Isentaler des Monats Februar 2015 – Der Silberreiher

01.02.2015

Seit Juni 2014 sind die Gemeinden Buchbach und Schwindegg „Staatlich anerkannte Ökomodellregion Isental“. Um Themen wie Mehrung des Ökolandbaus, Steigerung von Bioregio-Produkten, regionale Energieversorgung, Nahversorgung in der Region, Landschaftspflege und Naturschutz voranzubringen, wurde eine Projektmanagementstelle bei Tagwerk Dorfen eingerichtet. Das Projektmanagement der Ökomodellregion stellt künftig jeden Monat einen „Isentaler des Monats“ vor, das ein Mensch aus der Region, eine Pflanze oder ein Tier aus dem Isental sein kann.

Auffallen um jeden Preis will der Isentaler des Monats Februar – der Silberreiher. Der „weiße Bruder“ des Graureihers ist derzeit vereinzelt im Isental gut zu beobachten. Durch sein reinweißes Gefieder ist er schon von weiter Ferne als auffälliger Fleck in der Landschaft zu entdecken, sofern kein Schnee liegt.
Er hält sich gerne in flachen Gräben oder auf Wiesen und Weiden auf, wo er nach Wasserinsekten, Fischen und Mäusen jagt. Die Art ist ursprünglich ein Brutvogel wärmerer Länder. Vor der Jahrtausendwende war der elegante Reiher noch ein seltener Gast. Die Zahl der in Bayern beobachteten Silberreiher ist in den letzten Jahren rapide angestiegen. Durch die milderen und schneeärmeren Winter verbringt der Vogel mittlerweile den Winter bei uns, anstatt die weite und Energie raubende Reise in den Süden anzutreten.

In der Regel baut der Silberreiher sich sein wagenradgroßes Nest auf dem Erdboden im Schilf dicht an dicht mit anderen Artgenossen. Das Weibchen legt im April/Mai im Abstand von zwei Tagen bis zu fünf blassblaue Eier, die auch vom Männchen mit ausgebrütet werden. Nach knapp vier Wochen schlüpft der Nachwuchs und nach weiteren 45 Tagen ist er flügge. Die anmutigen Vögel können bis zu 20 Jahre alt werden. Allerdings erreichen 75 Prozent der Jungvögel nicht einmal das erste Lebensjahr.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der weiße Reiher vom Menschen nahezu ausgerottet. Die bis zu 50 Zentimeter langen filigranen Rückenfedern, die der Vogel zur Brutzeit trägt, waren das Objekt der Begierde. Die Federn schmückten elegante Damenhüte in den Zwanzigern. Zum Schutz der Silberreiher sind der Erhalt von Wiesen und Weiden und der Erhalt von größeren Schilfbeständen notwendig.