Isentaler des Monats März 2017 – Der Märzenbecher

01.03.2017

Viele kennen den Märzenbecher, auch Frühlingsknotenblume genannt, nur aus Gärten oder Parkanlagen. Derzeit kann man die anmutige Pflanze auch in feuchten Wäldern und extensiven Bachwiesen entdecken. Doch warum blüht die Blume bereits im März? Sie muss die kurze, laublose Zeit im Wald nutzen, in der das Sonnenlicht bis auf den Boden fällt. In den wenigen Wochen muss sie blühen, Samen bilden und Reserven für das nächste Jahr sammeln. Im Sommer ist es auf dem Waldboden dafür viel zu dunkel. Damit die Pflanze im Frühling bei den ersten Sonnenstrahlen aus voller Kraft blühen kann, speichert die Frühlingsknotenblume Reservestoffe in ihrer Zwiebel.

Die glockige Blüte mit ihren gelblich grünen Punkten ist kaum zu verwechseln mit dem Schneeglöckchen. Die Blüte lockt mit einem veilchenartigen Duft die ersten Bienen und Hummeln, die sie bestäuben. Hauptsächlich vermehrt sich die Pflanze jedoch nicht durch Samen, sondern durch kleine Brutzwiebeln, die sich von der Hauptzwiebel trennen. Doch trotz dieser guten Strategien ist der Märzenbecher bei uns gefährdet und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Sein Lebensraum, laubreiche, feuchte Wäldern wurde oft entwässert oder in Nadelwälder umgewandelt. Zusätzlich wird der Märzenbecher, obwohl er gesetzlich geschützt ist, immer wieder von Menschen ausgegraben und in Hausgärten verpflanzt. Dabei sind die Zwiebeln im Herbst in jedem Gartenmarkt zu kaufen! Am besten genießen Sie den Anblick der attraktiven Blume und lassen sie für den nächsten Betrachter stehen, damit sich dieser auch daran erfreuen kann.