Öko-Modell-Regionen

Projekte / Ernährungsbildung

 Schmackhafte Gemüsesuppe aus 20 Sorten
Ein Dutzend Kinder im Waginger Ferienprogramm bei der Gärtnerei in Tettenberg zu Besuch

Otting / Waging am See. Dass es in der Nähe von Otting eine Gärtnerei mit über 50 Gemüsesorten gibt – das hat ein Dutzend Kinder im Rahmen des Waginger Ferienprogramms ebenso gelernt wie die Zubereitung einer schmackhaften Gemüsesuppe. Mit Begeisterung und erstaunlichem Durchhaltevermögen waren die jungen „Gärtner“ bei der Sache, als es darum ging, auf der 1,5 Hektar großen Fläche bei Tettenbergg an die 20 Sorten Gemüse zu finden und einzusammeln, die notwendig waren, um daraus die Suppe zuzubereiten.

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Dieser Tag in der Gärtnerei war ein Angebot der Ökomodellregion Waginger See/ Rupertiwinkel. Die Kinder hatten sich in Oberstefling getroffen und waren unter Leitung von Bärbel Forster vom Arbeitskreis Ernährung der Ökomodellregion durch ein kleines Waldstück zu dem Feld in Tettenberg hochgewandert. Dort wurden sie von der Biogärtnerin Kristine Rühl begrüßt und danach in drei Gruppen aufgeteilt. Unter Führung von ortskundigen Mitarbeitern wurde dann zur „Expedition“ durch den vielfältigen Gemüsegarten aufgebrochen. Es war gar nicht so einfach, all die Früchte zu finden, die für die Suppe notwendig waren.
Mit einem Lageplan und einer Rezeptliste ausgestattet, hatten die Kinder nach rund eineinhalb Stunden Wanderns, Suchens und Pflückens dann alles beisammen, was für die Suppe und für die Nachspeise notwendig war – unter anderem Kartoffeln, Karotten, Sellerie, Lauch, Kohlrabi, Fenchel, Zucchini, Gurken, Broccoli, Rote Bete, Mangold, Paprika, Auberginen, Tomaten, Wassermelonen und Physalis sowie einige Kräuter.
Ein besonderes Abenteuer war das Ausstechen der Kartoffeln: Nach dem mühsamen Graben in der feuchten, schweren Erde lagen dann plötzlich zahlreiche dicke Kartoffeln zum Aufheben bereit. Nach dem Ernten kam der zweite Akt: Alles musste gewaschen und dann kleingeschnippelt werden, ehe die ganzen Zutaten über offenem Feuer in zwei an einem Dreibein aufgehängten Töpfen gekocht wurden.
Und dann kam die Belohnung der ganzen Mühe. Die Suppe war fertig gekocht – und ganz ohne weitere Würze, vom Salz mal abgesehen, schmeckte sie allen wunderbar. Fast jeder der kleinen Teilnehmer nahm sich noch einen Nachschlag. Und zur Nachspeise gabs dann die Melonen und die leckeren Physalis-Früchte.
Zwischendurch ließ Gruppenleiterin Bärbel Forster die Kinder per Blindverkostung einige Gemüsesorten erraten. Die drei eingeplanten Stunden vergingen wie im Flug. Die Kinder dankten Kristine Rühl und ihren Mitarbeitern mit einem kräftigen Applaus, Bärbel Forster lobte sie für ihren Fleiß.
Am Schluss wies die Gärtnerei-Chefin noch darauf hin, dass ihre Anbaufläche am kommenden Samstag auch Ziel einer Biogenussradltour von Waging nach Otting sein werde, an der jeder Interessierte gern teilnehmen könne.
Außerdem ist die Gärtnerei am Baumburger Biomarkt mit einem Stand vertreten, ebenfalls am Samstag, 15. September.
Artikel vom 12.09.2018 SOR Hans Eder

 

An die 20 Gemüsesorten mussten auf dem Feld bei Tettenberg von den Kindern geerntet werden, ehe alle Zutaten für eine kräftige Gemüsesuppe beisammen waren. 4. von links Organisatorin Bärbel Forster, Arbeitsgruppe Ernährungsbildung.  Foto: Eder     Die großen Kohlrabi waren für die Kinder leicht zu identifizieren. Foto: Eder     Alle Kinder waren eifrigst bei der Sache, als es galt, das Gemüse klein zu schnippeln. Anschließend wurde an dieser rustikalen Strohtafel mit großem Appetit gegessen. Foto: Eder

