Alex(z)ander's Fischzucht

Gut Obermühle

Portrait

Alexander Schalber-Müller
© Daniel Delang

Die Obermühle im Sittenbachtal ist ein historischer Ort, erstmals schon in der Mitte des 14 Jahrhunderts erwähnt, birgt sie auch ein dunkles Geheimnis. Im Jahr 1817 wurde hier ein undurchsichtiger Vatermord verübt. Der Patriarch hatte seine Familie und Knechte so schlecht behandelt, dass sie ihn schließlich ermordeten. Die Tat hatte keine Folgen, da der Leichnam nie gefunden wurde. Von der dunklen Geschichte ist heute nichts mehr übrig. „Ich wusste davon gar nichts, als ich den Hof 2019 gekauft habe. Da stand er schon etliche Jahre leer. Das mit dem Mord habe ich erst später erfahren und integriere es jetzt in mein Event-Angebot.

Am Originalschauplatz führen wir das Musical „Via Mala“ auf.“ so Alexander Schalber-Müller. „Via Mala“ heisst der Roman von John Knittel, welcher die Geschichte der Obermühle in einem Bestseller verarbeitete, dabei die Handlung in die Schweiz, genauer den Kanton Graubünden verlegte.
So erfrischend unkompliziert und pragmatisch geht der gelernte Küchenchef Alexander Schalber-Müller an all seine Vorhaben heran. Das erste war die Übernahme des Guts Obermühle. „Ich habe schon fast zehn Jahre in der Gastronomie hinter mir, und schon als Kind hatte ich Fischzucht betrieben. Als ich vom möglichen Kauf des Gutshofs erfahren habe, wusste ich sofort: Ich will hier jetzt mein eigenes Ding machen und kann dieses Hobby hier mit dem Beruf als Koch und der Erfahrung als Gastronom nutzen. Es ergänzt sich hier alles gegenseitig und ist eine großartige Chance“
Die Chance hat er genutzt. Zuerst allerdings wird viel Arbeit in den Hof gesteckt. Es entstehen Wohnmobilplätze und Ferienwohnungen, daneben der Hofladen mit den Fischen. „Gleich am ersten Tag kam ein Bus unangemeldet bei uns vorbei und die Nachfrage ist jetzt nach Corona wieder höher, als was wir bedienen können.“, verrät Alexander stolz.
Aus dem nachhaltigen Fisch werden die exquisiten Gerichte konzipiert, unterstützt wird er dabei von Takayuri Igarashi. „Als Corona kam, war Takayuri Igarashi gerade aus einem anderen Betrieb gegangen. Ich habe ihn gleich engagiert. Zusammen haben wir ein wunderbares Sushi entwickelt und gestalten auch Events am Teich, wo – frischer geht es nicht – alle lernen können, wie fränkisches Sushi funktioniert. Das kommt an.“
Und Corona hat Alexander weniger anhaben können, ihn nur erfinderisch gemacht. Die Direktvermarktung auch über die Hofladenbox läuft schnell an und die Wohnmobildinners werden sofort angenommen in der Region. Neben den Lösungen zur Coronazeit ist Alexander auch weiter kreativ mit seinen Gerichten. „Mir war klar, dass ich nicht der nächste Laden bin, der auf dem Land günstig Schäufele anbietet kann, das können andere besser. Ich wollte es anders machen.“ Und das tut er. Außer dem Fisch-Sushi kreiert er einen Fischburger mit eigener Senfsauce, Wildkräutern, selbstgebackenen Buns und selbsthergestellten Pommes. Die Fleischvariante stammt vom Rindfleisch eines befreundeten Biobetriebs. Für Vegetarier gibt es auch Burger oder „fränkische Bruschetta“ mit heimischen Pilzen und Bio-Ziegenkäse. Das Konzept geht voll auf: nachhaltig erzeugte Lebensmittel, gekonnt von Experten ihres Fachs in Szene gesetzt. Das ist ein perfekt umgesetzter Nahrungstrend: Das, was man in der Region erzeugen kann, nachhaltig produzieren und mit viel Liebe und Sachverstand zu besonders hochwertigen Gerichten verarbeiten. So geht nachhaltiger Genuss mit Niveau und mit gutem Gewissen. Diese Kompetenz gepaart mit der coolen Eventlocation ist ein absolutes Erfolgsrezept.
Die Teichanlagen hier sind sehr besonders, üblicherweise wird das Wasser von einem Teich zum anderen geleitet, hier bekommen alle Teiche immer frisches Wasser vom Bach. Das Futter ist biologisch und die Fische werden, wenn ihre Zeit gekommen ist, mit einem Kescher aus dem Teich geholt und einem Elektroschock schmerzfrei betäubt, sodass sie schonend getötet werden können. Mit ca. 800 Kilogramm Fisch im Monat ist hier die Kapazitätsgrenze schon erreicht und Alexzander meist ausverkauft.
Da Ganze ist ein perfektes Beispiel für ein sogenanntes PPP Start up – Planet People Profit – für den Planeten nachhaltig, für den Menschen gesunder Genuss – das darf auch wirtschaftlich Erfolg haben. Wir gönnen ihm den Erfolg von Herzen und wünschen uns mehr so anpackende Unternehmer als Nachhaltigkeits- und Genussboten der Region.

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Region: Nürnberg, Nürnberger Land, Roth