Nisthilfe für die Schleiereule

August Obermeier ist unermüdlich, was den Artenschutz betrifft

Projekt: Bienen, Kräuter, Bauern: Unsere Land.wirt.schaft wird bunt , Isentaler des Monats

August Obermeier jun. hat den Nistkasten mardersicher im Gebälk seiner Scheune angebracht.
© August Obermeier

August Obermeier aus Schwindegg ist stets voller Tatendrang, was die Förderung der Vielfalt in der Landschaft anbelangt. Sein neuestes Projekt ist die Schleiereule. Jäger Michael Wölfl hat in Vertretung seines Jagdpächters Dr. Karl Dürner einen Schleiereulen-Nistkasten zum Obermeierschen Anwesen gebracht. Zusammen mit August Obermeier jun. wurde der Nistkasten so moniert, dass der Marder nicht eindringen kann.

Die Schleiereule wählt ihre Brutplätze innerhalb menschlicher Siedlungen. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung für uns, um diese in unmittelbarer Nähe des Menschen brütende, dennoch aber empfindliche Vogelart, zu erhalten. Schleiereulen erbeuten hauptsächlich Kleinsäuger wie Feld- und Spitzmäuse, seltener Vögel und vereinzelt Amphibien, Reptilien und Großinsekten. Unverdauliche Nahrungsbestandteile wie Knochen und Haare werden in Form von so genannten Gewöllen ausgewürgt.Die Kombination von geeigneten Brutplätzen und günstigem Jagdgebiet ist für die Auswahl eines passenden Lebensraums ausschlaggebend. Einzeln stehende, exponierte Gebäude wie beispielsweise Kirchtürme und Scheunen, werden als Brutplatz bevorzugt. Zur Jagd sucht die Schleiereule offenes Gelände auf, wie Randgebiete von Siedlungen oder entlang von Straßen und Wegen.
Die Schleiereule ist in hohem Maße von Bewirtschaftungsformen in der Agrarlandschaft abhängig, mit denen Kleinsäugerbestände in engerem Zusammenhang stehen. Die in den letzten Jahren deutlich gestiegene Anwendung von Pestiziden gegen Nagetiere (Rodentizide) lässt zunehmende Gefährdungen befürchten. In der Vergangenheit sind Brutplätze oftmals durch Abbruch, oder im Zuge von Sanierungsmaßnahmen an Kirchen, Scheunen und Dächern verloren gegangen.
Eine reich strukturierte Kulturlandschaft mit reduzierter Ausbringung an Bioziden ist die Grundvoraussetzung für eine stabile Schleiereulen-Population. Sie käme gleichzeitig vielen anderen Arten der offenen Feldflur zugute. Das Anbieten von Nisthilfen kann sich ebenfalls positiv auswirken, wo geeignete Brutplätze rar sind. Durch Kooperation mit Landwirten, die Brutplätze in Scheunen und Ställen anbieten können, wie auch mit den Kirchen, die Kirchtürme zugänglich machen können, ist Schleiereulenschutz vor Ort schon mit einfachen Mitteln machbar.

Quelle:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/1977-schleiereule/index.html
Weitere Infos unter:
https://www.lbv.de/ratgeber/naturwissen/artenportraits/detail/schleiereule/

22.06.2020

Region: Mühldorfer Land (ehem. Isental)