Ein Bio-Burger entsteht – Von der Produktidee in den Laden

28.10.2015

Projekt:

Die Öko-Modellregion Steinwald möchte den Ökolandbau in Bayern voranbringen. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Da die Konsumenten von heute immer anspruchsvoller werden, müssen zündende Ideen her. Dabei ist der Weg von der Produktidee bis in den Laden mit viel Arbeit verbunden. Vor kurzem entstand aus einer Zusammenarbeit der Projektmanager der Öko-Modellregion und der Wildabteilung der Friedenfelser Betriebe ein Wildburger. Die Fleischklopse mussten zuerst einmal die Gaumen zahlreicher Tester überzeugen, bevor sie nun für jedermann erhältlich sind. Die Mitarbeiter der Öko-Modellregion Steinwald sind stets auf der Suche nach innovativen Bio-Produkten. Gemüse ohne Pestizide, Öko-Getreide und ein saftiges Steak von heimischen Rindern reichen da nicht aus. Zu langweilig würden viele Verbraucher sagen. Exotische und unbekannte Bio-Produkte wollen sie in den Regalen finden und dabei auch typische Fastfood-Gerichte nicht missen. Dass sich Bio und die moderne, schnelle Welt nicht aufheben, zeigt der Bio-Wildburger – die neueste Erschaffung der Öko-Modellregion Steinwald.

Wissen, was man hat
Günther Erhardt ist nicht nur Mitarbeiter der Öko-Modellregion, sondern ebenfalls Landwirt mit Fleisch und Blut. Auch ihn überkommen manchmal die Gelüste nach etwas schnellem, unkomplizierten – einem Hamburger zum Beispiel. Der Gang zu einem Fastfood-Restaurant oder der Kauf von Burger-Patties (gepresste Bratlinge) im Supermarkt kommen bei ihm allerdings nicht in Frage. Er will ja wissen, was er da auf sein Brötchen legt: Woher kommt das Fleisch? Welche Qualität hat es? Wie wurden die Tiere gezüchtet und gefüttert? Bei Fertigprodukten ist die Herkunft undurchsichtig. Man kann sich da in solchen Fragen im Grunde nie sicher sein. Also ist selbst machen angesagt. Doch nicht jeder hat die Zeit und Geduld für einen Burger lange in der Küche zu stehen.

Die ersten Schritte
Das hat Erhardt auf die Idee zu einem Bio-Burger gebracht, der im Handel sowie für Gastronomen erhältlich sein soll. Sein Anfangsgedanke war es, mit dem Burger neue Märkte für das Steinwälder Bio-Rindfleisch zu erschließen. Bald stellte sich aber heraus, dass der Burger nicht nur auf das Rind beschränkt bleiben muss. Da er selbst ein Wildgehege und einen von der EU zugelassenen Schlachtbetrieb für Damwild in Bad Alexandersbad besitzt, entschloss er sich, einen Bio-Wildburger zu entwickeln. Als zusätzlichen Partner für sein Projekt konnte er die Abteilung „Wald und Wild“ der Friedenfelser Betriebe gewinnen. Zusammen stellten sie bei der Metzgerei Ackermann in Trabitz den Prototypen des Wildburgers aus Dam- und Rotwildfleisch her. Dazu kreierte der Koch Günther Erhardt noch eine spezielle Burgersauce. Immer wieder mussten die Rezepturen verfeinert werden, bis es zum ersten Test bei den Friedenfelser Jägern und der Familie Erhardt kam – mit positiver Resonanz.

Probieren geht über Studieren
Beim Kochkurs der Öko-Modellegion Steinwald in der Kochschule des Möbelhauses Kellner in Ebnath feierte der Wildburger mit Bio-Zutaten seine Premiere und wurde erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ebenso kamen Besucher des Friedenfelser Grubbertages in den Genuss der Neuheit. Beide Male schmeckte der Hamburger den Testern sehr gut. Damit war klar, dass der Wildhamburger bei den Leuten Anklang findet und in den Handel gehen kann. Beim Waldhausfest im September verkaufte die Steinwald-Allianz den Bio-Burger zum ersten Mal. Sage und schreibe 400 Stück gingen dabei über den Verkaufstresen. Seit Oktober ist der Wildhamburger nun im Dorfladen Friedenfels und in der Roglermühle in Bad Alexandersbad erhältlich: Tiefgefroren und einzeln entnehmbar wurde das nahezu undurchschaubare Fast-Food-Produkt zu einem hochwertigen Regional-Produkt, das nur noch am heimischen Herd gebraten werden muss.

Interessierte Lebensmittelhändler und Gastronomen, die den Wildburger in ihr Sortiment aufnehmen möchten, melden sich bitte bei der Öko-Modellregion Steinwald (Tel. 09683/9168).