Karl und Florian Trummer

Dammkultur nach Turiel

Karl und Florian Trummer

Karl und Florian Trummer
© Daniel Delang

Karl Trummer wusste schon sehr früh um ein wirksames Rezept, damit man seine Freude am Arbeiten nicht verliert: „Nur Arbeiten laugt auf Dauer aus. Man muss sich auch Muße gönnen, Zeit finden, die Seele baumeln zu lassen und sich auch außerhalb des Hofes engagieren.“ Und das tut Karl Trummer: Als Stadtrat, im Kreistag und bei der freiwilligen Feuerwehr. Als um 1996 die Diskussion um integrierten Landbau beginnt, wirtschaftet Karl Trummer intensiv konventionell. „Den integrierten Landbau habe ich als Feigenblatt empfunden, die Diskussion hat in mir den Wunsch wachsen lassen, wirklich anders – eben im Einklang mit der Natur – zu wirtschaften. Da wurde mir klar, dass ich den Hof ökologisch bewirtschaften möchte.“ Das Eingebundensein in die Region hat sehr geholfen bei der Umstellung auf bio. Die Eltern haben den Schritt zum Ökolandbau damals nicht unterstützt. Obwohl Karl Trummer für seine Überzeugungen eintreten und sich vieles erarbeiten und erkämpfen musste, wirkt er glücklich und zufrieden. Ein Mensch mit einer so klaren Vision von seiner Art Landwirtschaft verliert durch Hindernisse nicht den Mut. „Die Hindernisse haben den Zusammenhalt zwischen mir und meiner Frau Inge gestärkt. Und sie haben uns nicht an unserer Überzeugung zweifeln lassen.“ so Karl Trummer. Gegen so viel Widerstände ankämpfen zu müssen, hat bewirkt, dass die fünf Kinder sich immer beim eigenen Weg unterstützt fühlen. Florian ist mit am Hof tätig und wird ihn übernehmen.
Das Credo und die Vision Karl Trummers wecken Sehnsüchte: Sich nicht zu viel Leistung abverlangen. Das klingt in unserer Leistungsgesellschaft nach dem gelobten Land! Und Karl Trummer meint es ernst damit. Nicht nur die Menschen, auch die 35 Milchkühe werden nicht auf Milchleistung getrimmt. „Was für mich die Essenz ist, ist die Gesundheit. Die Gesundheit der Tiere, des Bodens.“ In einer sehr offenen, speziellen Stallbauweise herrscht ganzjährig ein angenehmes Klima. Und auf dem Acker, in Dammkultur angelegt, wachsen neben dem Getreide auch noch über 40 Ackerfeldkräuter. Die Dämme funktionieren als Lerchenfenster. Durch die Dammkultur ist die seltene Vogelart auch relativ sicher vor dem Fuchs.
Eine Bank am Rande des Ackers lädt dazu ein, die intakte Natur und die friedliche Lebendigkeit, die sie vermittelt, zu genießen. Nicht jeder Betrieb eignet sich zur Direktvermarktung. Manche sind ungünstig gelegen und es fehlt die Zeit, um den Mehraufwand zu bewältigen. Die Trummers haben darauf bewusst verzichtet. Dafür schenken sie jedem, der vorbeispaziert das Erlebnis der harmonischen Vielfalt und Lebendigkeit, die entsteht, wenn nicht alles der Leistung untergeordnet ist.

Region: Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg