Mohnanbau im Isental?

13.07.2018

Projekt: Regionale Rohstoffe in der Verarbeitung

13.07.2018: Mohn im Kuchen, Mohn auf der Semmel, Mohn im Fitnessriegel und  in der Müslimischung: Der Mohn ist ein begehrter Rohstoff für viele Verarbeiter. Am liebsten hätten Bäcker und Krunchyproduzenten bei uns den Mohn aus der Region, aber bislang stammt er nicht aus heimischer Landwirtschaft. Und das obwohl der Mohn eine alte Kulturpflanze in Bayern ist. Der erste Mohnfeldtag in der Öko-Modellregion Steinwald warb nun für den Mohnanbau, als hochwertigen Rohstoff, als altes Kulturgut und als wunderbare Blütenpracht im Sommer.

Beim Feldtag wurde aber gleichzeitig deutlich, warum der Mohnanbau in Deutschland faktisch nicht mehr stattfindet. Auch wenn die Kultur bezüglich der Nährstoffversorgung wenig anspruchsvoll ist, so stellt sie an die Unkrautbekämpfung hohe Ansprüche. Denn der Mohn entwickelt sich im Frühjahr nur langsam, so dass der Unkrautdruck den Bäuerinnen und Bauern erhebliche Probleme bereiten kann. Die Lösung hier: möglichst früh durch Maschinenhacke die Beikräuter im Zaum halten. Auch die Ernte, Aufbereitung und Lagerung des Mohns stellt hohe Ansprüche, da das Korn sehr klein ist, und das Erntegut Feuchte und einen hohen Besatz an Unkraufsamen schlecht verträgt. Das sind aber alles Dinge, die man in den Griff bekommen kann. Das eigentliche Problem ist dagegen, dass der Mohn in Deutschland als potentielle Drogenpflanze unter Generalverdacht versteht, und mit ihr jeder Mohnanbauer. Deshalb ist in Deutschland gerade einmal eine Sorte zugelassen, und die auch nur vorrübergehend für zwei Jahre. Und bis man das Saatgut in Händen hält, ist viel Bürokratie zu erledigen. In den europäischen Nachbarländern sind über 50 Sorten zugelassen, bieten für die Anbauerinnen und Anbauer damit, was die Standorteignung und die Rohstoffverwendung angeht, viel mehr Flexibilität und Sicherheit.

Im Steinwald wird im Rahmen der Mohnversuche nicht nur an den Anbaumethoden gearbeitet, sondern ebenso an der technischen Ausstattung im Lager. Wenn dann alles gut gegangen ist und eine Ernte von mindestens 500, besser noch 1000 kg pro Hektar erreicht wurde, dann warten zahlreiche Verarbeiter, die liebend gerne den Regio-Mohn abnehmen würden. Gegenwärtig übersteigt die Nachfrage das Angebot um ein Vielfaches. Auch in der Öko-Modellregion Isental haben schon mehrere Verarbeiter ihr Interesse bekundet. Ein guter Grund, sich auf den Weg zu machen, der Bundesopiumstelle zum Trotz!