Die Karthäusernelke

Schon die Mönche wussten ihren Wert zu schätzen

Projekt: Heimisch zwischen Inn & Salzach

Karthäusernelke
© DieFia - Pixabay

Dem Anbau in den Klostergärten der Karthäusermönche hat dieses wunderschön rot blühende Nelkengewächs seinen Namen zu verdanken.

Die Karthäusernelke gehört, wie zu vermuten, zur Familie der Nelkengewächse. Man findet die leuchtend rot blühende Pflanze auf Kalkmager- und Halbtrockenrasen. Typisch sind die bis zu 10 duftenden Blüten je Pflanze, die am Ende des Stängels wie kleine Köpfchen sitzen. Sie haben einen Durchmesser von 18 – 22 mm und blühen von Juni bis September als echter Hingucker. Die Karthäusernelke wird 15 -50 cm hoch, hat wenige lanzettförmige Blätter und ist mehrjährig.

Gerade für Schmetterlinge ist die Karthäusernelke sehr wertvoll, da fast nur sie an den Nektar der Blüten kommen und sie bestäuben. Benannt wurde die Blume nach den Karthäusermönchen, die die Pflanze seit dem 16. Jahrhundert in ihren Gärten angebaut haben. Der Volksaberglauben sagt ihr allerdings nach Blitze anzuziehen.
Die Pflanze ist zwar noch nicht gefährdet, aber Extensivgrünland als ihr Lebensraum wird selten. Entweder diese Flächen werden nicht mehr bewirtschaftet und verbuschen oder sie werden aufgedüngt um intensiver bewirtschaftet zu werden. Um auf die Wichtigkeit dieser extensiven Flächen hinzuweisen haben wir als Öko-Modellregion euch heute einen Bewohner dieses Lebensraums vorgestellt. Die Bewirtschaftung von Extensivgrünland ist nämlich leider nicht mehr rentabel, da sich keine hohen Erträge einfahren lassen, der Arbeitsaufwand aber genauso groß, wenn nicht größer ist. Was also tun um diese Flächen zu erhalten? Manche Landwirte betreiben extensive Tierhaltung wie Mutterkuh- oder Schafhaltung auf extensivem Grünland und tragen damit zum Erhalt dieser Pflanzen bei. Der Einkauf bei diesem Bio-Bauern ist also ein Einkauf für den Naturschutz.

07.09.2020

Region: Inn-Salzach