 


 

„Bio kann jeder“-Workshop für Gemeinschaftsküchen in Laufen
In Laufen fand ein „Bio kann jeder“-Workshop für Teilnehmer aus Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Köche statt, kurz: für alle Köche oder Küchenleiter, die in öffentlichen Einrichtungen eine größere Zahl an Kindern oder erwachsenen Tischgästen mit Essen versorgen. Die bundesweite Kampagne, im Rahmen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, wird bayernweit vom Ernährungsinstitut KinderLeicht in München unter der Leitung von Agnes Streber durchgeführt, die u.a. mit der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel und der Biosphärenregion Berchtesgadener Land zusammenarbeitet.

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Dabei geht es um das Thema Bio-Lebensmittel und wie diese in die Verpflegung von Kindern integriert werden können. Der Workshop soll ErzieherInnen, KöchInnen, Caterern und allen Interessierten die Wichtigkeit von ökologischem Landbau aufzeigen und dazu anregen, in den eigenen Einrichtungen Bio-Lebensmittel zu integrieren.
Der erste Teil der Veranstaltung fand im Rottmayr-Saal im Alten Rathaus in Laufen statt. Rosemarie Hainz, dritte Bürgermeisterin von Laufen, begrüßte die TeilnehmerInnen und erzählte, dass Laufen bereits auf einem guten Weg sei, mehr und mehr Wert auf das Thema Bio zu legen.

 

Hans Lecker vom gleichnamigen Biohof berichtete über die Geschichte und Philosophie seines Hofes. Mit Biogemüse aus der Region, Bio-Eiern aus Weidehaltung und mit Demeter-Milchprodukten vom Familienbetrieb wird bereits ein großer Kundenstamm per Abokiste mit regionalen Lebensmitteln versorgt. Umgesetzt wird von ihm auch das Schulfruchtprogramm für Schulen und Kindergärten, die mit Bioobst beliefert werden.
Anschaulich erläuterte Agnes Streber vom Ernährungsinstitut den TeilnehmerInnen die Grundlagen des ökologischen Landbaus und die verschiedenen Bio-Siegel. Maike Krebs-Fehrmann von der Biosphärenregion Berchtesgadener Land erzählte von ihren angebotenen Workshops zu regionaler Ernährung in Kindergärten und Schulen. Welche Vielfalt an Bioprodukten von kleinen Erzeugern aus der Ökomodellregion inzwischen ab Hof oder in Läden bezogen werden können, stellte Marlene Berger-Stöckl anhand von Erzeugerporträts vor.
Ein wichtiges Werkzeug für Gemeinschaftsküchen ist der „Bio-Speiseplanmanager“, ein Online-Werkzeug, das den TeilnehmerInnen die Integration von Bio-Lebensmitteln in ihrem Speiseplan sehr vereinfachen kann und kostenfrei verfügbar ist, wie Agnes Streber erklärte. Bei der Besichtigung des Biohofs Lecker in Laufen erhielten die Teilnehmer weitere Infos und einen interessanten Einblick hinter die Kulissen des Hofs während einer Betriebsführung. Großen Wert legt die Familie auf eine tierfreundliche Haltung, so auf die Aufzucht der „Bruderhähne“ von Legehennen, die nur sehr langsam ihr Schlachtgewicht erreichen, über einen Kooperationspartner. Die meisten Verbraucher seien bereit, mehr für ein Bioei zu bezahlen, wenn ihnen dieser Zusammenhang bewusst sei, erläuterte Hans Lecker.
Agnes Streber/Hans Eder SOR vom 30.06.2018

 

Die Legehennen werden im mobilen Stall mit Weideauslauf gehalten. Foto: Daniel Delang, ÖkomodellregionHans Lecker erläutert die Logistik hinter seiner Abokiste. Foto: Daniel Delang, Ökomodellregion

 


 

Premiere im Rupertiwinkel: Die ersten Gastronomen mit dem EU Bio-Zertifikat ausgezeichnet

 

Brigitte Sojer
Waging am See. Die starke Nachfrage der Haushalte an Bio-Produkten hat dazu geführt, dass mittlerweile über fünf Prozent der angebotenen Lebensmittel in Deutschland aus ökologischer Erzeugung stammen. Besonders junge Privathaushalte zeigen sich sehr „bioaffin“, aber auch immer mehr Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie kaufen regelmäßig ökologisch erzeugte Lebensmittel ein und bewerben ihr Bio-Angebot.

