Isentaler des Monats November 2016 – Das Pfaffenhütchen

01.11.2016

Der Isentaler des Monats trägt die gewagte Farbkombination rot-orange und ist giftig: der Gemeine Spindelstrauch. Im Volksmund trägt dieser in allen seinen Pflanzenteilen sehr giftige Strauch viele Namen wie Pfaffenpfötchen, Eierbrettholz oder Pfaffenhütchen. Die Kapselfrucht ähnelt einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher, daher der Name.

Das Pfaffenkapperl findet man sowohl im Auwald als auch in Hecken auf nährstoffreichen, kalkhaltigen und feuchten Böden. So auffällig die reife Frucht im Herbst ist, so unauffällig ist die im Mai erscheinende kleine grünlichweiße Blüte. Nach dem Aufspringen der roten Kapsel hängen die orange umhüllten Samenkörner an einem zähen Schleimfaden, bevor sie zu Boden fallen. Die Samen brauchen mehrmals Frost, um nach vier Jahren keimen zu können.

Viele Vögel wie Amsel, Drossel und Rotkehlchen tragen durch den Verzehr der Samen zur Verbreitung der Pflanze bei. Rotkehlchen und Pfaffenhütchen haben angeblich das gleiche Verbreitungsgebiet, deshalb hat es dem Strauch den Spitznamen „Rotkehlchenbrot“ eingebracht. Mit dem gelblichweißen und harten Holz dickerer Stämme werden Musikinstrumente und Drechselarbeiten hergestellt. Die sehr weiche Holzkohle des Spindelstrauchs wird gerne von Künstlern als Zeichenkohle verwendet. Der Gemeine Spindelstrauch wird in der Flur als Erosionsschutz, Ufer- und Böschungssanierung, zur Landschafts- und Parkgestaltung gepflanzt. Durch die Früchte und das Herbstlaub ist er ein attraktives Ziergehölz.