Isentaler des Monats November – Die Nase

01.11.2017

Den Isentaler des Monats haben wahrscheinlich erst wenige zu Gesicht bekommen – die Nase. Sie ist ein heimischer Fisch, der auch in der Isen vorkommt. Fische kennen die meisten nur vom Speiseteller. Aber als Speisefisch eignet sich die Nase mit ihren vielen Gräten weniger, auch wenn ihr Massenvorkommen noch Anfang des letzten Jahrhunderts die Eiweißversorgung der nicht so wohlhabenden Bevölkerung sicherte. Doch die Nase, namensgebend ist die lange Schnauze über einem unterständigen Maul, ist ein guter Zeiger für die Qualität des Lebensraums Fluss. Gute Wasserqualität und eine höhere Fließgeschwindigkeit sind für den Fisch aus der Familie der Karpfen von Bedeutung. Früher waren die Bestände der Nasen in der Isen so groß, dass man sie bei ihren Laichwanderungen waschkörbeweise aus dem Wasser holte und sogar an die Schweine verfüttert hat.

Die Nase, die zur Laichzeit von März bis Mai in Schwärmen auftritt, braucht Kiesbänke, an denen ein Rogner (weiblicher Fisch) 20.000 bis 100.000 Eier ablegt, die an sauberen Flusskieseln bis zum Schlupf der Fischlarven kleben. Fließt der Fluss aber zu langsam, verschlammen die Kiesbänke und neue können nicht entstehen. Die Art muss flussaufwärts wandern, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen – und das ist in der Isen an einigen Stellen aufgrund von Wehren und Verbauungen nicht mehr möglich.

Zum Schutz und Erhalt der Nase und anderer Wasserlebewesen können sogenannte Umgehungsgerinne und Fischtreppen gebaut werden und das Wasser muss frei von Pflanzengift  gehalten werden. In den 80er Jahren hat man beobachtet, dass es nur noch Altfische gibt, und warum das so ist, konnte man sich nicht erklären. Mit dem Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Atrazin Anfang der 90er haben sich wieder vermehrt Jungtiere eingestellt, denn diese brauchen Algen als überlebenswichtige Nahrungsgrundlage.