Auf die richtige Pflanzung kommt es an

02.12.2019

Projekt:

– das A und O als Start für langlebige Obstbäume

Wer kennt sie nicht – kürzlich gepflanzte Landschaftsobstbäume, die jahrelang kaum vor sich hin wachsen und nicht unbedingt den Eindruck erwecken als könnten sie sich jemals zu prächtigen Bäumen entwickeln? Wie reagieren und entwickeln sich Obstbäume, die zu tief oder zu dicht aneinander gepflanzt sind, die mit ungeeignetem Verbiss-Schutz versehen, oder deren Stützpfahl unsachgemäß und zu kurz angebracht wurde?
Wie entwickelt man gesunde, stabile voranwachsende Landschaftsobstbäume?

Von dem konzentrierte Wissen des Referenten aus knapp 40 Jahren Erfahrung in der Obstbaumpflanzung und -pflege profitierten bei einer gemeinsamen exemplarischen Baumpflanzung die Teilnehmenden des Obstbauseminars und die geladenen Mitarbeiter der Bauhöfe im Oberen Werntal.

Wesentlich ist laut Josef Weimer, die Wahl des Pflanzguts und bei Landschaftsobstbäumen die Veredelung auf Sämlingsunterlagen, ein Mindestabstand von 10 m – man bedenke den Schattenwurf der Bäume in 60 Jahren – der Fruchtwechsel beim Nachpflanzen (nach Apfel folgt z. B. Birne). Bei der Pflanzung ist auf ein sorgfältiges Abtragen der Grasnarbe zu achten, die nicht ins Pflanzloch eingebracht werden darf um dort Faulprozesse zu vermeiden.

Grundausrüstung für jeden Baum ist ein verzinkter Drahtkorb gegen Wühlmäuse, ein Pfahl der auf der Westseite (Wetterseite) in Höhe der Baumkrone enden soll, eine dicke Anbindung z. B. eine 7fach gezwirnten Kokosschnur und ein Verbiss-Schutz aus Hasendraht um Rindenproblemen vorzubeugen.
Das Pflanzloch darf nicht zu groß sein, max. 1,5-fache des Wurzelwerks, damit das unvermeidliche Absenken der Erde die Wurzel nicht in die Tiefe ziehen. Beim Zuschütten des Pflanzlochs, bei dem man am besten zu zweit arbeiten sollte, muss einer den Baum nach oben rütteln, um die Wurzeln in eine senkrechte Stellung zu bringen, sodass deren Abknicken vermieden wird.
Die Anbindung erfolgt direkt unter dem Beginn der Baumkrone um bei starkem Wind das Herausreißen der Wurzeln durch die Hebelwirkung zu vermeiden.

Beim Pflanzschnitt wird nicht in Saftwaage sondern in Laub gedacht. Umso mehr Blattknospen am Baum verbleiben umso schneller wird dieser anwurzeln. Beim Anschneiden auf Innenauge sollte daher so wenig wie möglich weggeschnitten werden. Weiter wird beim Pflanzschnitt bei der Auswahl der späteren 3-4 Gerüstäste auf eine gute Streuung geachtet.
Der Baumpfahl war für diesen Hochstamm-Birnbaum einer Bio-Baumschule etwas zu kurz. Insgesamt war die Gruppe mit der gemeinsamen Baumpflanzung jedoch zufrieden.

Merkblätter zur Obstbaumpflanzung mit den Anmerkungen von Josef Weimer sind auf der Internetseite des Landschaftspflegeverbands Miltenberg zu finden.