Landwirtschaft auf hohem Niveau

08.09.2016

Projekt: Entwicklungsperspektive Ökolandbau im Ilzer Land

Ehrung der Junglandwirtin Chrinstina Putz vom Bognerhof

Am achten September fanden sich Bgm. Herrmann Baumann, 1. Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands Passau, Manfred Niggl, 3. Bgm. der Gemeinde Perlesreut und Corinna Ullrich, Projektmanagerin der Ökomodellregion Ilzer Land auf dem Bognerhof bei Familie Putz in Hötzerreut ein, um Christina Putz zu ihrem hervorragenden Abschluss als Jahrgangsbeste im Beruf Landwirtin zu gratulieren. Herrmann Baumann beglückwünschte zu der guten Leistung und betonte, dass er sich freue, wenn gut ausgebildete junge Menschen in der Region bleiben und sogar den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb weiterführen. Als Mitarbeiterin des Landschaftspflegeverbands Passau und Öko-Junglandwirtin in der ILE Ilzer Land sei Christina Putz eine echte Bereicherung für die ILE. Auch Manfred Niggl ist stolz auf den guten Abschluss von Christina Putz und freut sich, sie in seiner Gemeinde Perlesreut wohnhaft zu wissen. Die Bürgermeister ließen es sich nicht nehmen einen ausführlichen Rundgang über den vielfältigen Betrieb zu machen und scheuten sich nicht davor sich von den freundlichen Mutterkühen der Rasse Rotes Höhenvieh auf der Weide begrüßen zu lassen.

Im Anschluss das Gespräch zwischen Corinna Ullrich, Projektmanagerin der Ökomodellregion Ilzer Land und Christina Putz:

Christina, Sie haben dieses Jahr im Rahmen Ihrer Bila-Ausbildung die Prüfung zum staatlich anerkannten Landwirt als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg. Was versteckt sich hinter dem Namen BILA und was haben Sie dort gelernt?
BILA steht für Bildungsprogramm Landwirt. Es ermöglicht Personen neben ihrem außerlandwirtschaftlichen Beruf sich im Bereich Landwirtschaft weiterzubilden oder sogar den Abschluss „Landwirt“ zu erlangen. Man lernt dort Grundlagen zur Tier- und Pflanzenproduktion und hilfreiches Wissen zur Betriebsführung. Neben den Bila-Kursen am AELF in Passau habe ich weitere Kurse an der Ökoakademie LVFZ Kringell besucht, um mich auch mit dem ökologischen Landbau zu befassen.

Sie haben Biologie studiert und nun trotzdem noch eine Ausbildung gemacht, wofür der Aufwand?
Durch diese Ausbildung hatte ich die Chance mir noch zusätzliches Wissen anzueignen, um den landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern weiterzuführen. Da ich bereits jetzt im Betrieb mitarbeite, konnte ich das Gelernte sofort in die Praxis umsetzen und in den Betriebsablauf einbringen.

Was ist der momentane Schwerpunkt des Betriebs?
Der momentane Schwerpunkt des Betriebs liegt auf der Milchviehwirtschaft mit knapp 30 Fleckviehkühen und der entsprechenden Nachzucht. Neben der Grundfuttergewinnung auf Wiesen und Weiden, bauen  wir auf den Ackerflächen  Sommer- und Wintergerste, sowie Hafer und Kleegras an.

Sie wollen also mit ihrem Lebensgefährten die Landwirtschaft Ihrer Eltern übernehmen und dabei auf die Ökologische Wirtschaftsweise umstellen? Warum haben Sie sich dazu entschieden?
Den Betrieb führen derzeit meine Eltern, jedoch arbeiten wir bereits auf dem Hof mit. Wir stellen die Betriebsweise gerade gemeinsam um und wirtschaften seit diesem Jahr nach ökologischen Richtlinien. Die Kühe bekommen sowieso seitjeher frisches Gras im Sommer und das Jungvieh ist in den letzten Jahren wieder auf der Weide.  Mein im Biologiestudium erlangtes Wissen sowie die Tätigkeit in der Landschaftspflege haben die Überzeugung gestärkt den Betrieb traditionsorientiert und ökologisch weiter zu bewirtschaften.

War es sehr schwierig Ihre Eltern davon zu überzeugen?
Wir haben die Idee in der Familie besprochen, andere Öko-Landwirte besucht und dann gemeinsam beschlossen auf die ökologische Wirtschaftsweise umzustellen.

Welche Bedeutung hat die Umstellung auf ÖKo für Sie und den Betrieb? Was ändert sich für die Tierhaltung, was für die Arbeitswirtschaft und welche Umbaumaßnahmen sind deshalb nötig?
Die Umstellung bedeutet zwar eine gewisse Herausforderung, jedoch eine umso größere Motivation für alle, da sich jeder mit viel Kreativität einbringen kann. Der alte Anbindestall wird gerade auf einen Laufstall mit Auslauf und Melkstand umgebaut, um den Tieren mehr Bewegungsfreiheit und Komfort zu ermöglichen. Wir haben nun auf den Ackerflächen eine konsequentere Fruchtfolge mit zweijährigem Kleegras eingeführt, um dadurch die Unkrautbelastung zu minimieren und auf Pflanzenschutzmittel verzichten zu können.

Christina und Tobias, welche Visionen und Wünsche habt ihr für die Weiterführung des Betriebes, wo soll es hingehen?
Wir wollen den >Bognerhof< traditionell weiterführen, das heißt die Vielfalt auf und um den Hof erhalten. Zum einen sollen neben den Milchkühen auch die Mutterkühe der Rasse Rotes Höhenvieh, unsere Waldschafe, sowie Hühner und Bienen ein fester Bestandteil des Betriebes bleiben. Zum anderen wird ein Teil der Wiesen nur noch dreimal pro Jahr gemäht, um der Natur, also den Tieren und Pflanzen, wieder einen Platz zu geben. Außerdem haben wir neue Obstbäume gepflanzt, bauen vermehrt Gemüse an und wollen künftig auch Neues integrieren, wie z.B. Dinkelanbau, Ammenkühe und Umweltbildung.