Öko-Modell-Regionen
Oberes Werntal

Projekte / Wertschätzungskampagne für Obstbäume unserer Region

Traditionell waren die meisten Höfe von Streuobstwiesen umgeben, in manchen Regionen gehörte der daraus gewonnene Most oder Apfelwein zur Grundversorgung. Übers Jahr wurden Kirschen, Aprikosen, Birnen, Zwetschgen und Äpfel geerntet und zu Marmeladen, Kompott und Saft verarbeitet. Seit den 60er Jahren haben die Bestände kaum noch einen wirtschaftlichen Wert. In den Siebzigern, als der Fortschrittsglaube seinen Höhepunkt erreicht hatte, galt gärtnern, ernten und verarbeiten beinah als rückständig. Selten wurden die Bestände nachgepflanzt und viele Streuobstwiesen sind englischem Rasen gewichen.

 

Erst in jüngerer Zeit wird das Verschwinden der Bestände bemerkt und beklagt. Es gründen sich in vielen Regionen Initiativen, die sich dem Erhalt und der Pflege widmen. Streuobstanlagen mit ihren Blumenwiesen sind für unsere Insekten, allen voran den Bestäubern, von unschätzbarem Wert. Darüber hinaus sorgen seltene Apfelsorten mit ihrem besonderen Aroma für regionale Vielfalt. Und, sie haben unterschiedliche Eigenschaften: Sorten, die ein köstliches Kompott ergeben, Sorten, die sich lange lagern lassen, Sorten, die sich gut zu Saft eignen. Ein wunderbarer Fundus für regionale Besonderheiten.

 

Damit die gute Sache auch zukunftsfähig wird, braucht es eine Möglichkeit, die Ernte sinnvoll zu verwerten und in der Region zu verkaufen – als Apfelsaft, Most, Schnaps, Mus. Das Werntal hat noch einen besonders reichen Bestand an Streuobstwiesen und viele lassen im Herbst wieder Saft pressen.

 

Doch zum wachsenden Interesse einzelner soll der Bestand insgesamt durch ein Vermarktungskonzept gesichert werden. Durch Kooperationen mit regionalen Keltereien, Vernetzung der Akteure und Öko-Zertifizierung der Flächen kann eine höhere Wertschöpfung erzielt werden. Wenn alle die Früchte ihrer Bäume zu einem eigenen, gemeinsamen Produkt verarbeiten, dann gelingt in der Region etwas Besonderes: Es entsteht ein Produkt an deren Entstehung und Verzehr viele beteiligt sind.

 

Mitmachen ist gefragt! Neben der Ernte geht es auch um eine Bestandsaufnahme und Pflege der Bestände. Tatkräftiges Engagement zeigen etliche Initiativen und Menschen in der Region und tragen die Vision eines Miteinanders von Landschaftsschutz, Imkerei, Landwirtschaft, lokalen Verarbeitern, tatkräftigen Helfern und Verbrauchern.

 

Im März 2017 fand dazu mit 21 Akteuren verschiedener Berufsgruppen und Vereinen ein Workshop statt. In zwei Gruppen wurden in den Arbeitsbereichen „Ernte, Verarbeitung und Pflege“ sowie „Bewusstseinsbildung und Informationsfluss“ Ideen zu Aktionen zusammengetragen. Damit soll der Wert der Obstbäume für unsere Kulturlandschaft vermittelt werden. Ersten Ergebnisse sind im Protokoll des Workshops „Wir packen´s gemeinsam an! Streuobst für alle!? Pflege – Ernte – Bewusstseinsbildung” zusammengefasst.

 

“Welche Keltereien gibt es im Oberen Werntal? Wie sind die Streuobstwiesen zu pflegen und wer hat Erfahrung mit dem Veredeln von Obstbäumen?” Diese Informationen sollen für die Region gebündelt werden.

Sie haben dazu Informationen oder wissen Ansprechpartner? Wir freuen uns, wenn Sie diese an uns weitergeben. Leitfragen dazu werden in Kürze hier veröffentlicht.