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Wer aber seine Lebensmittel nicht nur in Bio kauft, sondern als Bioprodukt auch bei seinen Gästen bewerben will, der muss überprüfen lassen, ob seine Produkte den Auflagen für die ökologische Erzeugung entsprechen, also z.B. das EU-Biosiegel tragen, und ob die eingekaufte Biomenge mit der verkauften Biomenge übereinstimmt. Für Betriebe, die Bio-Produkte nicht abgepackt, sondern offen einsetzen und die Bio-Herkunft auf der Speisekarte, auf einer Tafel im Speisesaal oder auf der Internetseite des Unternehmens bewerben, ist deshalb eine Teilnahme am Bio-Kontrollverfahren erforderlich.
Diesem zukunftsträchtigen Trend stellen sich mehrere Gastronomen aus der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel, die gemeinsam wohl eine der ersten Bio-Zertifizierungen im Rupertiwinkel erhalten haben: das Strandkurhaus Waging, das Hotel Eichenhof und das Hotel Gut Edermann in Teisendorf. Im Catering-Bereich wurde letztes Jahr das Landhaus Tanner und jüngst Yvonne Liebl von der „Esspedition“ aus Waging mit dem EU-Bio-Siegel ausgezeichnet. Auch das Hotel Rehlegg in der Ramsau, seit mehreren Jahren Vorreiter im Einkauf regionaler und nachhaltig erzeugter Waren, hat sich der Bioteilzertifizierung in diesem Kreis angeschlossen.

 

Martin Hoffmann, Geschäftsführer der Kontrollstelle ÖkoP – eine der 17 staatlich zugelassenen Öko-Kontrollstellen in Deutschland -, überreichte den Gastwirten nach einer ausführlichen Betriebsbesichtigung und Besprechung mit der Küchenleitung zu Bioeinkauf, Lagerung und Biospeisenangebot ihr Zertifikat. „Diese Auszeichnung zeigt Ihren Gästen, dass Sie auf beste Qualität mit regionaltypischer Küche und heimischen Produkten setzen“, lobte Hoffmann bei der Urkundenübergabe. Die Nutzer des EU-Bio-Siegels werden mindestens einmal jährlich kontrolliert und ca. jeder fünfte Besuch erfolgt unangemeldet. Hoffmann wies darauf hin, dass ein Gastwirt oder Händler so viele Bio-Produkte anbieten kann wie er möchte, solang sie abgepackt weiterverkauft werden. Erst wenn sie offen weiterverkauft werden und nur dann, wenn mit Bio beim Gast auch geworben wird, sei eine Kontrolle notwendig. Bio sei ein geschützter Begriff, bei dem der Gast einfach und schnell Klarheit darüber haben müsse, „wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin“. Wie bei jedem Qualitätssiegel im Lebensmittelbereich gebe es deshalb ein Kontrollsystem, das Transparenz und Vertrauen beim Kunden sicherstelle. Die Kontrollstelle versteht sich auch als fachkundiger Ansprechpartner für alle Fragen der Gastwirte rund um das Thema.

 

