der Modellregion zu verkosten, im Frühjahr das frisch gebackene Ökomodell-Krustenbrot oder eine Bio-Leberkäsesemmel.

 

Die Arbeitsgruppe klärt über Ökolandbau und die Bedeutung regionaler Kreisläufe auf, und dabei heißt es: „Liebe geht durch den Magen“ und „selbst ist der Mann/ selbst ist die Frau“, wie beim Workshop zum Thema „Bio kann jeder!“ in der Fridolfinger Schulküche im Dezember 2015. Ein erster Erfolg der Arbeitsgruppe ist die Zusammenarbeit mit der Salzachklinik in Fridolfing, die seit Ende 2015 einen Teil ihrer Waren (20 %) als Bioprodukte aus der Region bezieht, dank der Zusammenarbeit mit dem Koch Gilbert Bielen als Berater, der vom Fachzentrum Gemeinschaftsverpflegung am AELF Ebersberg vermittelt wurde.

 


 

“Bio kann jeder!”

Im Dezember informierten sich Lehrerinnen und Caterer aus der Ökomodellregion, aus Teisendorf und aus Nachbarsgemeinden in der Fridolfinger Schule zum Thema „Nachhaltigkeit in der Schulküche“.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

02.12.2015: “Bio kann jeder!” in der Schulküche Fridolfing (PDF)

 


 

Flaschlbrot

Der passionierte Bäcker Wolfgang Grösch hatte die Idee, ein Bio-Flaschlbrot für die Öko-Modellregion zu kreieren – mit einem eigenen Rezept aus regionalem Biomehl und weiteren Ökozutaten für die ersten Backversuche daheim. Jessica Linner aus Waging hat diese Idee aufgegriffen und den Schritt in Herstellung und Vertrieb gewagt. Dabei werden feine Bio-Zutaten aus regionalem Mehl, Körnern und Germ (Hefe) nacheinander in eine Flasche gefüllt, die sich wegen der farblich unterschiedlichen Schichten auch als Geschenk oder Mitbringsel sehr gut eignet. Bei Bedarf wird die natürliche „Backmischung“ in eine Schüssel geleert, mit Bier oder Wasser verrührt und nach der notwendigen Ruhezeit in den Ofen geschoben.

 

Die Bio-Zutaten soweit möglich direkt aus der Region zu beziehen und sich dem jeweiligen Angebot anzupassen, das ist ein Grundsatz der Jungunternehmerin Jessica Linner. Das Mehl, die Hauptzutat, stammt von Landwirt Simon Angerpointner aus Taching am See, der eine alte regionale Getreidesorte, den Laufener Landweizen, anbaut. Gemahlen wird das Mehl in der Mühle St. Johann in Siegsdorf, abge-füllt in liebevoller Handarbeit; alles in kontrollierter Bio-Qualität. Der Vertrieb läuft über die Dorf- und Bioläden der Region. Neben den Kommunen und Firmen, die das Flaschlbrot gern als kleines Geschenk mit ihrem Logo versehen, werden auch immer mehr Gäste auf das pfiffige Mitbringsel aus dem Rupertiwinkel aufmerksam.

 

Wer das Flaschenbrot erwerben möchte, kann in seinem Dorfladen nachfragen oder sich direkt mit Jessica Linner in Verbindung setzen, unter www.flaschlbrot.de

 


 

Bio-Coaching

Nach der erfolgreichen Teilnahme am Bio-Coaching im Rahmen von BioRegio 2020 wird die Salzachklink in Fridolfing zukünftig 20% ihres Klinik-Budgets für Lebensmittel für Bio-Produkte ausgeben.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

04.12.2015: Projekt BioRegio trägt erste Früchte, aus: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, Manfred Peter (PDF)

04.11.2015: Salzachklinik kocht auch bio, aus: Südostbayerische Rundschau (PDF)

26.10.2015: Abschluss Biocoaching Salzachklinik, WebundWerbeWerk (PDF)

 


 

Presse

05.09.2016: Genuss mit gutem Gewissen, aus: Südostbayerische Rundschau, Gitti Sojer (PDF)

11.08.2016: Bewusst einkaufen und genießen (PDF)

02.2016: BioRegio in der Gemeinschaftsverpflegung, aus: Schule und Beratung, Irmgard Reischl (PDF)

22.08.2015: Flaschlbrot – Südostbayerische Rundschau, Manfred Peter (PDF)

19.08.2015: Vereine können auch Bio und regional einkaufen (PDF)

03.08.2015: Feldbesichtigung Bio-Gemüse – Manfred Peter (PDF)

01.06.2015: Flaschlbrot (PDF)

16.05.2015: Glaslbrot (PDF)

27.10.2014: Kochevent (PDF)

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