 


 

Wiederholung des Obstbauseminars-Grundkurs – mit Josef Weimer für Interessierte der Öko-Modellregionen in Unterfranken

 

Anfang Februar 2016 fand erstmals ein Obstbauseminar mit Josef Weimer für Interessiere der Öko-Modellregion Oberes Werntal statt. Das Seminar stieß auf positive Resonanz, daher wird es für die drei Öko-Modellregionen in Unterfranken auf Schloss Gut Obbach wiederholt. Im Grundkurs steht die Pflege junger und mittelalter Bäume im Vordergrund. Vor dem Praktizieren an den Bäumen erhalten die Teilnehmer im Seminar theoretisches Hintergrundwissen über die Befruchtungsbiologie, Baumformen, Unterlagen, Wachstumsregeln, Kronenentwicklung und nicht zuletzt über die Schnittwirkung. Darauf folgt der Aufbaukurs bei dem es es im Schwerpunkt um die Pflege von alten Obstbäumen geht. Voraussetzung für die Teilnahme am Aufbaukurs ist das Belegen des Grundkurses.

 

Die Flyer mit weiteren Informationen zu den Kursen, können Sie hier herunterladen

Modul 1: Grundkurs Obstbauseminar mit Josef Weimer 13/14.01.2018 (PDF)

Modul 2: Aufbaukurs Obstbauseminar mit Josef Weimer 22./23.02.2018 (PDF)

Modul 5/6: Beerenobst und Veredelung mit Josef Weimer 02./03.05.2018 (PDF)

 

Unter folgenden Links sind Presseartikel zu den Obstbauseminaren einzusehen:
„Nicht vorschnell die Säge ansetzen“ Mainpost, 9.2.2016 und Das Gleichgewicht der Äste suchen” Mainpost, 6.3.2017

 


 

 

Erlebnistour für Vielfaltschmecker auf dem Schloss Gut Obbach – Veranstaltung im Rahmen der bayerischen Ökoerlebnistage in der Öko-Modellregion Oberes Werntal

 

Obbach, 18.09.2016 Etwa 50 Teilnehmer kamen auf Schloss Gut Obbach, um sich über Vielfalt auf einem ökologisch geführten Betrieb zu informieren. Sie trafen sich im Innenhof von Schloss Gut Obbach, Mitglied beim Naturlandverband und Demonstrationsbetrieb für ökologischen Anbau, mit dem Betriebsleiterehepaar Bernhard Schreyer und Petra Sandjohann.

 

Etwa 60 verschiedene Apfel- und Birnensorten mit Namen wie Herzogin Elsa, Gute Graue, Dülmener Rosenapfel und Mostwunder Hilde gab es in einer Ausstellung zu bestaunen und zu probieren. Alles Obstarten, die auf dem Betrieb kultiviert und zum größten Teil zu Saft verarbeitet werden. Eine weitere Ausstellung zeigte Samen aller Kulturpflanzen, die sich in der Fruchtfolge des Betriebs wiederfinden. Angefangen von Berglinsen über Kleemischungen bis hin zu Sonnenblumenkernen. Auch die sieben verschiedenen Kartoffelsorten von mehlig bis festkochend und von rotschalig bis blaufleischig gab es sowohl zum Anschauen als auch zum Essen.

 

Nach Apfel-, Birnen- und Zwetschgenkuchen ging es auf die Streuobstwiesen. Diplom Biologin Gräfin Susanne von Finckenstein begrüßte die Gruppe an einem Baum mit einer Spechtschmiede. Dort erklärte sie anschaulich die ökologische Bedeutung einer Streuobstwiese für die gesamte Artenvielfalt. Großen Spaß hatten alle Teilnehmer sich anschließend, mit Schmetterlingsnetzen und Becherlupen die Insektenwelt genauer anzusehen. Mit Hilfe der Besucher konnten abschließend noch etwa 30 verschiedene Pflanzenarten der Streuobstwiese bestimmt werden.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Rückblick auf die verschiedenen Arbeiten, die im Laufe eines Jahres auf Schloss Gut Obbach anfallen.

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