Bürgermeister Herbert Häusl begrüßte die Auszeichnung der Gastronomen mit dem Prädikat „biozertifiziert“. Die Ökomodellregion sei zu Beginn aus dem kommunalen Seenbündnis hervorgegangen, es sei deshalb ein wichtiges Ziel, die Biolandwirtschaft in der Region zu stärken und dadurch die Einträge von Phosphor in Gewässer langfristig zu verringern. Die Biozertifizierung der beteiligten Gastronomen sei ein wichtiges Signal für Landwirte, regionale Kreisläufe wiederzubeleben und die Nachfrage nach Biolebensmitteln zu stärken. Dies trage zu einem gesicherten Einkommen für die Landwirte und zu einer nachhaltigen Produktion bei. Strandkurhauschef Andreas Barmbichler, der den Anstoß zur gemeinsamen Zertifizierung gegeben hatte, verspricht sich durch das einheitliche Siegel eine bessere Vermarktungsinitiative: „Wir wollen Bioprodukte aus der Ökomodellregion einsetzen, denn regionale Produkte schaffen Identität und machen gleichzeitig die Region als touristisches Ziel noch interessanter. Viele Gäste sind inzwischen gut informiert und erkundigen sich auch nach dem Biosiegel. Unsere Biozertifizierung kann auch eine Chance für gemeinsame Aktionen wie Biogenusswochen sein“. Für Michael Stöberl vom Gut Edermann in Teisendorf ist die gemeinsame Zusammenarbeit der erste große Schritt für den Aufbau eines Netzwerkes: „Mit der Gemeinschaftsaktion wollen wir die Verwendung regional erzeugter Bio Produkte voranbringen. Von einer engen Zusammenarbeit zwischen Gastronomen und heimischen Erzeugern profitiert schließlich die gesamte Region und Bio ist inzwischen in gut geführten Hotels auch ein Qualitätsmerkmal“. Klaus Lebek, Inhaber des Eichenhofs, ist es unter anderem auch wichtig, dass das Wort „Bio“ auf der Speisekarte jetzt ausgelobt werden darf: „Das ist gut für die Gäste, weil es bedeutet, dass man sich bei Bio-Lebensmitteln darauf verlassen kann, dass wirklich Bio drin ist.“

 

Das EU-Bio-Label, mit einem Blatt aus weißen Sternen auf grünem Grund, ist seit 2010 das Standardsiegel für Bio-Produkte und genießt in Deutschland großes Vertrauen. Das eigentlich abgelöste „deutsche Bio-Siegel“ mit sechs Ecken wird aufgrund des hohen Bekanntheitsgrads von den Herstellern parallel verwendet. Das EU-Bio-Siegel hat zum Ziel, die biologische Landwirtschaft über klar definierte Regeln zu fördern. Ein Lebensmittel darf nur dann „bio“ oder „öko“ genannt werden, wenn es folgenden Kriterien entspricht: Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und leicht lösliche mineralische Düngemittel, höchstzulässige Anzahl von Tieren pro Hektar, artgerechte Haltungsformen, biologische Futtermittel und möglichst geschlossene Betriebskreisläufe, Verbot von Antibiotika zu anderen als medizinischen Zwecken, Verbot von Gentechnik. Auch in der Verarbeitung gibt es Regeln, so sind z.B. nur ca. 15% der sonst gebräuchlichen mehr als 300 Zusatzstoffe in der Verarbeitung von Biolebensmitteln grundsätzlich erlaubt. Viele Bioverarbeiter orientieren sich an möglichst handwerklichen Verarbeitungsgrundsätzen.

 

Marlene Berger-Stöckl von der Ökomodellregion sieht in der Zusammenarbeit führender Gastronomen einen wichtigen Schritt in Richtung einer Biogenussregion. Für deren Ausgestaltung hat die TI Waging mit Unterstützung des Tourismusverbands Berchtesgadener Land heuer in einem gemeinsamen Konzept Chancen aufgezeigt. In der Handhabung habe sich das Zertifizierungssystem für die Gastronomie inzwischen so weiterentwickelt, „dass für jeden Gastwirt, der gern Bio im Speiseangebot ausloben möchte, eine einfache Möglichkeit für die Umsetzung besteht“, so Berger-Stöckl. Diese Flexibilität ermögliche es beispielsweise, nur bestimmte Warengruppen in Bio einzukaufen, z.B. Trockenwaren oder Getränke, ein Frühstücksbuffet mit Biowaren und regionalen Waren einfach durch kleine Täfelchen zu kennzeichnen oder anstelle eines vollständigen Biogerichtes Gerichte mit Biobeilage einzubeziehen – so sei für jeden interessierten Gasthof etwas Passendes dabei, und die Kontrolle bleibe unkompliziert und kostengünstig. Sie freue sich darauf, dass viele Gäste auf dieses neue Angebot aufmerksam gemacht werden.

