Isentaler des Monats August 2019 – der Pastinak

Projekt: Isentaler des Monats

Wiesen-Pastinak mit Schwebfliege

Wiesen-Pastinak mit Schwebfliege
© Rosa Kugler

Entlang von Wegen, Straßenrändern und Wiesen kann man derzeit eine bunte Vielfalt an Pflanzen bewundern. Der zart grün-gelb blühende Wiesen-Pastinak ist einer davon und gehört in die Familie der Doldenblütler. Es gibt auch die Kulturform, nämlich der Gemüse-Pastinak. Die Pflanze hat eine Vielzahl an Namen, wie z.B. Hammel-, Hirschmöhre, Moorwurzel oder Welsche Petersilie.

Der Pastinak wächst als zweijährige krautige Pflanze und kann bis zu 120 Zentimetern groß werden. Der intensive, angenehme Geruch der ganzen Pflanze ist süßlich. Nach dem ersten Jahr wird eine Rübe als Speicherorgan ausgebildet. Die Rübe ist von gelblich-weißer Farbe bei der Kulturform, bei der Wildform ist sie dünn und hart. Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die nektarführenden Blüten werden von Insekten aller Art besucht, wie beispielsweise von Fliegen, Käfern, Bienen, Schmetterlingen und Wanzen.
Der Pastinak liebt kalkreichen sowie stickstoffhaltigen Boden. Die lichtbedürftige Pflanze ist charakteristisch für Wärmebedürftigkeit und kann Trockenheit gut ertragen. Der auch von Haarwild und Schafen begehrte Pastinak ist schon seit langem Bestandteil der menschlichen Ernährung. Im Römischen Reich gehörte er zu den beliebtesten Wurzelgemüsen. Schon Karl der Große schrieb den Anbau von Pastinaken vor. Der Saft der Pastinake wurde in der Zeit der großen Pestepidemie im 14. Jahrhundert als Heilmittel eingesetzt, weshalb die Pflanze auch den Beinamen Pestnacke erhielt. In der Esskultur des Mittelalters spielte stärkehaltiger Pastinak eine ähnliche Rolle, wie sie die Kartoffel in der Neuzeit übernahm.

01.08.2019

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)