Biodinkel und –Hafer für den Müslihersteller Barnhouse – Regionalprojekt geht erfolgreich weiter

Barnhouse schließt weiteren 3-Jahres-Vertrag mit regionalen Bio-Landwirten

Projekt: Bioackerbau , Bioverarbeiter , Ernährungsbildung , Öffentlichkeitsarbeit

Barnhouse-Geschäftsführer Martin Eras und der Vorstand der Erzeugergemeinschaft bei der Vertragsunterzeichnung (v.l. Andreas Remmelberger, Sepp Wasmeier, Martin Eras, Michael Rittershofer (Tagwerk), Gerhard Schweiger und Hans Reichl).
© Bentlage

Mit einem neuen Anschluss-Rahmenvertrag hat der Bio-Pionier Barnhouse die enge Zusammenarbeit mit seinen Partnerlandwirten für weitere drei Jahre bekräftigt. Damit kann diese Erfolgsgeschichte einer wert­orientierten Erzeuger-Verarbeiter-Partnerschaft, die immer schon mehr als eine reine Lieferbeziehung war, nahtlos fortgeschrieben werden.

„Gemeinschaft der Barnhouse Bäuerinnen und Bauern“, der über 60 Verbandslandwirte mit kleinbäuerlichen Betrieben aus der Region angehören, wird für weitere drei Jahre Bio-Hafer und –Dinkel für den Knuspermüsli-Hersteller mit Sitz in Mühldorf anbauen ­­­— zu festgelegten, fairen Preisen, mit Planungssicherheit und der klaren Vision „mehr bio in der Region“. Das erklärte Ziel, den Ökolandbau voranzubringen, wird dabei z.B. mit Maßnahmen für Artenschutz und mehr Biodiversität auf den Barnhouse-Feldern oder der Förderung von Öko-Saatgut verfolgt. Als nächstes Projekt wird Barnhouse in 2021 mit seinen Landwirten die Themen „lebendigere Böden“ und „Humusaufbau“ in Angriff nehmen.
Ziel des Zusammenschlusses ist es, eine gewachsene, verlässliche Partnerschaft miteinander einzugehen. In Zeiten anonymer und oft rein preislich orientierter Märkte besitzt die klare Handlung eines „Wir machen das gemeinsam anders!“ eine Kraft, durch menschliche und verlässliche Partnerschaften eine gesunde und ethische Alternative zu realisieren. Zu sehen, was jeder braucht und gegenseitig füreinander einzustehen, schafft eine innere Stärke in allen Beteiligten. Der Unterstützung von umstellungsinteressierten Betrieben und Betrieben in Umstellung wird in diesem Zusammenschluss eine große Bedeutung beigemessen.

3.11.2020 Pressemitteilung von Andreas Bentlage, Fa. Barnhouse in Mühldorf
Andreas Bentlage, Barnhouse; andreas.bentlage@barnhouse.de

Entstehungsgeschichte zum Barnhouse-Projekt in der Ökomodellregion:

Das gemeinsame Anbauprojekt zu Biodinkel und –Hafer für Barnhouse wurde 2014 von der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel mit Sina Nagl, Geschäftsführerin bei Barnhouse bis 2019, ins Leben gerufen und bis zum ersten erfolgreich abgeschlossenen Liefervertrag 2015 aktiv geleitet. Als Partner wurde die kleine Ökomodellregion Isental (damals zwei Gemeinden, jetzt erweitert auf Mühldorfer Land) mit ins Boot geholt. 2015 wurde eine gemeinsame Erzeugergemeinschaft der Biolandwirte gegründet, deren Vorstände das Projektgebiet auf das Einzugsgebiet der Tagwerk-Genossenschaft ausdehnten. Tagwerk übernimmt derzeit auch die Abrechnung für die Erzeugergemeinschaft, an der weiterhin etwa 15 Landwirte aus unserer Region beteiligt sind.

Um Biodinkel und –hafer an Barnhouse liefern zu können, müssen Partien von je mindestens 25 Tonnen Dinkel/ Hafer an Primavera, die vorgeschaltete Mühle in Mühldorf, ganzjährig lieferbar sein. Die Barnhouse-Lieferanten in der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel mieten sich deshalb seit 2016 im Biogetreidelager Mussenmühle bei Tacherting ein, wo auch das Biogetreide für die Brauerei Stein gelagert wird (Pächter ist die Brauerei Stein, Besitzer Familie Wallner-Huber). Dort wird das Getreide, das von den Landwirten nach der Ernte angeliefert wird, erst beprobt und bei Primavera analysiert, anschließend – wenn die Analysewerte passen – gereinigt, bei Bedarf getrocknet und in den Silos gemeinschaftlich ein- und ausgelagert. Diese Bündelung und ganzjährige Abrufbarkeit verursacht insbesondere bei längerer Lagerdauer zusätzliche Kosten für die Landwirte, denn der Personalaufwand für die Betreuung des Lagers muss bezahlt werden. Gleichzeitig ist es eine gute Möglichkeit für hiesige Betriebe mit kleinen Getreideanbauflächen, am Projekt teilzunehmen und dabei den Umfang und die Qualität der benötigten Ware für einen großen Nachfrager ganzjährig sicherzustellen.

Für den Nachtrag: Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel

06.11.2020

Region: Waginger See - Rupertiwinkel

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