Öko-Modell-Regionen

Projekte / Kommunales Engagement

Mehr „Öko“ und weniger Flächenverbrauch

Ambitionierte Grundsatzbeschlüsse zur Ökomodellregion: Stadtrat stimmt den Zielen und dem Programm zu

Die Ökomodellregion will mehr sein als eine gute Idee. Und das Programm ist ambitioniert. „Wir werden zum Teil schon von den weiteren Schritten überholt“, stellte Bürgermeister Hans Feil in der jüngsten Sitzung des Laufener Stadtrates fest. Da Laufen als letzte der zehn Gemeinden zur Ökomodellregion Waginger See / Rupertiwinkel gestoßen war, gilt es nun, notwendige Beschlüsse zu fassen. Der Stadtrat segnete einhellig ein Zehn-Plus-Vier-Punkte-Programm zu Zielen und Praxis ab.

 

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Zehn Punkte sind verpflichtend, stellte das Gemeindeoberhaupt vorweg fest. So soll eine ÖMR-Gemeinde bei der Verpachtung ihrer Flächen auf ökologische Bewirtschaftung setzen. Kommunale Wälder sollen zu naturnahen Wäldern mit mindestens 30 Prozent Laubholanteil werden, unter Beteiligung seltener Arten wie Eibe, Elsbeere und Speierling. Totholz soll erhalten bleiben, Waldränder zu einem ökologisch wertvollen Übergang hinaus zu Feld und Wiese werden. „Keine Chemie und keine Entwässerung“, steht explizit im Programm.

 

„Ökokonto-Flächen für extensive Landwirtschaft nutzbar machen“, heißt es unter Punkt 3. Kommunale Grünflächen können Rückzugsgebiete für seltene Pflanzen sein und somit Nahrungsquelle für Bienen. Dafür wird die Stadt einen Pflegeplan erstellen. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel kommen für kommunale Flächen nicht in Frage. Solche „neuen Maßnahmen“ sollen der Öffentlichkeit näher gebracht werden, um Beschwerden wegen „schlechter Pflege“ zuvorzukommen.

 

Die Anlage und Pflege von Streuobstwiesen sowie die Verwertung des Obstes stehen ebenfalls auf dem Programm. Kommunale Einrichtungen und gemeindliche Veranstaltungen sollen mit regionalen und biologisch erzeugten Lebensmitteln versorgt werden. Auch im Beschaffungswesen sieht man ein großes Potential für nachhaltiges Handeln. Produkte wie Kaffee und Tee für die Verwaltung sollen das Bio- und das Fairtrade-Siegel tragen. Ziel ist ein Ökomodellregion-Geschenkkorb, bestückt mit regionalen und/oder ökologisch erzeugten Lebensmitteln.

 

Um dem Flächenverbrauch entgegenzuwirken, ist die Innenentwicklung der Orte zu stärken. Ein Kataster über Leerstände bei Wohnungen, Gewerbebauten und Baugrundstücken soll dabei helfen. Ökokonten könnten gemeindeübergreifend eventuell im Rahmen eines ILE- oder Leader-Programms erstellt werden. Moorrenaturierung und Moorschutz schreibt sich die ÖMR ebenso auf ihre Fahnen.

 

Auf Randgrundstücken und entlang von Verkehrswegen will man Wildfruchthecken, Blühwiesen und seltene heimische Baumarten pflanzen. Zu guter Letzt sollen „neue solidarische Formen der Landbewirtschaftung“ – sprich Gemeinschaftsgärten – gefördert werden. Einen Punkt hat die Stadt Laufen ausdrücklich nicht aufgenommen: „Nutzung öffentlicher Pflanzflächen für Gemüse und Beerenobst.“

 

„Weil wir keine Flächen haben“, begründete das Bürgermeister Hans Feil, falls welche zur Verfügung stünden, könne man das immer noch machen. Werner Eckl fragte, ob es denn entsprechende Daten über die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen in der Gemeinde gebe. „Die Landwirte sind gerade dabei mit ihren Anträgen aktuelle Daten zu liefern“, wusste Grünen-Stadtrat und Landwirtschaftsfachmann Georg Linner zu berichten, damit würden neue Datensätze erstellt. Linner machte dem Stadtoberhaupt das Angebot, sich als Stadtratsreferent in Sachen ÖMR zur Verfügung zu stellen, was der ausdrücklich begrüßte. Als Stellvertreter bot sich Peter Schuster an, der als Geschäftsleiter der Gemeinde Kirchanschöring das Projekt von er ersten Stunde an begleitete hat. Er bezeichnete die Initiative ÖMR als „wichtigen Schritt in eine nachhaltige Zukunft.“

