Isentaler des Monats Dezember 2016 – Die Zwergmaus

01.12.2016

Der Isentaler des Monats ist mit seinen sechs Zentimetern Körperlänge und sieben Gramm Körpergewicht eines unserer kleinsten heimischen Nagetiere: die Zwergmaus. Sie setzt ihren Greifschwanz geschickt wie eine fünfte Hand zum Klettern auf den Schilfhalmen ein. Diese Lebensweise ist einzigartig unter den heimischen Mäusen.

Die Zwergmaus ist mittlerweile recht selten anzutreffen. Sie lebt in feuchten Wiesen und in Schilf- und Röhrichtbeständen der Verlandungsbereiche der Isen. Hier bauen die Mäuse ihre kugelförmigen, mit zwei Eingängen versehenen Grasnester zwischen den senkrecht stehenden Halmen. Im Inneren ist das Nest mit klein genagten Pflanzenteilen ausgepolstert. Manchmal werden sogar Singvogelnester zu Mäusenestern umgebaut. Die kleinen Mäuse bauen für ihre Jungen ein größeres Wurfnest mit nur einem Eingang. Die Zwergmaus kann nach einer Tragzeit von 21 Tagen zwei bis sechsmal im Jahr jeweils bis zu sechs Junge zur Welt bringen. Die Mäuse ernähren sich von Grassamen, Insekten und Beeren.

Im Winter leben sie in Erdlöchern oder unter Schilfhaufen. Sie verlegen ihre Behausung auch gerne in Scheunen und Strohmieten. In der kalten Jahreszeit ernähren sie sich fast nur noch von tierischer Kost. Bei Nahrungsverknappung ist dann auch Kannibalismus nicht selten bei den Einzelgängern. Viele Feuchtwiesen und Röhrichtbestände sind durch Trockenlegung von Feuchtflächen und Flussbegradigung heute kaum mehr vorhanden. Dadurch sind nicht nur die Zwergmäuse, sondern viele andere Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Der Erhalt von Feuchtflächen ist daher von großer Bedeutung.