Isentaler des Monats Januar 2017 – Die Gelbe Wandflechte

01.01.2017

Flechten sind Organismen, die durch das Zusammenleben von einem Pilz und einer Alge entstehen. Die Gelbe Wandflechte ist so eine Lebensgemeinschaft aus Pilz und Alge. Die Algen besitzen Pigmente, mit denen sie aus Licht, Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate und Sauerstoff produzieren. Diese Pigmente fehlen dem Pilz, deshalb nutzt er für seine Ernährung die von der Alge erzeugten Kohlenhydrate.

Die Gelbe Wandflechte ist weit verbreitet. Sie wächst bevorzugt auf Laubbäumen, an Mauern, Zäunen und sogar Betonplatten. Die Flechte profitiert von einem hohen Stickstoffgehalt in der Luft. Man findet sie daher häufig in der Nähe von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Viehweiden. Die Flechtenvegetation bietet vielen Tieren nebst Nahrung auch Lebensraum und Tarnung vor Fressfeinden. Milben und Insekten leben in großer Zahl zwischen den Flechten. Die Gelbe Wandflechte bevorzugt lichtreiche Lebensräume. Befindet sie sich auf der Nordseite oder im Schatten, so ist sie grün oder bekommt einen Grauton. Gegen saure Luftverunreinigungen ist die leuchtend gelbe Flechte widerstandsfähig. Sie hat sich deshalb stark ausgebreitet und ist im Gegensatz zu anderen Flechten kein Zeiger für reine Luft. Die in Luft und Regen enthaltenen Nähr- und Schadstoffe werden nahezu ungefiltert von der Flechte aufgenommen. Ihr Wachstum beschränkt sich auf nur wenige Millimeter im Jahr. Flechtenteppiche können mehrere hundert Jahre alt werden und gehören somit zu den langlebigsten Organismen dieser Erde.