Grünlandbewirtschaftung mit Anspruch

24.05.2016

Projekt: Biomilch als Chance

„Grünlandbewirtschaftung durch das Jahr – Probleme und Lösungen“ war das Motto einer Veranstaltung, zu der die Projektmanagerin der Ökomodellregion Ilzer Land, Corinna Ullrich, geladen hatte. Als Referenten hatte sie den Naturland-Fachberater Ewald Pieringer gewinnen können. Nach einem s informativen Vortrag, bei dem Pieringer auch den Naturlandverband vorstellte und eingehend auf die interessierten Nachfragen antwortete, veranschaulichte Landwirt Anton Raidl aus Waldkirchen mit zahlreichen Bildern seine Umsetzung der Kurzrasenweide. Die Veranstaltung war mit gut 50 Teilnehmern sehr gut besucht. Selbst nach dem offiziellen Ende wurde angeregt weiter diskutiert.

Naturland, einer der Großen der sieben Bioanbauverbände, vereint derzeit deutschlandweit gut 3000 Mitglieder, weltweit sind es sogar über 40000 Erzeuger (viele davon im Kaffee- Anbau), die nach Naturland-Richtlinien wirtschaften. Das Hauptaufgabenfeld des Naturland-Verbandes ist die Beratung seiner Mitglieder zur Erzeugung von hochwertigen Bioprodukten, und zwr nach Richtlinien, die in vielen Kriterien über die Anforderungen der EU-Ökoverordnung hinausgehen.

Schnell wurde klar, dass es viel zu beachten gibt, will man als Landwirt die Bewirtschaftung seines Grünlandes so betreiben, dass es nachhaltig leistungsfähig bleibt. Ist dies gewährleistet, kann auch eine hohe Grundfutterleistung aus dem Grünland erzielt werden. Dabei lautet die Devise: „Wer das Gute fördert, braucht das Schlechte nicht zu bekämpfen.“ Denn durch ein sinnvolles Management, Bestandsschließung bei lückiger Grasnarbe durch Nachsaaten, Mäusebekämpfung durch Sitzstangen für Greifvögel und Fallenstellen, sowie eine bedarfsgerechte Düngung lässt sich ein Bestand etablieren, der ungeliebten Arten wie der gemeinen Rispe wenig Platz lässt.

Die Zusammensetzung eines leistungsfähigen Bestandes sollte je 15 bis 20 Prozent Klee und Kräuter und 60 bis 70 Prozent Gräser enthalten. Pieringer warnte auch davor, mit zu schweren Geräten und hohem Reifendruck in die Flächen zu fahren. Denn in den Fahrspuren verdichtet sich der Boden und die gemeine Rispe breitet sich auf Kosten der wertvollen Gräser wie Weidelgras und Wiesenrispe sowie der Kräuter aus.

Anton Raidl übernahm vor 20 Jahren seinen Betrieb in Waldkirchen. Er ist Ökolandwirt aus voller Überzeugung und stellte seinen Betreib schon 1986 um, obwohl es damals noch keine Erfassung von Biomilch gab. Auf seinem Hof betreibt er ein abgewandeltes System der Kurzrasenweide, bei dem die Kühe tagsüber, bzw. an heißen Tagen nachts, auf der Weide und den anderen Teil des Tages im Stall verbringen. Der Vorteil der Kurzrasenweide − eine große Fläche, die unter ständiger Beweidung steht − ist der geringe Bedarf an Pflegearbeiten und das energiereiche und schmackhafte Futter. Für den Landwirt entfällt außerdem der Aufwand der Futterbergung, wenn sich die Kühe selbst bedienen. Landwirt Raidl ist einer von 90 Betrieben aus dem Bio-Regio-Betriebsnetz. Landwirte, die an der Umstellung auf Ökolandbau interessiert sind können, nach Anmeldung, seinen Betrieb besuchen und mit ihm fachsimpeln.