 

Brigitte Sojer, erschienen in der SOR vom 23.12.2017

 

Künftig als bio-zertifizierter Betrieb ausgezeichnet. von links: ÖkoP Geschäftsführer Martin Hoffmann, Strandkurhauschef Andreas Barmbichler, Direktor Michael Stöberl vom Gut Edermann, 1. Bürgermeister Herbert Häusl und Hotelchef Klaus Lebek vom Eichenhof Foto: Gitti Sojer


 

Bioprodukte aus der Ökomodellregion unter einem Label vereint

Die Spezialisierung und zunehmende Arbeitsbelastung in der Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass die meisten Landwirte ihre Erzeugnisse nicht mehr direkt in der Umgebung vermarkten oder ans örtliche Lebensmittelhandwerk geben, sondern die Vermarktung ihrer Produkte größeren Abnehmern überlassen, die am Markt Profis sind, und sich nicht mehr selbst damit befassen. Was arbeitstechnisch viele Vorteile bringt, hat aber den großen Nachteil, dass die Landwirtsfamilie und die Verbraucher dadurch immer weniger in Kontakt kommen und der Bürger in der Anonymität beim Einkaufen dazu übergeht, Produkte nach dem Preis, der ansprechenden Verpackung und sonstigen Kriterien zu kaufen, nicht aber unbedingt nach der Herkunft. Erst in letzter Zeit und nach etlichen Lebensmittelskandalen entdecken immer mehr Bürger Regionalität als Kriterium beim Einkauf wieder, tun sich aber gar nicht so leicht, diese Produkte vor Ort außerhalb des Bäcker- und Metzgerangebots auch zu bekommen.

 

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In der Ökomodellregion gibt es noch eine Reihe von Landwirten, die ihre Produkte trotz der Arbeitsbelastung direkt vermarkten. Eine Liste zu Direktvermarktern kann am Landwirtschaftsamt in Traunstein (AELF) oder bei der Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land abgerufen werden, es gibt auch Regionalportale, die die Ökomodellregion auf Anfrage gern zuschickt. Eine Liste mit Biodirektvermarktern aus der Region steht unter oekomodellregionen.bayern/ Region Waginger See/ Infomaterial im Netz. Für einkaufswillige Bürger ist das nicht immer die optimale Lösung, denn um alles zu bekommen, müsste man oft eine Rundtour machen. Eine gemeinsame Vermarktung regionaler Produkte z.B. über einen Direktvermarkterladen oder über einen Zwischenhandel gibt es in Teilen, aber nicht überall.

 

Yvonne Liebl aus der Waging, sehr aktiv in der Arbeitsgruppe Ernährung der Ökomodellregion und selbstständige Gesundheitstrainerin für Ernährung, war sich der etwas mühsamen Logistik bewusst, seit sie regelmäßig Biofrisch- und -trockenprodukte für saisonale Kochkurse auf unterschiedlichen Höfen zusammensuchte – eine kurzweilige, aber zeitraubende Ausflugstour. Auf der Suche nach einer Lösung und durch den intensiver werdenden Kontakt zu den direkt vermarktenden Biolandwirten hatte sie die Idee, eine Biogenusskiste mit saisonalen Produkten aus der Ökomodellregion zu entwickeln. Die Kiste wird im September an den Start gehen und vereint je nach Jahreszeit versandfähige Produkte verschiedenster Biolandwirte aus der Region, von den selbst gemachten Nudeln über das frisch gepresste Lein- oder Sonnenblumenöl bis zu Delikatesslinsen, Urgetreide und vielem mehr. Das Besondere daran: Die Zusammensetzung der Kiste wechselt jahreszeitlich je nachdem, was auf den Höfen gerade zu haben ist. Weil für viele das Kochen mit heimischen Besonderheiten nicht mehr selbstverständlich ist, werden die passenden Rezepte dazu gleich mitentwickelt und mitverschickt – es sind leichte, frische und raffinierte Rezepte, die Yvonne Liebl selbst kreiert. Damit hat der Arbeitskreis Ernährung einen wichtigen Schritt geschafft, das Problem mit der Logistik von Produkten kleinerer Biohöfe zu entschärfen. Die Ökomodellregion hat die Initiatorin zum Start der Kiste interviewt.

 

Ökomodellregion: Frau Liebl, was ist Ihre Absicht mit der Genusskiste?
Fr. Liebl: Durch die Kochkurse in der Ökomodellregion („BioRegional Menüs Querbeet“), die wir letzten Sommer ins Leben gerufen haben, begann mein Kontakt zu den Produzenten bzw. Landwirten intensiver zu werden. Ich besuchte meine Lieferanten, die die Zutaten für die Menüs stellten, und erfuhr mehr über ihre Arbeit, ihre Liebe zur Heimat, Bodenpflege, Natur und den Kontakt zu den Tieren. Das hat mich begeistert. Ich wollte außerhalb der Kochevents stärker auf die Produkte, die am Waginger See und im Rupertiwinkel produziert werden, aufmerksam machen. Und so entstand die Idee der Biogenusskiste, um allen Biodirektvermarktern je nach Jahreszeit eine Teilhabe zu ermöglichen, und um mehr Leuten die Produkte zugänglich zu machen.