 

Passend zum Thema bat Agnes Thanbichler, die Stadel im Haarmoos unbedingt zu erhalten. „Es gibt fast keine mehr“, bedauert die ÖDP-Stadträtin, denn sie seien auch wertvoller Lebensraum. Hans Feil erinnerte Kollegen und Bürger daran, dass das Obst entlang des Grüngürtels von jedermann geerntet werden dürfe.

Text: Hannes Höfer

 

15.05.2017: Mehr Öko und weniger Flächenverbrauch, aus: Südostbayerische Rundschau, Hannes Höfer (PDF) 

 

ÖMR-Beauftragter Laufen Georg Linner, Foto: Hannes Höfer


 

Konkrete Absichten der Ökomodellregion

Gemeinderat von Saaldorf-Surheim spricht sich für ein umfangreiches kommunales Beschlusspakekt mit zahlreichen Optionen und Möglichkeiten aus

Selten gewordene heimische Baumarten und Hecken pflanzen, Obstanger fördern, eine möglichst naturverträgliche Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Gemeindeflächen anstreben, Kauf von regionalen oder biologisch erzeugter Produkte – das alles und mehr sind Punkte eines umfangreichen kommunalen Beschlusspakets, dem der Gemeinderat von Saaldorf-Surheim in seiner letzten Sitzung fast ausschließlich einstimmig zugestimmt hat und mit denen er die Mitgliedschaft in der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel als Gemeinde in konkrete Taten umsetzen möchte.

 

Den ganzen Artikel können Sie hier herunterladen:

07.02.2017: Konkrete Absichten der Ökomodellregion, aus: Südostbayerische Rundschau, Tanja Weichold (PDF)

 


 

Informationen zum Herunterladen

Beschlussvorschläge fuer Kommunen Oekomodellregion(PDF)

Faltblatt Geschenkkörbe (PDF)

 


 

Kommunales Engagement

2016 kommt zu den sieben Gemeinden zwei weitere hinzu: Die Marktgemeinde Teisendorf und die Gemeinde Saaldorf-Surheim, beide aus dem Nachbarlandkreis Berchtesgadener Land. Außerdem hat die Stadt Laufen erst kürzlich den Beitritt einstimmig beschlossen.   Mit 31 zusätzlichen Ökobetrieben allein in Teisendorf (Stand 2013) gegenüber 55 Ökobetrieben in den sieben bisherigen Gemeinden vergrößert sich dadurch die Zahl der Biobetriebe deutlich, vor allem im Bereich Biomilch- und –Fleischerzeugung.   Unsere Gemeinden und Bürgermeister unterstützen die Öko-Modellregion in vielen Bereichen. Ein Meilenstein wurde im April 2015 erreicht: Die ersten sieben Kommunen haben im Grundsatz ein Beschlusspaket mit zehn bindenden Beschlüssen und weiteren optionalen Beschlüssen zur Ökologisierung auf verschiedenen Handlungsfeldern der Gemeinde verabschiedet.

150407 Beschlussvorschläge fuer Kommunen Oekomodellregion – final

 

Lesen hier die den gesamten Artikel zum kommunalen Engegagement:

Kommunales Engagement (PDF)

 


 

Presse

12.08.2016: Augenweide, Bienenweide

05.08.2015: Blumen- und Nützlingsvielfalt auf kommunalen Flächen (PDF)

05.08.2015: Mithilfe bei der Bekämpfung von Jakobskreuzkraut (PDF)

29.07.2015: Bekämpfung Jakobskreuzkraut – Dorothee Engelschallinger (PDF)

29.07.2015: Steckbrief Jakobskreuzkraut (PDF)

24.06.2015: Beschlüsse der sieben Gemeinderäte – Hans Eder, Südostbayerische Rundschau (PDF)

04.05.2015: Beschlüsse Kirchanschöring – Südostbayerische Rundschau (PDF)

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