Öko-Modell-Regionen

Projekte / Gemeinsame Projekte in der Landwirtschaft

Erfahrungsaustausch zum regionalen Eiweiß – zurück zu den Wurzeln
Ledern. (al) „De Oidn hams gwisst, mia miassns wieda leana“, sagte Andreas Seehuber, einer der Bauern, die sich am Projekt „regionales Eiweißfutter“ der Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel beteiligen. Allerdings sind die Versuche dieser Bauern wissenschaftlicher fundiert als das Wissen der Vorfahren. Ziel ist es, das Eiweißfutter für ihre Tiere wieder selbst zu produzieren, statt sich auf Importe aus Übersee zu verlassen.

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Im Gasthof Glück in Ledern bei Tittmoning berichteten fünf Bauern über ihre Versuche, selbst eiweißhaltiges Futter zu produzieren. Ihren Ausführungen zufolge ist dies nicht nur möglich, sondern sehr erfolgreich und auch in wirtschaftlicher Hinsicht lohnend. In ihren Berichten gingen die Bauern auf vielerlei Aspekte ihrer Versuche ein. Unter der Moderation von Franz Huber trugen Johann Glück aus Ledern, Andreas Maier aus Waldering, Andreas Seehuber aus Otting, Johann Steiner aus Tengling und für den verhinderten Markus Reschberger Moderator Huber ihre Versuchserfahrungen mit eiweißhaltigen Pflanzen vor. Mit von der Partie war auch der Leiter des Landwirtschaftsamtes Traunstein, Alfons Leitenbacher. Nach jedem der individuellen Vorträge beantworteten die Bauern Fragen aus dem Publikum und diskutierten über ihre Erfahrungen.

 

Moderator Huber zitierte in seiner Einführung die mit der Eigenproduktion verbundenen Chancen, wie Kontrolle über die Beschaffenheit, Inhalte, Verfügbarkeit und die praktisch nicht existierenden Lieferwege. Durch die Eigenproduktion könne auch mit der Zusammensetzung und Effektivität des Futters experimentiert werden, meinte Huber. Huber lobte diesbezüglich die Experimentierfreude der an den Projekten der Ökomodellregion teilnehmenden Bauern. Der Moderator betonte auch, das Programm sei keineswegs nur für Bio-Bauern gedacht, sondern vor allem auch für konventionell produzierende.

 

Der erste der Bauern, Johann Glück, hatte sogar seine Meisterarbeit mit Experimenten des Sojaanbaus mit verschiedenen Anbaumethoden, Sorten, Zeilenabständen und dergleichen gemacht und berichtete über die Ergebnisse. Glück betonte, er
sei jedenfalls zum Schluss gekommen, selbst erzeugtes Futter lohne sich auch finanziell.

 

Andreas Maier berichtete über Experimente mit dem Anbau von Bio-Soja und anderen eiweißhaltigen Pflanzen, wie Erbsen und Ackerbohnen. Dabei habe er befunden, die Erträge aus dem Anbau verschiedener Sorten zeigten kaum Unterschiede. Wichtiger seien die Methoden der Bodenbearbeitung. Die geeignetste dieser Methoden müsse durch Experimente gefunden und der Bodenbeschaffenheit angepasst werden.

Johann Steiner hatte Versuche mit Triticale, der Kreuzung zwischen Weizen und Roggen, sowie Weizen und Erbsen gemacht. Erbsen ergäben dabei eine gute Bodenbedeckung in einem Mischanbau, ließ Seehuber wissen. Heuer werde er vermehrt Soja anbauen, wegen des guten Preises für Soja und dem höheren Eiweißgehalt, im Vergleich zu anderen Pflanzen.

 

Andreas Seehuber sagte, er habe für viele Jahre Hafer angebaut. Vor zwei Jahren habe er aber angefangen, sich auch mit Erbsen und Sommergerste zu beschäftigen. Dabei habe er gefunden, Hafer sei am widerstandsfähigsten in Bezug auf die klimatischen Verhältnisse. Steiner sagte auch er, wie fast alle anderen in den Versuchen, habe er keinerlei Pflanzenschutz verwendet und Dünger nur spärlich eingesetzt.

Moderator Huber verlas danach die Befunde von Markus Reschberger. Dieser habe mit einem Hülsenfruchtgemenge und Untersaatklee experimentiert. Durch den Klee ergebe sich ein sehr guter optischer Eindruck des Feldes, meinte Reschberger. Auch das Vieh habe den Mix der verschiedenen Pflanzen sehr gern gefressen. Es bedürfe aber einer durch Experimente herauszufindenden Balance zwischen den verschiedenen Pflanzen, um zu einem guten Resultat zu kommen.

 

Der generelle Befund der fünf Bauern schien zu sein, bei Untersuchungen habe sich Soja als die Pflanze mit dem höchsten Eiweißgehalt erwiesen. Aber als Beimischung seien auch die weiteren geeignet. Moderator Huber meinte dazu, oft seien die einfachsten Lösungen die besten. Jedenfalls habe sich sehr deutlich gezeigt, es lohne sich in jeder Hinsicht, das Eiweißfutter für die Tiere auf den Höfen selbst zu erzeugen. „Wir haben gute Bedingungen dafür“, meinte Huber abschließend.