 

 

ÖMR: War es schwierig, die Landwirte von Ihrer neuen Idee zu überzeugen?
Fr. Liebl (lacht): Ja, teilweise schon. Aber als die Landwirte gesehen haben, wie das ablaufen soll, haben am Ende alle, die ich gefragt habe, gern zugestimmt. Über die Vielfalt am Waginger See, die unsere Landwirte liefern, bin ich immer wieder erstaunt.

 

ÖMR: Wo gibt es denn künftig Ihre Kiste?
Fr. Liebl: Die Kiste wird über die Homepage bestellt und in der Regel per Post versandt, als Einzelbestellung oder als jahreszeitliches Abo. Natürlich können alle Einheimischen die Kiste auch gern selbst abholen. Diese Option ist auf der Internetseite zu wählen.

 

ÖMR: Welche Produkte kommen da hinein?
Fr. Liebl: Die Produkte stammen aus der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel und sind in bester Bio Qualität. Viel Mühe gebe ich mir mit der Entwicklung der Rezepte, die gleich mitgeliefert werden. Wir haben z.B. glutenfreie Schätze wie Hirse oder Buchweizen und hochwertige Eiweißlieferanten wie heimische Beluga-Linsen hier am See, das Kochen damit ist ganz unkompliziert und vor allem abwechslungsreich, muss aber von manchen erst wiederentdeckt werden. Es sind aber auch viele bekannte Produkte dabei. Am wichtigsten ist, dass die Rezepte leicht sind und sehr gut schmecken!

 

ÖMR: Ist es denn umweltfreundlich, Lebensmittel per Versand zu verschicken?
Fr. Liebl: Wenn das Essen jeden Tag per Post käme, wäre das sicher nicht mehr umweltfreundlich. Mir ist es besonders wichtig, dass wir wieder lernen, mit der Jahreszeit zu gehen. Deswegen kommt die Kiste auch nur viermal im Jahr, passend zu jeder Jahreszeit. Rezepte und Produkte wechseln sich ab. Das kann man glaub ich vertreten, noch dazu, wenn damit etliche Autofahrten eingespart werden. Vom Verpackungsmaterial bis zu den Rezeptkarten, ich achte auf möglichst umweltfreundliche Materialien – ganz im Sinne der Ökomodellregion.

 

ÖMR: Dann freuen wir uns gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Ernährung auf die neue Biogenusskiste.

 

Kurzfilm über die Bio-Genusskiste

https://youtu.be/YinIf1qEkts

 

Mehr Infos dazu gibt es im Büro der Ökomodellregion im Waginger Rathaus, bei der Sprecherin der Arbeitsgruppe Ernährung, Bärbel Forster, oder unter www.esspedition-liebl.de .

 

Den Artikel können Sie auch hier herunterladen:

08.08.2017: Bioprodukte aus der Ökomodellregion unter einem Label vereint (PDF)

 

Yvonne Liebl - Esspedition

 


 

40 Interessenten beim Infoabend zum Thema Biozertifizierung für Gastronomie

„Bio“ ist im Kommen. Das sagte Referent Günther Erhardt bei einer Infoveranstaltung zum Thema „Bio(teil)zertifizierung für Gastronomie und Küche“, und das bewies der gute Besuch des Nachmittags. An die 40 Interessierte waren dazu am Donnerstag in die Tourist-Info in Waging gekommen – Gastronomen, die hier besonders angesprochen waren, aber auch viele Produzenten aus der Region, die ihre biologischen Erzeugnisse direkt vermarkten.

