Ein Jahr Öko-Modellregion Steinwald

02.11.2015

„Friedenfels ist die Keimzelle der Öko-Modellregion und es ist uns ein Anlie-gen, unsere Arbeit auch hier vorzustellen.“ kommentierte Martin Schmid, Manager der Steinwald-Allianz, die vorliegenden Zahlen rund um die Bio-Landwirtschaft in der Region. Der Naturpark Steinwald e.V. lud zum einjährigen Geburtstag der Öko-Modellregion zu einem Vortrag in die Schlossschänke nach Friedenfels ein. Dabei kamen bereits erbrachte Erfolge, laufende Projekte und zukünftige Pläne zur Sprache.

Ein Jahr arbeiten die 16 Kommunen der Steinwald-Allianz als staatlich anerkannte Öko-Modellregion nun schon an dem Ziel, den Ökolandbau in Bayern zu fördern. Und ihre Bemühun-gen haben sich gelohnt. Am interessantesten erscheint der kräftige Zuwachs an Bio-Betrieben von 25 Prozent. Beim Start der Öko-Modellregion gab es im Gebiet der Steinwald-Allianz 36 Bio-Betriebe. Nun sind es mit 45 Betrieben deutlich mehr. Die biologisch bewirtschaftete Fläche erhöh-te sich von 935 ha auf 1225 ha in der Steinwald-Allianz. Diese und weitere Zahlen stellte Projekt-koordinatorin Elisabeth Waldeck mit ihrem Kollegen Josef Schmidt im Vortrag vor.

Herausstechend ist vor allem die Stellung von Friedenfels, denn hier wuchs die Zahl der Bio-Betriebe innerhalb dieses einen Jahres von null auf fünf. Mit den Friedenfelser Betrieben hat die Öko-Modellregion zusätzlich einen landwirtschaftlichen Modellbetrieb, der seine Erfahrungen mit der Bio-Umstellung anderen interessierten Landwirten zur Verfügung stellt.

In seinen Eingangsworten lobte Schmid außerdem die unproblematische Zusammenarbeit mit dem Bauernverband sowie die gelungene Einbindung der Kommunen und der Politik. Dadurch, dass die Bürgermeister der Steinwald-Allianz alle sechs Wochen in einer Sitzung zusammentreffen, kommt das Thema Öko-Modellregion praktisch ständig auf den Tisch. „Das haben wir den anderen elf Öko-Modellregionen voraus“, so Schmid.

Neu: Zertifizierter Schlachter
Doch nicht nur der Zuwachs an Öko-Betrieben lässt sich dem regen Treiben der Öko-Modellregion zuschreiben. Das bereits erhältliche Bio-Mohnöl ist ebenfalls ein Produkt aus diesem Hause. Mitarbeiter Josef Schmidt referierte über den von ihn angebauten Mohn, der zu den Hoffnungsträgern in der Region zählt. Außerdem sprach er die Bio-Rinderhaltung im Steinwald an. Zurzeit arbeitet er mit seinen Kollegen an der Erfassung von aktuellen Zahlen und Daten, um die nachhaltige Rinderhaltung in der Region voranzutreiben. Bei der Errichtung eines Bio-Schlachthofes erreichten die Mitarbeiter der Öko-Modellregion in den letzten Wochen bereits einen großen Fortschritt: Die Landmetzgerei Ackermann mit Schlachthof ist seit Mitte September bio-zertifiziert, sodass Bio-Bauern nicht mehr die nächstgelegenen Schlachthöfe in Erlangen, Bayreuth, Kulmbach oder Landshut anfahren müssen.

Weitere Großprojekte der Öko-Modellregion sind der Anbau von Topinambur, eines kartoffelähnlichen Knollengemüses, Bio-Beerenobst und Bio-Raps. In allen Bereichen soll der Anbau und die Vermarktung ausgeweitet werden. Neben dem Anbau und Verkauf stellt die Lagerung der Erzeugnisse viele Bauern vor Probleme. Hier wird abermals die Wichtigkeit der Friedenfelser Betriebe deutlich: Mit ihrem Bio-Lagerhaus geben Sie den Landwirten die Möglichkeit, ihre Produkte schnell und unkompliziert einzulagern. Die Entwicklung des Lagerhauses wird weiter beratend begleitet.

Viel zu tun
Insgesamt steht für die Öko-Modellregion in den nächsten Monaten noch mehr an: Bio-Back- und Kochkurse für das kommende Jahr planen, Projekte rund um die biologische Vielfalt vorbereiten, bestehende Themen mit anderen Regionalprogrammen verknüpfen, den Öko-Tourismus beleben sowie die regionale Fleischvermarktung vorantreiben. Außerdem wird die Steinwald-Allianz einen Verlängerungsantrag für die Öko-Modellregion beim Bayerischen Landwirtschaftsministerium einreichen, sodass diese für weitere drei Jahre Unterstützung erhält.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Besucher sachlich und lebhaft vor allem das Thema Bewusstseinsbildung. Was kann getan werden, um den Menschen in der Region biologische Le-bensmittel schmackhaft zu machen? Wie kann man die Wertschätzung von Bio-Produkten erhö-hen?