 

Alfons Leitenbacher sagte, er sei begeistert über die Versuche, und lobte die Experimentierfreudigkeit der Teilnehmer. Es sei gut, neue Sachen zu probieren. Den Verantwortlichen in der Ökomodellregion gratulierte Leitenbacher zur Idee und den Anstoß zu ihrer Verwirklichung.

Alois Albrecht, erschienen in der SOR am Montag, den 12.2.2018

 

 

Sojabohnenfeld von Johann Glück (rechts im Bild) in der Ledern, Foto: Ökomodellregion

 

 


 

Eiweißquellen vom eigenen Hof nutzen

Wie kann ich Eiweißquellen vom eigenen Hof erschließen und für die Tierfütterung sinnvoll nutzen? Praktiker in der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel hatten im Vorjahr zu Felderbegehungen eingeladen und zogen jetzt ein Resümee aus ihren Erfahrungen. Franz Huber aus Fridolfing, der den Erfahrungsaustausch für Landwirte aus der Ökomodellregion organisierte, erinnerte an sein Rotklee-Luzerne-Gemenge, angebaut nach Ganzpflanzensilage von Wintergerste, das ihm mit drei bis vier Schnitten sehr gute Erträge liefert und flexibler im Erntezeitpunkt ist als Wiesengras. Es zählt auch als Greening-Fläche.

 

Den ganzen Artikel können Sie hier herunterladen:

23.02.2017: Eiweiß vom eigenen Hof füttern (PDF)

 

Presse

24.03.2017: Eiweißquellen vom eigenen Hof, aus: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt (PDF)

04.03.2017: Eiweißquellen vom eigenen Hof nutzen, Südostbayerische Rundschau, Hans Eder (PDF)

 


 

Wenig Aufwand, hoher Nutzen – hochwertiges Eiweißfutter aus der Region
Eiweißfutter für das Vieh wird zwar in großen Mengen aus anderen Kontinenten importiert, ist auf Dauer aber keine nachhaltige Lösung für eine bodengebundene bayerische Landwirtschaft. Alternativen und Antworten für hiesige Betriebe zeigte  die „Arbeitsgruppe regionales Eiweiß“ der Ökomodellregion unter der Leitung von Franz Huber auf einer Felderbegehung in Fridolfing und Kirchanschöring auf. An die 50 Betriebsleiter, darunter auch etliche Biobetriebe, zeigten großes Interesse an den vorgestellten Beispielen.

 

Den ganzen Artikel können Sie hier herunterladen:

30.06.2016: Hochwertiges Eiweißfutter aus der Ökomodellregion (PDF)

05.07.2016: Eiweißfutter aus der Region, aus: Südostbayerische Rundschau (PDF)

22.02.2016: Erfahrungsaustausch regionales Eiweiß (PDF)

 

Eiweißfrüchte vom heimischen Acker können dabei helfen, die Importe aus Drittländern zu reduzieren. Sie sparen Mineraldünger, lockern die Fruchtfolge auf und tragen bei richtigem Anbau zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit bei. Wer regionales Eiweiß verfüttert, schließt zudem die Gefahr der Kontamination mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aus.
Eiweiß vom heimischen Acker kann man in Form von Soja, Ackerbohnen oder Erbsen anbauen, aber gerade im regenreichen Voralpenland eignen sich auch die altbekannten und erosionsschützenden Kleearten und die Luzerne hervorragend, um den Eiweißbedarf der heimischen Wiederkäuer zu decken. Grünfutter von der Weide oder im Futtertrog hat hohe Rohproteingehalte, wenig Verluste und wird besonders gern gefressen.

 


 

Einbindung konventioneller Landwirte
Die Seenberater vom Amt für Landwirtschaft Traunstein arbeiten eng mit den Betreuern der Ökomodellregion zusammen, haben doch alle dasselbe Ziel: Die Reduzierung der Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Gewässer. Während sich in der Ökomodellregion viel um den Ökolandbau dreht, übernehmen die Seenberater die Beratung der Betriebe zu einer ganzen Palette von Themen wie Güllelagerung, Nährstoffbilanzierung, Abstände zu Gewässern bei Düngung und Pflanzenschutz oder Rückhaltemaßnahmen.

 

Weitere Informationen zur Seenberatung finden Sie unter

www.alf-ts.bayern.de/landwirtschaft/pflanzenbau/097831/index.php

 

Informationen zum Interreg-Projekt “Gewässer-Zukunft” finden Sie unter

www.gewaesser-zukunft.eu

 


 

Regionale Milch
Nicht nur die Umstellung auf den Ökolandbau kann dabei helfen, die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Auch die konventionell wirtschaftenden Betriebe können Maßnahmen angehen, die dabei helfen, Nährstoffkreisläufe zu schließen und unsere Kulturlandschaft zu erhalten.

 

Ein solches Maßnahmenpaket hat die Arbeitsgruppe regionale Milch mit ihrem Sprecher Josef Hubert zusammengestellt. Das Projekt Milch aus regionaler Fütterung wird jetzt über das Programm der Integrierten ländlichen Entwicklung begleitet werden.

 

Richtlinien Regionale Milch (PDF)

 


 

Presse

02.06.2015: Bericht Flurbegehung (PDF)

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