Mehrweg-Idee für weniger Einweg-Müll

Druckfrische Flyer und Beitrag im BR

Projekt: Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen

Antonia mit Flyer in der Hand

Klimaschutzmanagerin Antonia Rüede-Passul vom Landratsamt Miesbach
© BR - Ellmeier

Gerne hilft das Team der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland mit, nachhaltige Themen im Landkreis voranzubringen.

Gemeinsam mit dem Klimaschutzmanagement vom Landratsamt Miesbach werden diverse Themen in Angriff genommen. Von den Projekttagen an Schulen zum Thema "Nachhaltige Ernährung" bis zur Kinovorstellung am Klimafrühling reicht die Zusammenarbeit der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland und dem Klimaschutzmanagement im Landkreis.


Seit letztem Jahr wird die Etablierung eines Mehrwegsystems für die Gastronomie im Landkreis unterstützt.
Aktuell gibts neue Flyer und einen Beitrag in der Abendschau.

Aktuelles und Infos zu den Mehrweg-Lösungen gibts bei Kathleen Ellmeier von der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland.



Hier gehts zum Beitrag in der Abendschau im Bayerischen Fernsehen vom 14. Januar 2022



Hier der Bericht von Dieter Dorby im Miesbacher Merkur:

Miesbach/Schliersee – Egal, ob Fastfood, Kaffee to go oder Essen zum Mitnehmen – die Corona-Pandemie hat diesem Trend einen gehörigen Rückenwind verpasst. Viele Gastwirte setzen daher zusätzlich auf Einweg-Verpackung, um vom Mitnahmeverkauf zu profitieren und so zumindest zum Teil die durch Lockdown und Beschränkungen auferlegten Einnahmeverluste abzumildern. Doch diese Entwicklung hat ihre Schattenseite: Es werden Unmengen zusätzlicher Müll produziert.
Ein Umstand, der eine neue Bewegung ins Leben gerufen hat: Mehrweg-Geschirr soll das To-go-Geschäft umweltfreundlich machen. Auch im Landkreis gibt es Bestrebungen, auf breiter Front wiederverwendbaren Gastrosystemen den Weg zu bereiten. So rührte Miesbachs Zweite Bürgermeisterin und Kreisrätin Astrid Güldner (Grüne) jüngst im Kreistag die Werbetrommel dafür, dass man die Gastronomie im Landkreis überzeugen solle einzusteigen.

Bei allem Idealismus: Komplett freiwillig ist dieses Umsteigen nicht – vielmehr ist es perspektivisch. Denn im Mai 2021 hat der Bundestag beschlossen, dass Restaurants, Imbisse und Cafés ihren Kunden beim Straßenverkauf künftig neben Einwegverpackungen auch alternativ eine Mehrwegvariante anbieten müssen. Die Verpflichtung gilt ab 2023. Ausnahmen gelten für kleinere Gastrobetriebe, die maximal 80 Quadratmeter groß sind und nicht mehr als fünf Beschäftigte haben.

Unter Federführung von Klimaschutzmanagerin Antonia Rüde-Passul hat das Landratsamt nun einen Info-Flyer erstellt, der auf vier gängige Anbieter – Arcoroc, Relevo, Rebowl/Recup und Vytal – verweist. Sinnvoll ist es laut Güldner, wenn sich am Ende zwei Systeme im Landkreis etablieren. Welche, das sollen Gespräche ergeben. So habe es Mitte 2021 eine Infoveranstaltung gegeben, bei der die vier Systeme vorgestellt wurden (abrufbar: www.youtube.com/ watch?v=sNCsRvcRJP8).
Zum Arbeitskreis gehören laut Güldner neben Rüde-Passul auch Andrea Brenner (Macht Sinn Holzkirchen), Kathleen Ellmeier (Öko-Modellregion), Angie Hacklinger (Anders wachsen) sowie Miesbachs SPD-Stadtrat und stellvertretender Bäckerobermeister Florian Perkmann. Güldner hat bereits einige Gespräche geführt: Es gebe viele Fragen, aber grundsätzlich sei bei den Gastronomen das Interesse zum Einstieg vorhanden.

„Die Idee, auf Mehrweg zu setzen, hat Potenzial“, erklärt Güldner. Je mehr Unternehmen im Mehrweg-System verkaufen, desto größer werde die Akzeptanz und umso leichter sei das Abgeben bei einem teilnehmenden Betrieb.

Erste Erfahrungen hat beispielsweise der Ratskeller in Schliersee gesammelt. Bereits zum ersten Lockdown 2020 sei man eingestiegen, berichtet Wirtin Petra Schobel: „Wir waren mit die Ersten.“ Die Wahl fiel auf Rebowl. Anders als bei anderen Anbietern gibt es hier keine App- oder Offline-Karten-Funktion, sondern ein Pfandsystem mit bis zu fünf Euro pro Geschirreinheit. Heißt: Bei Rückgabe gibt es das Geld zurück – auch bei anderen Teilnehmern.

Aktuell bietet der Ratskeller beides an: Einweg und Mehrweg. „Der Kunde soll die Wahl haben“, sagt Schobel. Dabei habe man im Ratskeller auch auf mehr Kundenbindung gehofft – nicht ohne Erfolg: Zwei kleinere Firmen konnte man so als treue Mittagslieferkunden gewinnen.
Auch für Senioren, die nicht immer selbst kochen, aber daheim im Abo essen wollen, sei dies eine gute Möglichkeit. Das Essen sei portionsgerecht verpackt, bleibe warm und könne in der Mikrowelle erwärmt werden. Und da der Ratskeller auch Kindergärten in Schliersee versorgt, sei auch die Lieferung an Senioren und Firmen kein Problem. „Wir haben sogar schon Anfragen aus Agatharied und Miesbach bekommen“, verrät Schobel, „aber das ist dann doch zu weit für uns.“
Die Ratskeller-Wirtin würde Kollegen den Einstieg empfehlen: „Je mehr mitmachen, desto interessanter wird es.“ Zumal man sich die Kosten für die Einweg-Verpackungen spare. „Letztlich geht es um Nachhaltigkeit“, sagt Schobel. „Und da ist jeder selbst gefordert, seinen Beitrag zu leisten.“

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12.01.2022

Region: Miesbacher Oberland