Isentaler des Monats Juni 2015 – Die Blauflügel-Prachtlibelle

01.06.2015

Der Isentaler des Monats erstrahlt im blau-grün schillernden Gewand – die Blauflügel-Prachtlibelle. Die Männchen haben auffallend blaugrün gefärbte Flügel und einen ebenso gefärbten Körper. Die Weibchen sind unscheinbar bräunlich bis kupfern gefärbt mit durchscheinenden Flügeln. Die Blauflügel-Prachtlibelle lebt vor allem an sauberen Bachläufen mit niedriger Wassertemperatur und mäßiger bis schneller Strömung. Die erwachsenen Libellen fliegen von Anfang Mai bis Ende September. Derzeit kann man sie auf Bäumen, Sträuchern und krautigen Pflanzen an Gewässern beobachten.

Die geschlechtsreifen Männchen haben ein ausgeprägtes Revierverhalten. Sie besetzen Tagesreviere, die sie gegen andere Männchen verteidigen. Die Weibchen überfliegen die Gewässer auf der Suche nach geeigneten Plätzen zur Eiablage. Die Männchen fliegen ihnen im auffälligen Schwirrflug entgegen und präsentieren die hoch erhobene helle Unterseite ihres Hinterleibs. Diese wird als „Laterne“ bezeichnet. So leitet das Männchen seine Auserwählte an den Eiablageplatz. Die Paarung findet auf dem Wasser oder auf der Vegetation statt. Die Eier werden in den Stängeln der Wasserpflanzen im Bereich des Wasserspiegels und darunter abgelegt. Das Weibchen klettert dabei Kopf abwärts am Stängel hinab und sticht die Eier mit dem Eiablageapparat fast senkrecht in die Stängel ein.

Die Larven der Blauflügel-Prachtlibelle entwickeln sich über 10 bis 12 Larvenstadien, zwischen denen jeweils eine Häutung stattfindet. Wie alle Libellenlarven leben auch diese räuberisch. Sie ernähren sich vor allem von Insektenlarven wie denen der Kriebelmücken, Zuckmücken, Steinfliegen und Eintagsfliegen. Die Umwandlung der Larven zu Libellen dauert bis Mitte Juli an. Die Libellenlarven verlassen dazu das Wasser, in dem sie nahezu zwei Jahre verbracht haben. Die Blauflügel-Prachtlibelle hat als erwachsenes Insekt eine Lebensdauer von 40 – 50 Tagen.Die Larven leben in klaren kühlen Bachläufen und sind vor allem an der Vegetation im Wasser zu finden. In stärkerer Strömung können sie sich an den Stängeln und Blättern von Flutenden Hahnenfuß und Wasserpest festhalten.
Die Larven der Blauflügel-Prachtlibelle reagieren bei Sauerstoffmangel empfindlicher als die Larven der nah verwandten Gebänderten Prachtlibelle. Der Sauerstoffgehalt des Wassers muss daher sehr hoch sein. Wegen dieser Empfindlichkeit können die Tiere als Bioindikator für die Abschätzung der Gewässergüte genutzt werden.

Durch die eng begrenzten ökologischen Ansprüche, vor allem der der Larven, ist die Blauflügel-Prachtlibelle sehr selten. Deutschlandweit gilt sie als gefährdet. Sie brauchen vom Menschen wenig beeinflusste, naturnahe Gewässer mit reich strukturierten Ufern. Ein wenige Meter breiter, extensiv oder unbewirtschafteter Uferstreifen verhindert eine Einschwemmung von Nährstoffen in die Gewässer.