Bioapfelsaft aus dem Ilzer Land als neue Marke?

12.07.2016

Projekt: Streuobst-Apfelsaft aus dem Ilzer Land

„Möglichkeiten einer Sammelzertifizierung und Erzeugung von Bioapfelsaft aus dem Ilzer Land“ war das Thema einer Veranstaltung, zu der die Projektmanagerin der Ökomodellregion Ilzer Land Corinna Ullrich in die Bauhütte geladen hatte. Als Referenten hatte sie Anita Obermeier und Dr. Achim Weiske von der Ökop-Zertifizierungs GmbH in Straubing gewinnen können. Diese stellten die Vorrausetzungen und den Ablauf einer Sammelzertifizierung für Streuobst vor.

Die etwa 30 Zuhörer waren interessiert bei der Sache, am Ende der Veranstaltung fanden bei einem Glas Kringeller Apfelsaft angeregte Gespräche statt. Die Bereitschaft zur Teilnahme und die Menge der Bäume wurden erhoben und damit eine wichtige Vorrausetzung für die weitere Abwicklung des Projekts geschaffen. Ullrich nutzte die Gelegenheit, die Ökomodellregion und ihre Maßnahmen kurz vorzustellen. Dazu zählt auch der Aufbau einer Sammelzertifizierung für Streuobst aus dem Ilzer Land und die Herstellung eines eigenen Bioapfelsaftes. Die Anlage und Erhaltung von Streuwiesen ist auch aus landschaftsökologischen Gründen ausgesprochen sinnvoll.

Der Saft aus der Region könnte an Gemeinden und Schulen vermarktet werden. Aber auch ohne eigene Vermarktung lohne sich der Einstieg in eine Sammelzertifizierung, schließlich liegt der Auszahlungspreis bei den Mostereien mit etwa 18 Euro/Doppelzentner etwa beim Doppelten wie für Streuobst ohne Bio-Zertifizierung. Das Besondere an einer Sammelzertifizierung ist, dass sich nicht jeder Obstbesitzer einzeln zertifizieren lassen muss, sondern dass das in der Gemeinschaft geschieht. Dadurch werden Zeit und Kosten gespart und es entsteht eine gemeinsame Basis für die Vermarktung, erklärte Weiske in seinem Vortrag. Wichtig bei der Produktion von Bioapfelsaft ist nicht nur eine pestizidfreie Bewirtschaftung der Flächen, sondern zum Beispiel auch eine biozertifizierte Presse. Da Streuobstflächen meist extensiv bewirtschaftet werden, können diese im Regelfall durch eine rückwirkende Anerkennung sofort als Biofläche geführt und das Obst als Bio-Obst verarbeitet werden; eine Ausnahme, die bei der Umstellung von landwirtschaftlichen Betrieben nicht geht.

Ullrich erläuterte, dass es grundsätzlich die Möglichkeit gebe, sich an eine bestehende Zertifizierung, zum Beispiel die Rottaler Genossenschaft, anzuschließen, oder eine eigene Sammelzertifizierung für das Ilzer Land aufzubauen. Die zweite Variante beinhalte auch die Möglichkeit ein eigenes Produkt: „Bioapfelsaft aus dem Ilzer Land“ zu erzeugen und zu vermarkten. Unabhängig davon könnte ein Bildungsprojekt initiiert werden, bei dem Kinder und Jugendliche die Äpfel aufsammeln und die Schulen dann gleich in den Genuss von eigenem Saft kommen.

Bürgermeister Eibl machte deutlich, dass es ihm ein Anliegen sei, die Produkte der Region auch wirklich zu verwerten. Er wünsche sich ein regionales und hochwertiges Produkt, bei dem die Akteure in der Region zusammenarbeiten. Der Saft sollte dann am besten auch innerhalb der Gemeinden, in den gemeindlichen Institutionen und Schulen vermarktet werden. Damit könne der Zusammenhalt in der Region und die regionale Identität gestärkt werden.

An einer Sammelzertifizierung Interessierte, die beim Vortrag nicht anwesend waren, können sich noch beim Projektbüro der Ökomodellregion melden unter Tel.: 08555-4065132.

Text: Passauer Neue Presse