Isentaler des Monats Dezember 2017 – Die Laubholzmistel

01.12.2017

„Schau, da oben im Baum ist ein Nest“, meinte kürzlich ein kleines Mädchen beim Betrachten eines winterlich kahlen Laubbaums. Bei dem vermeintlichen Nest handelte es sich um eine große, fast kugelrund erscheinende Mistel, die Laubbaummistel. Eine so große Mistel ist mindestens 10 Jahre alt und kann einen Durchmesser von fast einem Meter erreichen. Die Blätter sind gelblich-grün und ledrig.

Die Pflanze besitzt weiße Beeren als Früchte, die im November/Dezember reifen. Sie werden gerne von Vögeln, vor allem der Misteldrossel, gefressen. Die Samen werden mit dem Kot ausgeschieden oder diese bleiben bereits beim Säubern des Schnabels an den Ästen kleben. So wird die Art von Baum zu Baum verbreitet. Die Mistel findet man an Apfelbäumen, Birken, Weiden, Pappeln, gelegentlich auch an Eichen und Eschen. In unseren Breiten kommen auch Misteln vor, die auf Nadelbäume wie die Tanne und Kiefer spezialisiert sind.

Misteln sind sogenannte Schmarotzer, weil sie auf Holz siedeln und mit ihren Saugorganen die Wasser- und Nährstoffversorgung des betroffenen Baums nutzen. Blattgrün können die Mis-teln jedoch selbst erzeugen, deshalb wird sie fachlich zu den Halbschmarotzern gezählt. Der Baum wird dadurch nicht sehr geschädigt, jedoch verkümmern die betroffenen Äste und verlieren die Blätter durch den Wassermangel. Um die Mistel, die auch Hexenbesen genannt wird, ranken seit langer Zeit viele Mythen. So sagte man der Pflanze schützende Wirkung gegen Feuer oder Hexen zu. Misteln wurden daher ans Haus gehängt. In der Heilkunde wird sie heute unter anderem gegen Bluthochdruck, Arteriosklerose und sogar in der Krebsbehandlung verwendet. Die Art steht in Bayern inzwischen auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Dies bedeutet, dass die Laubholzmistel derzeit zwar nicht gefährdet ist, doch ein stetiger Rückgang bereits erkennbar ist.