Dietmar Gabler

Von glücklichen Hühnern und ländlicher Nahversorgung

Dietmar Gabler aus Lupburg hält seit 2016 Bio-Hühner.

Dietmar Gabler aus Lupburg hält seit 2016 Bio-Hühner.
© Daniel Delang

Bei den Gablers betreibt die gesamte Familie leidenschaftlich Landwirtschaft. Das geschah lange im Nebenerwerb, bis ein Unfall Dietmar Gabler dazu zwang, den Betrieb wieder so einträglich zu gestalten, dass die Familie davon leben konnte. Davor war es Ackerbau im Nebenerwerb. Mit 38 Hektar Ackerfläche und 6 Hektar Wald gehört der Hof eher zu den kleinen, seit 2006 wird er ökologisch bewirtschaftet.

Auf der Suche nach einer Entwicklungsmöglichkeit wurde Dietmar Gabler auf Die Biohennen AG aufmerksam. Diese Vermarktungsgemeinschaft hat hohe Ansprüche an Haltung und Tierwohl – das ist genau im Sinne der Gablers. Das Konzept ist praxiserprobt, die Vermarktung wird von der Initiative übernommen. Gleichzeitig konnte sich Dietmar bei den Legehennen auch als Anteilseigner einbringen.

In zwei Ställen sind seit 2016 jeweils 3000 Tiere untergebracht, sie bewohnen den Stall, einen hellen Wintergarten und haben Zugang zum Pappelwald. Der soll sie vor Raubvögeln schützen, was leider nicht immer gelingt. „Es sind etliche Tiere, die ich jedes Jahr an den Habicht verliere. Die kennen unseren Pappelwald als ergiebigen Jagdgrund und so fühlen sich die Tiere sicherer, als sie es sind.“ Von Sorge ist tatsächlich nichts zu bemerken, wenn die Tiere ins Freie dürfen. Sie rennen förmlich in den Pappelwald und genießen den Spaziergang sichtlich.

Oregano hält die Hühner gesund
Dietmar Gablers Frau Helene kümmert sich mit Tochter Rebecca um das Sortieren und Verpacken der Eier. Auch Sohn Lucas ist an der Hühnerhaltung beteiligt. Er baut eigens Oregano an, das schmeckt den Tieren nicht nur, sondern hält sie gesund. Er tüftelt und forscht, wie es den Tieren noch besser gehen kann. Das passt zu den Gablers und zu den Biohennen. Wenngleich die Entwicklung auf dem Eiermarkt Dietmar Gabler etwas umtreibt: „Mit dem Bruderhahn leben die männlichen Tiere mit erheblichem Aufwand ein dennoch kurzes Leben und das Fleisch der Tiere ist nicht so leicht abzusetzen wie ein klassisches Brathähnchen. Gleichzeitig ist dadurch der Preis so stark gestiegen, dass der Verbraucher gerade jetzt in Zeiten der Inflation weniger Eier isst. Im Zoo fehlt dafür Futter für Amphibien und andere Tiere. Das muss jetzt importiert werden. So hat in unserer komplex vernetzten Welt halt alles überall Folgen.“ Pragmatische Lösungen und kleine, überschaubare Kreisläufe sind ihm ein Anliegen. Letztendlich lässt sich bei der Nutztierhaltung der Tod nicht verhindern.

Neuer Bio-Hofladen im Bau
Wie bei vielen Landwirten haben auch die Gablers einen kleinen Selbstbedienungsladen am Hof. Hier ist das Angebot seit Jahren gewachsen: Erst waren es die Eier, bald darauf kam der Eierlikör und nun produziert ein befreundeter Hof Nudeln. Überhaupt wird das bio-regionale Angebot in der Region vielseitiger, was die Gablers auf die Idee gebracht hat, den Direktabsatz nochmals anzukurbeln. Der erste Schritt war die Anschaffung eines Automaten, wobei Dietmar bei der Befüllung sehr pragmatisch ist: „Wir sind hier im Dorf, das heißt, die Versorgung ist schlecht. Also gibt es bei uns im Automaten sowohl Eier und Nudeln als auch Snacks und RedBull. Das kommt bei den Jugendlichen im Dorf sehr gut an und das Betreiben der Automaten lohnt sich dadurch ein Stückchen mehr.“ Nun entsteht ein neuer Laden am Hof – ohne Red Bull, dafür eben mit Bio-Produkten von Kollegen. Gefördert wird das Bauvorhaben von der Öko-Modellregion Neumarkt i.d.OPf. Spätestens im September wird es dann feierlich eingeweiht und hoffentlich rege besucht.

Region: Neumarkt i.d. OPf.