Ergebnisse der Abschlussarbeit: „Potentialabschätzung der Fressererzeugung in Öko-Betrieben“

05.10.2017

Projekt: Fleischgenuss pur - Regionale Aufzucht und Vermarktung von Bio-Milchviehkälbern

05.10.2017
Wie man die regionale Wertschöpfungskette für die Bio-Kälbervermarktung verbessern kann, untersuchte Frau Denise Ludwig im vergangenen Sommer in ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Um das Potential für eine regionale Mast von Rindern, insbesondere aus Bio-Milchviehbetrieben, für die Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten abschätzen zu können, befragte die 25-jährige Studentin (Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, Agrarmarketing und Management) alle rinderhaltenden und ökologisch wirtschaftenden Landwirte im Landkreis. Wie werden Bio-Kälber aus der Region aktuell vermarktet und wie sehen mögliche Betriebsperspektiven aus? In Zusammenarbeit mit dem Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und der Öko-Modellregion wurde anschließend eine Potentialabschätzung für die Bio-Fressererzeugung und mögliche Weitermast der Tiere in der Region generiert.

Die Rücklaufquote der Befragung lag bei erfreulichen 37 %. 167 von den rund 450 angeschriebenen Betrieben sendeten den Fragebogen mit ihren Daten zurück. Etwa ein Drittel der Kälber wird von den Landwirten für die eigene Nachzucht aufgestellt. Von den Verkäufen werden die meisten Tiere an einen Viehhändler oder die Kälber EG verkauft. Ein kleinerer Teil wird an die Allgäuer Herdebuchgesellschaft, sowie direkt an andere Landwirte weiterverkauft.

Über 50 Landwirte können sich ergänzend zum Milchvieh eine Fressererzeugung und 22 Betriebe eine anschließende Weidemast vorstellen, wenn entsprechende Vermarktungswege entwickelt werden können. Mit diesen Ergebnissen kann man in Zukunft noch effektiver an einem Konzept für die Mast der Bio-Kälber aus Milchviehbetrieben in der Region arbeiten. Auch an den Anmerkungen und Kommentaren ist zu erkennen, dass durchaus der Wunsch nach Verbesserung der aktuellen Situation vorhanden ist. Viele Landwirte sind sich jedoch unsicher, was den Preis und die ökonomische Kalkulation anbelangt. Insbesondere die dreimonatige Vollmilchtränke ist eine Herausforderung. Fachinformationen und der Austausch mit erfahrenen Praxisbetrieben könnten hier Abhilfe schaffen.
Die durchgeführte Umfrage zur Öko-Fressererzeugung im Oberallgäu und Kempten zeigt, dass es durchaus Interesse und Potential für die Erzeugung von mehr regionalem Rindfleisch aus dem (Ober-) Allgäu gibt. Allen teilnehmenden Betrieben an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für Ihre Mitwirkung!