Isentaler des Monats Oktober 2017 – die Dohle

01.10.2017

Eisblaue Augen, graue Mütze und schwarzer Mantel, das trägt der Isentaler des Monats – die Dohle. Der Vogel des Jahres 2012 gehört der Familie der Rabenvögel an und ist, abgesehen von einigen Lücken, in ganz Bayern verbreitet. Die Dohlen brüten gerne in Kirchtürmen oder im Mauerwerk, wie beispielsweise im Kloster Zangberg. Der Landesbund für Vogelschutz unterstützt die Ansiedlung der Dohlen mit der Anbringung von Brutkästen an Gebäuden. Die speziellen Nistkästen werden von den Dohlen gerne angenommen. Ursprünglich nisteten die kecken Gesellen in Baumhöhlen, vor allem in alten Spechthöhlen.

Ihre Nahrung suchen sich die Dohlen gerne auf offenen Flächen wie kurz bewachsenem Grünland und Äckern oder Obstgärten. Wie auch andere Raben und Krähen ist die Dohle ein Allesfresser. Der Schwerpunkt des Nahrungsspektrums liegt auf Samen und Insekten. Daneben frisst sie auch kleine Wirbeltiere, Schnecken, Aas und in Siedlungen auch menschliche Abfälle. Gesammeltes Futter wird, wie bei allen Rabenvögeln, versteckt. Unverdauliche Nahrungsbestandteile werden als Gewölle hochgewürgt, aber beim Fressen in der Regel gemieden.

Die Dohle ist ein sehr sozialer Vogel. Wenn ausreichend Nistplätze vorhanden sind, brütet sie in Kolonien. Das Nest besteht aus einem Unterbau von fingerdicken Zweigen, die in die Bruthöhle geworfen werden, bis sie eine Plattform bilden. Die Nestmulde wird mit Moos, Papier, Fell oder Dung ausgekleidet. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau, manchmal erhalten sie Hilfe von einjährigen Bruthelfern. Die Geschlechtsreife setzt bei Dohlen in der Regel im Alter von zwei Jahren ein. Die Vögel können im Zoo bis zu 30 Jahre werden, in freier Wildbahn bis zu 20 Jahre. Die Dohle steht in Bayern auf der Vorwarnliste. Eine Gefährdung für die Dohlen stellen die Zerstörung ihrer Brutplätze in menschlichen Siedlungen wie z.B. Abriss, Gebäudesanierung, Versiegelung von Böden und Vergitterung von Nischen zur Taubenabwehr, dar. Hinzu kommt eine Verringerung des Nahrungsangebots durch Intensivierung der Landwirtschaft. Mehr Infos unter www.nabu.de