„AK Streuobst“ in der Öko-Modellregion unterwegs

02.06.2016

Projekt: Kulturerbe Streuobst - Vielfalt pflegen, entwickeln und nutzen

Der neue „Arbeitskreis Streuobst“ der Öko-Modellregion Amberg/ Amberg-Sulzbach hat sich im Kloster Ensdorf getroffen. Salesianer Robert Reiner begrüßte die Teilnehmer und führte sie auf einen Abendspaziergang über die klostereigenen Streuobstwiesen. Diese brauchen professionelle Pflege. Die gut ausgebildeten und in der Obstbaumpflege erfahrenen AK-Mitglieder begutachteten die Bäume, analysierten die Probleme und berieten gemeinsam über mögliche erste Schritte.
Roland Heldrich, Biostreuobstbauer aus Frechetsfeld, erklärte, wie wichtig es sei vor der Neuanlage von Streuobstwiesen die Eignung des Standortes zu prüfen. Auch über die mögliche Wiesenpflege sollte vorher nachgedacht werden. Soll die Wiese beispielsweise beweidet werden, müssen spezielle Vorkehrungen getroffen werden.

Baumwart Anton Hollweck und Robert Reiner wollen sich zukünftig gemeinsam um die Pflege und Entwicklung des Kloster-Streuobstes kümmern. Das Kloster Ensdorf hat eine eigene Saftpresse, so dass für die Verarbeitung der Ernte gesorgt ist. Wer Interesse an dem Kloster-Streuobstsaft hat, kann sich an die Pforte des Klosters wenden. Ab Herbst können Obstgärtner im Kloster wieder ihren eigenen Streuobstsaft aus mitgebrachten Äpfeln pressen lassen.

Der AK Streuobst empfiehlt:
Gerade die alten Hochstamm-Obstbäume sind besonders wertvoll, denn sie bringen hohe Erträge und dienen vielen Tieren als Lebensraum. Langlebigkeit und regelmäßige Erträge erreicht man mit guter Pflege. Ab sofort sollten insbesondere die älteren Bäume begutachtet werden. Werden diese Bäume länger nicht gepflegt, besteht die Gefahr, dass sie sich bereits im Sommer an der Last der Früchte übertragen und große Äste herausbrechen. Schon der nächste Gewittersturm könnte so einen Baum brechen. Vorbeugen kann der kundige Baumpfleger mit einem Entlastungsschnitt zur rechten Zeit. Auf keinen Fall sollten Bäume gekappt werden. Das einfache Kappen dicker Leitäste schwächt die Bäume und verkürzt ihre Lebenserwartung erheblich. Wer neue Streuobstwiesen anlegen möchte, könnte bald mit der Planung beginnen. Pflanzgut bestellt man am besten Anfang September. Die optimale Pflanzzeit beginnt im November. Der AK Streuobst erstellt gerade eine Sorten-Empfehlungsliste für den Landschaftsobstbau in unserer Region.

Der „AK Streuobst“ der Öko-Modellregion ist offen für alle Interessierten. Aktuell engagieren sich neben dem Landschaftspflegeverband, der Kreisfachberatung für Gartenbau und der AOVE, einige Obst- und Gartenbauvereine, Biobauern, Stadtgärtner und professionelle Baumpfleger im diesem Arbeitskreis. Gemeinsam mit interessierten Kommunen möchte diese Gruppe die Streuobstkultur im Amberg-Sulzbacher Land weiterentwickeln.

Übrigens sucht der Arbeitskreis weitere Wirte, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben und ihren Gästen Streuobstsaft aus unserer Region anbieten möchten. „Der Geschmack dieser Streuobstsäfte ist besonders. Und er ist charakteristischer Ausdruck der hiesigen Kulturlandschaft mit ihrer besonderen Vielfalt. Das schätzen nicht nur Touristen,“ meint Barbara Ströll, Projektmanagerin der Öko-Modellregion Amberg/Amberg-Sulzbach beim Landschaftspflegeverband. Wer Interesse an einer Zusammenarbeit hat, kann Kontakt aufnehmen unter oekomodellregion@lpv-amberg-sulzbach.de oder telefonisch unter 09621-39-238.
Weitere Infos zum Thema unter www.oekomodellregionen.bayern/oko-modellregion/ambergsulzbach.