Isentaler des Monats Oktober 2015 – Der Große Abendsegler

01.10.2015

Der Isentaler des Monats ist ein Säugetier und man beobachtet ihn hauptsächlich bei seinen abendlichen Jagdflügen – der Große Abendsegler. Fledermäuse rufen heute noch Furcht oder Abscheu bei vielen Menschen hervor, dabei sind sie faszinierend und harmlos. Im Barock galten sie sogar als Symbol des Teufels.
Die Weibchen der amselgroßen Abendsegler überwintern bei uns und fliegen den Sommer über nach Nordosteuropa. Sie bringen dort Mitte Juni zwei Junge zur Welt. Die Männchen dagegen bleiben das ganze Jahr bei uns. Derzeit fliegen die Weibchen wieder zurück in ihre Winterquartiere. Sie sind jetzt über der Isen und ihren Nebengewässern vor Einbruch der Dunkelheit beim Jagen nach Faltern und anderen Insekten gut zu beobachten.

Fledermäuse sehen mit den Ohren. Sie orientieren sich über Echoortung. Die Fledermaus stößt über ihr Maul hochfrequente, für uns nicht hörbare Rufe aus. Treffen die Schallwellen auf ein Insekt, werden diese abgeprallt und landen in den Ohren der Fledermaus. Blitzschnell entsteht ein Bild von der Beute und die Fledermaus schlägt zu. Die Paarung findet im Herbst vor dem Winterschlaf statt. Hierfür locken die Männchen mehrere Weibchen in eine Baumhöhle. Das Sperma wird von den Weibchen gespeichert, der Eisprung und die Befruchtung der Eizelle erfolgen erst im zeitigen Frühjahr.

Der Große Abendsegler bewohnt sowohl Spalten an hohen Wohngebäuden, z.B. hinter Eternit- und Holzverkleidungen, als auch Baumhöhlen in Wäldern und Parkanlagen. Das Fällen von Höhlenbäumen im Herbst und Winter kann ganze Winterschlafgemeinschaften vernichten. Bei alten Bäumen ist deshalb eine Sanierung empfehlenswert. Die Fledermaus-Koordinationsstelle Südbayern, Naturschutzverbände und die Unteren Naturschutzbehörden sind jederzeit Ansprechpartner für fachkundige Beratung beim Fledermausschutz. Die Fledermauskoordinationsstelle Südbayern erreichen Sie über: andreas.zahn@iiv.de.