Isentaler des Monats September 2017 – Das Judasohr

01.09.2017

Gelegentlich kann man Holunder mit braun-schwarzen „Ohren“ finden. Schaut man näher hin, erkennt man einen Pilz. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat das Judasohr zum „Pilz des Jahres 2017“ gewählt. Der Speisepilz hat die Form einer Ohrmuschel und ist auch für unerfahrene Pilzsammler leicht zu bestimmen.

Der Holunderpilz, wie er auch genannt wird, wächst an lebenden Bäumen und Sträuchern, bevorzugt an Schwarzem Holunder, und schwächt diese. Er ernährt sich aber auch von bereits abgestorbenem Holz. Der Pilz verdankt seinen Namen der Legende, Judas Iskariot, der Jünger, der Jesus mit einem Kuss verriet, habe sich aus Gram an einem Holunderbaum erhängt.

Die dunkelbraunen Fruchtkörper sind lappenartig und oft wie eine Ohrmuschel geformt. Der bis zu zwei Millimeter dünne und bis zu CD-große Pilz hat eine feinfilzige Oberfläche. Die sehr zähen, elastisch-gallertartigen „Ohrmuscheln“ werden beim Trocknen knochenhart und schrumpfen stark zusammen.

Der genießbare Pilz wird in der chinesischen Küche und Medizin verwendet. In einem Fachbuch für Pilzfreunde steht, das Judasohr schmeckt „penetrant nach nichts“. Empfohlen wird daher, wahlweise Essig, Cherry oder Maggi bei der Zubereitung dieses Pilzes zu verwenden. Er soll Kreislauf regulierend und entzündungshemmend wirken. Man kann das frostbeständige Judasohr fast das ganze Jahr über an geeigneten Stellen finden. Seine ungewöhnliche Form macht das Judasohr unverwechselbar. Giftige Doppelgänger sind nicht bekannt – also ein idealer Einsteigerpilz.

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