Naschbäume?

Teil der Lösung oder Teil des Problems?

Einige Gemeinden kennzeichnen derzeit Nasch- oder Probierbäume, die von den BürgerInnen beerntet werden können. Was vielen als naheliegende Lösung dünkt, wird von Streuobst-Experten kritisch gesehen!

So beobachtet Krischan Cords von der Main-Streuobst-Bienen eG aus Margetshöchheim, "Rosinen-Pickerei" bei der Beerntung, d.h. gammeliges Obst bleibt liegen, die schönsten Äpfel werden vom Baum geholt, nicht immer zum Vorteil der ohnehin pflegebedürftigen Bäume. Anfahrtswege und -wiesen würden von den Städtern teilweise arg in Anspruch genommen und nicht immer endet die Beerntung an den gekennzeichneten Bäumen, sondern erstreckt sich auch auf angrenzende Streuobstwiesen.
Die Öko-Modellregion empfiehlt daher grundsätzlich, zunächst lokale und regionale Streuobst-Initiativen mit der Pflege und Beerntung zu betrauen. Grundsätzlich sollten Naschbäume in ein übergeordnetes Pflegekonzept eingebunden sein. Der Aspekt der Wertschöpfung sollte ebenfalls bedacht werden: potentielle Kunden von Obst- und Streuobst-Vermarktern decken sich womöglich lieber über die kostenlosen Naschbäume ein, nicht geerntetes Obst werde gar nicht erst der Wertschöpfung zugeführt.
Zur Sensiblilierung dieser Fragen organisiert die Öko-Modellregion in kürze ein "Expertengespräch unterm Apfelbaum"! Bericht folgt.

11.09.2020

Region: Waldsassengau