Fränkische Bäuerin fordert solidarisches Wirtschaften auf Agrardemo in Berlin

20.01.2019

Projekt:

(RH, Thalmässing) Am 19.01. fand die 9. „Wir-haben-es-satt“ Demonstration in Berlin statt. Rund 35.000 Menschen waren gekommen um für eine gute Landwirtschaft und gutes Essen zu demonstrieren. Mit dabei Claudia Dollinger vom Bioland-Hof Dollinger, der als solidarische Landwirtschaft betrieben wird. Während Ihr Mann Karl und die gemeinsame Tochter am Treckerzug nach Berlin teilnahmen, vertrat Claudia zusammen mit Judith Hitchman die deutschen und internationalen Vertretungen für die Solidarische Landwirtschaft und forderte mehr Solidarität mit den Bäuerinnen und Bauern. SoLaWis sind Erfolgsmodelle stellte sie heraus: ein Zusammenschluss aus Bauern/Bäuerinnen und Verbraucherinnen, die gemeinsam die Produktion ihrer Lebensmittel organisieren und für die realen Kosten aufkommen.

Im Raum Nürnberg gibt es mittlerweile auf Initiative der Stadt sechs solcher solidarisch betriebenen Bio-Höfe. Am Dollingerhof setzt man das Konzept nun schon seit 5 Jahren um. Der Hof versorgt in seinen 17 Abholstellen (davon 12 in Nürnberg und Umgebung) einmal pro Woche über 500 Mitglieder mit Gemüse, Kartoffeln, Obst, Getreide, Eiern, Fleisch und Milchprodukten- alles regional, saisonal und unverpackt. Angebaut werden vorwiegend samenfeste Sorten und die Tierhaltung wird Schritt für Schritt verbessert. Hauptmerkmale sind bisher eine muttergebundene Aufzucht, Weidehaltung, Zweinutzungsrassen. Das Schlachten auf der Weide ist in Planung. Claudia Dollinger fordert einen Umbau der Landwirtschaft und eine Umverteilung der Subventionen sowie die verstärkte Unterstützung der kleinbäuerlichen Betriebe, die die Welt satt machen würden. Nur würden diese jedoch nach und nach von der Bildfläche verschwinden, weil sie mit den Bedingungen des Marktes nicht mithalten können. Ihr ginge es zudem nicht darum, Bio gegen Konventionell gegeneinander auszuspielen, betont die resolute Bäuerin. Stattdessen weist sie darauf hin,dass man gemeinsam die Bedingungen schaffen müsse für eine Landwirtschaft, die den Menschen ernährt, nicht jedoch Märkte oder Spekulanten. Nur das würde helfen Arten zu erhalten und die Klimakrise lösen. Sie rufe daher im Namen der Solidarischen Landwirtschaft Dollingerhof alle Menschen in Bayern zur Teilnahme am Volksbegehren für Artenvielfalt auf, welches am 31.01. beginnt. Mit einer simplen Unterschrift könne man Teil der Lösung sein und einen Beitrag für den Schutz des Planeten und die Zukunft unserer Kinder leisten. (/dm)