Isentaler des Monats Mai 2018 – Das Rebhuhn

01.05.2018

Geht man im Frühjahr morgens auf einen Spaziergang, so ist ein wohlklingendes Konzert aus vielfältigen Vogelstimmen zu hören. Hört man genau hin, sind auch schnarrende, vogeluntypische Geräusche zu hören – es ist der Revierruf des männlichen Rebhuhns. Der Hühnervogel ist dank seines braunen Gefieders kaum zu entdecken und hervorragend getarnt. Meist bewegt sich das Rebhuhn schreitend vorwärts, es kann aber auch schnell laufen. Der Flug erfolgt meist flach über dem Boden mit längeren Gleitstrecken. Ist Gefahr in Verzug, drückt sich das Rebhuhn flach an den Boden. Das Rebhuhn ist in Mitteleuropa heute überwiegend ein Charaktervogel der Feldflur und der Brachflächen. Der Vogel war ursprünglich ein Steppenbewohner, der durch die landwirtschaftliche Nutzung zum Kulturfolger wurde.

Das Weibchen legt eine Mulde im Boden als Nest an – bevorzugt in guter Deckung, z.B. Feldraine, Weg- und Grabenränder, Hecken, Gehölz- und Waldränder. Im Mai legt das Rebhuhn etwa 15 einfarbige, blass-olivbraune bis bräunlich-graue Eier. Nach 24 Tagen schlüpfen die Küken, die nach zwei Wochen flugfähig sind und nach weiteren drei  Wochen selbständig. Sie bleiben aber bis in den Winter im Familienverband. Das Rebhuhn beschränkt sich in der Regel auf eine Jahresbrut, bei frühem Gelegeverlust ist jedoch ein Nachgelege möglich. In den ersten Lebenswochen ernährt sich das Rebhuhn vor allem von Insekten und deren Larven wie Ameisen, kleinen Käfern, Schmetterlingsraupen und Blattläusen. Altvögel bevorzugen pflanzliche Nahrung wie grüne Pflanzenteile, Getreidekörner und die Samen von Wildkräutern.

Die Einengung seines Lebensraums, ein schrumpfendes Nahrungsangebot, aber auch die fortdauernde Bejagung brachten das Rebhuhn bundesweit auf die Rote Liste der gefährdeten Vogelarten. Hauptursachen für den Bestandsrückgang ist die stetige Intensivierung und Technisierung der Landwirtschaft. Weitere Faktoren sind Verluste durch Witterung, Prädatoren und Straßenverkehr. Zum Schutz des Rebhuhns sind Extensivierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft unumgänglich, die kleinparzelligere Ackerflächen mit Feldrainen für ein ausreichendes Angebot an Nahrungspflanzen und Insekten schaffen. Der Einsatz von Düngemitteln, Herbiziden und Insektiziden ist ebenfalls deutlich einzuschränken, um Wildkräutern und den Insekten wieder eine Überlebenschance zu geben. Auch eine Erhöhung des Brachflächenanteils käme dem Rebhuhn zugute; ebenso das zeitweilige Belassen von Stoppelfeldern, die heutzutage meist gleich nach der Ernte umgebrochen werden. Auf die Bejagung des Rebhuhns sollte angesichts der stark geschrumpften Zahlen verzichtet werden.