 

Den ganzen Artikel können Sie hier herunterlanden:

30.01.2017: Bio liegt voll im Trend, aus: Südostbayerische Rundschau, Hans Eder (PDF)

 


 

Chiemgaukorn und Flaschlbrot ausgezeichnet

Gold für  Julia Reimann und Stefan Schmutz vom Bio-Hof „Chiemgaukorn“ in Weiding bei Trostberg und Bronze für das Flaschlbrot von Jessica Linner aus Tettenhausen in Kooperation mit der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel. Diese zwei Projekte aus dem Landkreis Traunstein sind am Samstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin zusammen mit acht weiteren als „Bayerns beste Bio-Produkte 2017“ ausgezeichnet worden. Die Ökomodellregion ist zusammen mit der Partnerregion Isental auch an einem weiteren dritten Preis beteiligt: 40 Bauern aus den beiden Regionen liefern den Hafer für das mit Bronze ausgezeichnete Produkt „Granola“-Knuspermüsli der Barnhouse Naturprodukte GmbH in Mühldorf.

 

Den ganzen Artikel können Sie hier herunterladen:

24.01.2017: Chiemgaukorn und Flaschlbrot ausgezeichnet, aus: Südostbayerische Rundschau Hans Eder (PDF)

24.01.2017: Flaschlbrot ausgezeichnet, Traunsteiner Tagblatt, Hans Eder (PDF)

 


 

Kochevent BioRegional Querbeet – Ein kulinarisches Frühlingserwachen in 4-Gängen
Der Winter ist vorbei, draußen fängt es an zu grünen und zu blühen, das beschwingte Leben kehrt zurück. Mit dem Frühlings-Kochabend können Sie sich auch kulinarisch in diese neue Zeit einstimmen. Das erste junge Gemüse ist da! Kochen beginnt nicht erst am Herd, sondern schon bei der Auswahl der Lebensmittel. Kurze Wege beim Einkauf und in der Produktion. Bio und Regionalität haben ihren Preis, aber auch ihren Wert. Unsere Aufgabe ist es, diesen Wert zu entdecken, die Geschichte des Lebensmittels zu kennen und respektvoll zu behandeln. Das Ergebnis: Eine saisonale Küche mit der bewussten Auswahl regionaler Lebensmittel in Bezug auf die soziale Verantwortung und auch auf die eigene Gesundheit.
Es ist so einfach – kommt kochen.

 

Termine
Mittwoch, 15. März 2017, 19.00 Uhr
Preis: 37 € inkl. Lebensmittel, Rezepte
Schulküche: Grundschule Kirchanschöring, Rathausplatz 6

 

Donnerstag, 23. März 2017, 19.00 Uhr
Preis: 37 € inkl. Lebensmittel, Rezepte
Private Lehrküche: Langobardenstr. 21, 83329 Waging am See

 

Dienstag, 25. April 2017, 19.00 Uhr
Preis: 37 € inkl. Lebensmittel, Rezepte
Gasthaus Lederer: Laufener Str. 25, 83416 Saaldorf-Surheim

 

Mehr Infos unter  www.esspedition-liebl.de, Anmeldung unter LieblYvonne@gmx.de  oder unter Telefon 0171 455 3939. Der Preis für das gemeinsame Kochen und für das Vier-Gänge-Menü inkl. Lebensmitteln und Rezepten beträgt 37,-€ pro Person.

 

Informationen zu Esspedition finden Sie unter www.esspedition-liebl.de.

 


 

Biodirektvermarkter und Geschenkkörbe

In einer neuen Auflage können Sie hier die Handzettel zu Biodirektvermarktern und Geschenkkörben herunterladen:

Faltblatt Bio-Direktvermarkter und -Verarbeiter (PDF)

Faltblatt Geschenkkörbe (PDF)

 


 

AG Ernährungsbildung

Die Arbeitsgruppe Ernährungsbildung mit ihrer Sprecherin Bärbel Forster krempelt regelmäßig die Ärmel hoch und stellt die Öko-Modellregion mit einem Infostand in der Öffentlichkeit vor, so z.B. auf Bauern-märkten in Fridolfing und Waging, auf der Gewerbeschau in Kirchanschöring oder beim landkreisweiten Regionaltag in Traunstein. Dabei geht es abwechslungsreich und teilweise saisonal zu: Im Herbst waren frisch gepresste Bio-Ölspezialitäten wie Leinöl, Hanföl und Sonnenblumenöl von Landwirten aus der Modellregion zu verkosten, im Frühjahr das frisch gebackene Ökomodell-Krustenbrot oder eine Bio-Leberkäsesemmel.

