Modellkommune setzt auf Streuobst-Saft und Bio aus der Region

08.08.2019

Projekt:

Ursensollen möchte mehr Impulse zur Förderung der Biodiversität im Alltag geben. Die Kommune ist seit 2018 eine von zehn bayerischen Modellgemeinden beim „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ und seit 2015 Mitglied der Öko-Modellregion (ÖMR) Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg.

Gemeinderat Manfred Schmidt hatte bereits angeregt, dass die Gemeinde als Modellkommune das Getränkeangebot für Rathaus-Gäste auf Bio umstellt. Bürgermeister Franz Mädler und Verwaltungskraft Nina Forster haben sich daraufhin von Barbara Ströll, ÖMR-Projektmanagerin beim Landschaftspflegeverband (LPV), beraten lassen, wie sie mit den hiesigen Bio-Direktvermarktern zusammenarbeiten und Bio aus der Region in ihr Angebot integrieren können. Das Ergebnis: Für die Gäste des Bürgermeisters und während der Sitzungen werden künftig sortenreine Streuobstsäfte vom Birgländer Biohof Heldrich sowie die Oberpfälzer Juradistl-Apfelschorle ausgeschenkt. Auch im Veranstaltungsort KUBUS sollen Bio-Säfte und Streuobst-Schorle zukünftig mitangeboten werden.

Wertschöpfungskette Streuobst und Biodiversität

Barbara Ströll ist begeistert: „Unsere Ernährungsweise hat ja einen großen Einfluss auf die Biodiversität in der Kulturlandschaft. Schön, dass sich die Gemeinde Ursensollen als Biodiversitäts-Kommune nun für diesen Schritt entschieden hat und damit gleichzeitig konkrete Ziele der Öko-Modellregion in die Tat umsetzt. Beide Streuobst-Produkte ergänzen sich sehr gut, unter anderem, weil die Schorle relativ günstig angeboten werden kann, während die Bio-Säfte in Handarbeit hergestellt werden und daher etwas mehr kosten müssen.“ Die Juradistl-Schorle wird von der Regensburger Kelterei Nagler aus ungespritzten Äpfeln von Oberpfälzer Streuobstwiesen hergestellt. Der Biohof Heldrich presst seine Säfte in der hofeignen Saftpresse und verarbeitet dafür nur Obst von biozertifizierten Streuobstwiesen. Eine Besonderheit sind die sortenreinen Säfte und die Mischsäfte von Familie Heldrich. Dazu baut sie in Frechetsfeld neben Birnen, Kirschen und Beeren mehr als 100 verschiedene Apfelsorten an.

„Die Juradistl-Schorle haben wir schon auf einer Gemeinderatssitzung getestet. Sie wurde tatsächlich bevorzugt getrunken.“, stellt Nina Forster fest, „Die Bio-Säfte bieten wir erstmals bei den Biodiversitätstagen an.“. Während Heldrichs ihre Säfte direkt vom Hof nach Ursensollen liefern, wird die Schorle beim örtlichen Getränkehändler Schärl bestellt. Dieser hat die Streuobst-Schorle nun fest in sein Sortiment aufgenommen.

Auch Isabel Lautenschlager, Geschäftsführerin des Naturparks Hirschwald begrüßt den Schritt der Gemeinde. „Ich begrüße es, dass unsere Mitgliedsgemeinde Ursensollen diesen Weg geht und bei Erfrischungsgetränken auf regional UND bio setzt. So bleibt der Mehrwert in der Region, und zwar beim Obstbaumbesitzer und nicht zuletzt auch in der Natur. Und schmecken tun die Säfte auch hervorragend. Mögen noch viele weitere Gemeinden folgen!“

5.000 Tierarten in Streuobstwiesen

Insbesondere alte, gut gepflegte Obstbäume sind von Bedeutung für die kulturelle Sortenvielfalt und die Artenvielfalt in der Region. In großen Streuobstwiesen leben bis zu 5.000 verschiedene Tierarten. So finden zum Beispiel blütenbesuchende Insekten in einer blütenreichen Wiese und in blühenden Obstbäumen über viele Wochen Nahrung. Vögel und Fledermäuse brauchen wiederum Insekten als Nahrung. Viele weitere Kleintiere leben von dem Laub der Bäume, den Wiesenpflanzen und im Boden der Wiese.

Fazit: Wer Streuobstsaft aus der Region trinkt, fördert die Vielfalt der Insekten, Vögel und Kleintiere vor seiner Haustüre und sichert den Erhalt der Streuobstkultur und der Sortenvielfalt.