 

Die Arbeitsgruppe klärt über Ökolandbau und die Bedeutung regionaler Kreisläufe auf, und dabei heißt es: „Liebe geht durch den Magen“ und „selbst ist der Mann/ selbst ist die Frau“, wie beim Workshop zum Thema „Bio kann jeder!“ in der Fridolfinger Schulküche im Dezember 2015. Ein erster Erfolg der Arbeitsgruppe ist die Zusammenarbeit mit der Salzachklinik in Fridolfing, die seit Ende 2015 einen Teil ihrer Waren (20 %) als Bioprodukte aus der Region bezieht, dank der Zusammenarbeit mit dem Koch Gilbert Bielen als Berater, der vom Fachzentrum Gemeinschaftsverpflegung am AELF Ebersberg vermittelt wurde.

 


 

“Bio kann jeder!”

Im Dezember informierten sich Lehrerinnen und Caterer aus der Ökomodellregion, aus Teisendorf und aus Nachbarsgemeinden in der Fridolfinger Schule zum Thema „Nachhaltigkeit in der Schulküche“.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

02.12.2015: “Bio kann jeder!” in der Schulküche Fridolfing (PDF)

 


 

Flaschlbrot

Der passionierte Bäcker Wolfgang Grösch hatte die Idee, ein Bio-Flaschlbrot für die Öko-Modellregion zu kreieren – mit einem eigenen Rezept aus regionalem Biomehl und weiteren Ökozutaten für die ersten Backversuche daheim. Jessica Linner aus Waging hat diese Idee aufgegriffen und den Schritt in Herstellung und Vertrieb gewagt. Dabei werden feine Bio-Zutaten aus regionalem Mehl, Körnern und Germ (Hefe) nacheinander in eine Flasche gefüllt, die sich wegen der farblich unterschiedlichen Schichten auch als Geschenk oder Mitbringsel sehr gut eignet. Bei Bedarf wird die natürliche „Backmischung“ in eine Schüssel geleert, mit Bier oder Wasser verrührt und nach der notwendigen Ruhezeit in den Ofen geschoben.

 

Die Bio-Zutaten soweit möglich direkt aus der Region zu beziehen und sich dem jeweiligen Angebot anzupassen, das ist ein Grundsatz der Jungunternehmerin Jessica Linner. Das Mehl, die Hauptzutat, stammt von Landwirt Simon Angerpointner aus Taching am See, der eine alte regionale Getreidesorte, den Laufener Landweizen, anbaut. Gemahlen wird das Mehl in der Mühle St. Johann in Siegsdorf, abge-füllt in liebevoller Handarbeit; alles in kontrollierter Bio-Qualität. Der Vertrieb läuft über die Dorf- und Bioläden der Region. Neben den Kommunen und Firmen, die das Flaschlbrot gern als kleines Geschenk mit ihrem Logo versehen, werden auch immer mehr Gäste auf das pfiffige Mitbringsel aus dem Rupertiwinkel aufmerksam.

 

Wer das Flaschenbrot erwerben möchte, kann in seinem Dorfladen nachfragen oder sich direkt mit Jessica Linner in Verbindung setzen, unter www.flaschlbrot.de

 


 

Bio-Coaching

Nach der erfolgreichen Teilnahme am Bio-Coaching im Rahmen von BioRegio 2020 wird die Salzachklink in Fridolfing zukünftig 20% ihres Klinik-Budgets für Lebensmittel für Bio-Produkte ausgeben.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

04.12.2015: Projekt BioRegio trägt erste Früchte, aus: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, Manfred Peter (PDF)

04.11.2015: Salzachklinik kocht auch bio, aus: Südostbayerische Rundschau (PDF)

26.10.2015: Abschluss Biocoaching Salzachklinik, WebundWerbeWerk (PDF)

 


 

Presse

05.09.2016: Genuss mit gutem Gewissen, aus: Südostbayerische Rundschau, Gitti Sojer (PDF)

11.08.2016: Bewusst einkaufen und genießen (PDF)

02.2016: BioRegio in der Gemeinschaftsverpflegung, aus: Schule und Beratung, Irmgard Reischl (PDF)

22.08.2015: Flaschlbrot – Südostbayerische Rundschau, Manfred Peter (PDF)

19.08.2015: Vereine können auch Bio und regional einkaufen (PDF)

03.08.2015: Feldbesichtigung Bio-Gemüse – Manfred Peter (PDF)

01.06.2015: Flaschlbrot (PDF)

16.05.2015: Glaslbrot (PDF)

27.10.2014: Kochevent (PDF)

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